Ski-Star Kira Weidle im Interview über Vorbereitung und Weltcup-Auftakt: "Die Kugel ist das große Ziel"

Kira Weidle hat Großes vor. Die Speed-Spezialistin möchte in der neuen Saison die kleine Kugel im Abfahrtsweltcup gewinnen. Im exklusiven Eurosport-Interview spricht Weidle über ihre Saisonvorbereitung und die derzeitigen Trainingsbedingungen auf den europäischen Gletschern. Außerdem erzählt die 27-Jährige, warum sie diesen Sommer mit der Technik-Mannschaft in Argentinien trainiert hat.

Weidle: "Speed-Training war in Europa fast nicht möglich"

Quelle: Eurosport

Der vergangene Winter war nicht einfach für Speed-Spezialistin Kira Weidle.
Die Weltcup-Saison 2022/23 endete für die Starnbergerin ohne Podestplatz. "Es gab schon ein paar Tage, die für mich ein bisschen enttäuschend waren letztes Jahr", blickt Weidle im Eurosport-Interview zurück.
Die DSV-Fahrerin hat diesen Sommer viel Riesenslalom trainiert, um auch in ihrer weniger geliebten Disziplin, dem Super-G, an Fortschritte aus dem letzten Winter anzuknüpfen. Dafür fuhr Weidle dieses Jahr zusammen mit dem Technik-Team nach Argentinien.
Für Kira Weidle startet die Speed-Saison am 18. November in Zermatt/Cervinia, ab dann gibt es für die 27-Jährige nur noch Vollgas.
Kira Weidle, die vergangene Saison war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Was haben Sie daraus mit in diese Vorbereitung genommen?
Kira Weidle: Es gab schon ein paar enttäuschende Tage letztes Jahr. Es ging drum, noch akribischer zu arbeiten, jeden Tag 100 Prozent zu nutzen, ans Limit zu gehen und dieses Limit auszureizen. Das war das Motto für die Saison-Vorbereitung.
Sie haben sich diesen Sommer dazu entschieden, nicht mit den Speed-Jungs nach Chile zu reisen, sondern den August mit den Technikern in Argentinien zu verbringen. Warum?
Weidle: Vor allem wegen des Riesenslalom-Trainings im Hinblick auf den Super-G. Ich wollte die Schwachpunkte bearbeiten, die auch in der Abfahrt immer wieder aufkommen. Da ist das Riesenslalom-Training sehr wichtig für mich und deswegen bin ich mit nach Ushuaia. Es war auch wetterbedingt die richtige Entscheidung, nachdem in Chile erst kein Schnee lag und dann sehr viel Schnee. Wir hatten dort unten sehr gute Trainingstage. Ich konnte auch ein bisschen Speed fahren, auch zusammen mit den Schweizer Jungs. Ich hatte wirklich gute Möglichkeiten. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.
Sie sprechen den Super-G schon an: Sie haben vergangenen Winter einen Fortschritt gemacht und sind öfter in die Top 15 gefahren.
Weidle: Es soll noch nicht das Ende sein, wo ich gerade im Super-G stehe. Es war natürlich ein guter Schritt, aber es soll schon noch weiter gehen. Das Ziel ist, dass ich mich in den Top 10, Top 15 verfestige.
Ihr Trainer Andi Puelacher hat gesagt, Sie trauen sich im Rennen noch zu wenig zu. Sie haben mal erzählt, dass Sie zusammen mit einem Mentaltrainer arbeiten. Machen Sie das nach wie vor?
Weidle: Ja, auf jeden Fall. Im Sommer ist das relativ gezielt, an einzelnen Tagen. Aber im Winter dann schon intensiver. Das hat mir aus manchem Tief schon wieder Kraft gegeben, wie zum Beispiel in St. Moritz, als es am Samstag wirklich komplett verkorkst war. Am nächsten Tag (Dritte in der Abfahrt nach Platz 24 am Vortag, Anm. d. Red.) hat man gesehen, was nur die Einstellung im Kopf erreichen kann.
Mitte November steht der Weltcup-Auftakt in Zermatt/Cervinia an. Vergangenes Jahr gab es im Vorfeld viele Diskussionen um den Zeitpunkt, insbesondere um die lange Strecke in der Höhe. Wie sehen Sie es?
Weidle: Erst mal hoffen wir natürlich, dass genug Schnee fällt beziehungsweise die Temperaturen kalt genug sind, dass die Strecke fertig wird. Es ist sehr intensiv, es ist sehr hoch. Wir sind fünf Tage da oben, haben drei Trainingstage, zwei Rennen. Das heißt, die Regeneration wird zwischen den Trainingstagen eine große Rolle spielen. Wir werden in den nächsten Wochen dort oben trainieren. Es ist jetzt nicht so, dass man von ganz unten nach ganz oben kommt. Man akklimatisiert sich da schon ein bisschen, aber grundsätzlich wird es natürlich ein spannendes Rennen. Wir hoffen auf faire Bedingungen.
Wie sind die Trainingsbedingungen momentan in Europa? Es soll gerade für die Speed-Athleten nicht einfach sein, die richtigen Bedingungen zu finden.
Weidle: Speed-Training war in den letzten Wochen fast nicht möglich. Es war echt ein bisschen schwierig für uns, dafür stand umso mehr Riesenslalom-Training auf dem Programm. Ich freue mich auf jeden Fall, in den nächsten Wochen wieder mehr Speed zu fahren. Das habe ich schon sehr vermisst. Ich denke, dass wir dann trotzdem gut vorbereitet für die Saison sind.
Es liegt eine Saison ohne Großevent vor Ihnen. Worauf liegt Ihr Fokus diesen Winter?
Weidle: Das ganze Augenmerk liegt auf dem Weltcup und auf der Kugel. Der erste Weltcupsieg ist nach wie vor ganz oben auf meiner Liste und dann im Prinzip so viele Podestplätze oder Top-Platzierungen wie möglich. Aber die Kugel ist das große Ziel.
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Quelle: Eurosport

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