Es war 0.43 Uhr am 19. Januar 1991, als das Spital Interlaken in einem an Deutlichkeit nicht zu überbietenden Bulletin mitteilte: Gernot Reinstadler ist tot. Der junge österreichische Skirennläufer hatte seinen Sturz tags zuvor auf der Abfahrtsstrecke Lauberhorn im schweizerischen Wengen nicht überlebt. Er war verblutet.
Reinstadler, 21 Jahre alt, galt als Talent. Nachdem er in den vorangegangenen Trainingsläufen die Plätze 29 und 39 belegt hatte, startete er am 18. Januar, also am Tag der Weltcup-Abfahrt, im Qualifikationsrennen. Diese Vorausscheidung hatte der Internationale Skiverband FIS probeweise eingeführt, um damit 30 Starter für das eigentliche Rennen am Samstag zu ermitteln. Bei den Fahrern war dieser Modus höchst umstritten.
Reinstadler startete mit der Nummer 44. Im Ziel-S am Ende der enorm kraftraubenden 4,5 Kilometer langen Strecke verkantete er seinen Ski - und flog ungebremst in das Sicherheitsnetz am rechten Rand des kurzen Zielhangs. Eine der Skispitzen verfing sich im Netz, Reinstadler riss es fast auseinander. Er erlitt eine Beckenspaltung und schwere Verletzungen der Blutgefäße im Unterleib, das rechte Bein wurde beinahe abgerissen. Trotz aller Bemühungen war der Blutverlust nicht zu stoppen.
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Das Qualifikationsrennen wurde nach dem Sturz Reinstadlers noch zu Ende gefahren. Als die Todesnachricht aus Interlaken kam, sagten die Organisatoren das weitere Rennprogramm aber ab. Um ähnliche Unglücke zu verhindern, wurden danach schnittfeste Planen entwickelt, um ein Verfangen der Skispitzen in Netzen zu verhindern. In Wengen wurde die Passage um den Zielsprung abgetragen, der Sprung massiv entschärft.
Seit 1992 erinnert am Zielhaus eine Gedenktafel an den Skirennläufer Gernot Reinstadler.
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(SID)
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