Olympia 2026 - Ski Alpin: Super-G-Wunder von Federica Brignone - Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann scheiden aus
VonFelix Mattis
Update 12/02/2026 um 14:29 GMT+1 Uhr
Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann haben ihre Träume von einer Medaille im Super-G vorzeitig begraben müssen. Beide Deutschen schieden nach Fahrfehlern aus, weil sie sich an zwei Wellen verschätzten. Die Gold-Medaille gewann in Cortina d'Ampezzo Lokalmatadorin Federica Brignone vor der Französin Romane Miradoli (+ 0,41 Sekunden) und der Österreicherin Cornelia Hütter (+ 0,52).
Highlights: Brignone schreibt Super-G-Märchen - DSV-Duo patzt
Quelle: Eurosport
Mit dem Sieg von Brignone wurde der Super-G auf der berühmten Tofana-Piste zum italienischen Olympia-Märchen. Die 35-Jährige hatte sich im vergangenen April bei den Italienischen Meisterschaften das Schien- und Wadenbein gebrochen sowie einen Kreuzbandriss zugezogen.
Erst im Januar gab sie ihr Weltcup-Comeback und wurde Sechste beim Riesenslalom am Kronplatz - und jetzt ist sie die älteste Olympiasiegerin aller Zeiten im Ski Alpin.
"Es ist unglaublich, es ist verrückt. Ich hätte niemals gedacht, heute zu gewinnen", sagte die Italienerin beim ORF. "Ich war Außenseiterin und wollte einfach nur gut Skifahren - nicht zu perfekt, sondern den Ski laufen lassen. Ich hatte keine Angst Fehler zu machen und habe das Unmögliche möglich gemacht."
Brignone ging mit der Startnummer 6 früh ins Rennen und schaffte bei nebligen Bedingungen eine beinahe fehlerfreie Fahrt. Mit 0,76 Sekunden Vorsprung auf Landsfrau Laura Pirovano übernahm sie die Führung - und anschließend kam niemand mehr an sie heran.
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Brignone: "Ich habe mir wirklich nichts ausgerechnet"
Quelle: Eurosport
Fast genauso bedeutsam, wie der Sieg für Brignone war die Bronze-Medaille für Hütter. Für die 33-Jährige waren es die vierten Winterspiele und das letzte Rennen auf der Olympia-Bühne überhaupt, das sie mit ihrer ersten Medaille krönte.
"Wahrscheinlich brauche ich ein wenig Druck. Das war auch beim Gewinn der kleinen Weltcup-Kugel in der Abfahrt schon so", sagte sie im ORF in Erinnerung an das Finale der Saison 2023/24 in Saalbach. "Ich wusste: Wenn ich nicht All-in gehe, habe ich verloren. Ich habe ein paar Fehler eingebaut und bin nicht überall sauber gefahren, aber egal."
Vor dem Super-G war Hütter in Cortina bereits Vierte in der Abfahrt und Fünfte in der von ihren Landsfrauen Ariane Rädler und Katharina Huber gewonnenen Team-Kombination geworden.
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Große Emotionen: Brignone bekommt ihre Goldmedaille
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Favoritensterben auf schwer gestecktem Kurs
Abseits des großen Triumphes der Italienerin war der Super-G ein Rennen der Ausfälle. Auf dem sehr anspruchsvoll gesteckten Super-G-Kurs waren Aicher und Weidle-Winkelmann alles andere als allein mit ihren Problemen:
Aus der Favoritenriege verabschiedeten sich auch Mirjam Puchner, Ester Ledecka und Sofia Goggia sowie später Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson, weil sie jeweils an Toren vorbeifuhren oder -sprangen. Von den ersten neun Starterinnen schieden fünf aus, nach 25 Fahrerinnen stand neben elf Namen ein "DNF" und am Ende waren es 17 Ausfälle.
Weidle-Winkelmann scheiterte bereits im oberen Teil der Strecke an der ersten Schlüsselstelle. Zwei Tage nachdem sie mit Aicher Silber in der Team-Kombination gewonnen hatte, begann die 29-Jährige ihre Fahrt mit Startnummer 3 stark und führte an der ersten Zwischenzeit.
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"Da geht sich gar nichts aus": Weidle-Winkelmann fährt am Tor vorbei
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Dann aber verschätzte sie sich an einem Doppeltor eingangs des zweiten Sektors, wurde daher über eine Kuppe ausgehoben und musste am nächsten Tor hart bremsen. Sie rettete sich gerade noch durch die nächsten zwei Tore, verlor aber völlig den Schwung und gab dann auf. An derselben Stelle erwischte es anschließend auch Puchner.
Weidle-Winkelmann und Aicher selbstkritisch
"Es war über die Wellen echt ein bisschen tricky gesetzt. Dann auch noch der Untergrund mit dem nassen Schnee - wenn man da die Ideallinie verlässt, wird es schwer zurückzukommen", sagte Weidle-Winkelmann am Eurosport-Mikrofon. "Ich habe es zu gut gemeint, zu schnell umgelegt und bin zu direkt geworden. Ich habe alles riskiert, bin aber heute leider nicht belohnt worden. Aber besser so, als drei Sekunden hinten sein. Klar ist das heute ein kleiner Dämpfer, aber ich nehme die Medaille mit. Das stimmt mich für den Rest der Saison sehr zuversichtlich."
Aicher, Ledecka und Goggia bekamen ihre Probleme weiter unten im ebenfalls mit einigen Wellen und Kuppen gespickten Mittelteil und schieden dort jeweils aus. Besonders bitter: Aicher hielt noch bis zum Schluss des Tages die Bestmarke an der ersten Zwischenzeit.
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"Oh, jetzt ist sie weg": Aicher kriegt die Kurve nicht mehr
Quelle: Eurosport
Nach dem Rennen war die Allrounderin selbstkritisch: "Es geht schnell im Super G, aber mit Nummer sieben darf sowas nicht passieren. Mit den Informationen, die man von den ersten sechs Läuferinnen hat, kann man es wissen und eigentlich auch umsetzen", sagte sie am Eurosport-Mikrofon und führte dann weiter aus: "Wenn man von der Ideallinie weggekommen ist, war es einfach schwierig, weil es so nass und weich war. Aber es ist auch meine Schuld, dass ich nicht auf der Ideallinie bin."
Am Sonntag und Mittwoch stehen für Aicher theoretisch auch der Riesenslalom und der Slalom noch an. Nach dem Super-G wollte sie darüber aber nicht direkt nachdenken. "Morgen mache ich mal Pause. Dann schauen wir, wie es mir geht, wie viel Energie ich noch habe - aber das machen wir Tag für Tag."
- Ergebnisse und Termine: Der Zeitplan im Ski Alpin bei Olympia 2026
Während die meisten Ausgeschiedenen auf ihren Ski stehenbleiben konnten, stürzte die spät mit Nummer 19 gestartete Johnson schwer. Die US-Amerikanerin verpasste die Ideallinie bereits im Flachstück nach dem Tofana-Schuss, sprang direkt auf ein blaues Tor zu, fuhr geradewegs hindurch und krachte dann frontal ins Fangnetz. Sie stand glücklicherweise nach kurzer Zeit wieder auf und blieb augenscheinlich weitgehend unverletzt.
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Johnson stürzt nach Fahrfehler ins Fangnetz
Quelle: Eurosport
Nach den ersten 20 Starterinnen konnte niemand mehr näher als auf 1,5 Sekunden an Brignonges Bestzeit heranfahren und sich in die Top Ten schieben.
Mit dem Super-G der Frauen endeten die Speed-Rennen bei den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina. Am Samstag, dem 14. Februar, steht als nächstes der Riesenslalom der Männer auf dem Programm, tagsdrauf der der Frauen sowie montags und mittwochs dann jeweils der Slalom.
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Sieben Mal bei Olympia! Sarah Schleper mit unglaublichem Meilenstein
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