Ski-Weltmeister Alexander Schmid im exklusiven Eurosport-Interview: "Ich habe die Verletzung als Chance gesehen"

Freud und Leid liegen oft eng beieinander. Das weiß auch Skirennläufer Alexander Schmid. Der Allgäuer schuftet nach seiner Kreuzbandverletzung im März hart für sein Comeback. Im exklusiven Eurosport-Interview erzählt der Riesenslalomspezialist, wie er mit seiner ersten großen Verletzung umgegangen ist und wann er voraussichtlich wieder ins Weltcupgeschehen zurückkehren wird.

Schmid exklusiv: "Zuversichtlich, dass ich wieder Anschluss finde"

Quelle: Eurosport

Alexander Schmid ist gut drauf.
Bei der alljährlichen Einkleidung des Deutschen Skiverbandes (DSV) in München gibt sich der 29-Jährige locker und gelöst. Seit Anfang September steht Schmid wieder auf Ski, sein Comeback ist in vollem Gange.
Der 29-Jährige hatte sich bei den Titelwettkämpfen im Februar in Courchevel und Méribel zum ersten deutschen Weltmeister seit 34 Jahren gekrönt. "Es war ein mega Jahr für mich", blickt Schmid im exklusiven Eurosport-Interview zurück.
Nur drei Wochen nach seinem historischen Triumph riss er sich im Riesenslalom-Training das Kreuzband - doch von diesem herben Rückschlag ließ sich der Routinier nicht aufhalten. Aktuell bereitet sich Schmid in Finnland auf die neue Weltcup-Saison vor und gibt sich mit Hinblick auf die neue Saison optimistisch. "Ich bin zuversichtlich, dass ich wieder Anschluss finde", unterstreicht er.
Sieben Monate sind seit Ihrer Verletzung mittlerweile vergangen. Wie geht es Ihnen aktuell?
Alexander Schmid: Aktuell geht es mir sehr gut. Ich bin sehr zufrieden, zumal ich auch schon sieben Skitage hinter mir habe und auch sehr positiv nach dem Skifahren sein kann, weil das Knie nicht wirklich reagiert hat. Ich habe noch kleine Einschränkungen von der Entnahme-Stelle der Quadrizepssehne, was mir ein paar kleine Probleme bereitet, aber nichtsdestotrotz geht es mir wirklich gut und ich kann Skifahren. Das ist die Hauptsache.
Können Sie schon einschätzen, wann Sie wieder ins Renngeschehen einsteigen?
Schmid: Sölden wird für mich noch ein Ticken zu früh sein. Das werde ich auf jeden Fall auslassen. Ich bin sehr optimistisch, dass ich im zweiten Rennen in Val-d'Isère am Start stehen darf.
Lassen Sie uns noch mal einen Blick auf die letzte Saison werfen. Der Winter war abgesehen von Ihrer Verletzung mit vielen Top-8-Ergebnissen im Riesenslalom, guten Momenten im Slalom und dem historischen WM-Titel in Frankreich, mit dem niemand gerechnet hatte, sehr erfolgreich für Sie. Hatten Sie trotz der Verletzung, die nur drei Wochen später kam, Zeit, Ihre Erfolge nochmal zu reflektieren?
Schmid: Ja, natürlich. In unserem Sport ist das Verletzungsrisiko sehr hoch. Freud und Leid hängt eng beieinander. Nichtsdestotrotz war für mich klar: Mit der Verletzung ist es vorbei und dann ist der Fokus wieder auf die neue Saison gerichtet. Ich hatte viel Zeit, das ganze sacken zu lassen und zu reflektieren. Es war ein mega Jahr für mich. Ich habe viel mitgenommen und das gibt mir dann natürlich viel Schub und viel Motivation für die kommende Saison.
Der Kreuzbandriss war Ihre erste große Verletzung. Sie sind in den letzten Jahren glücklicherweise gut durchgekommen. Wie sind Sie damit umgegangen?
Schmid: Tatsächlich hatte ich keinen richtig schwachen Moment. Ich habe gleich gewusst, dass es was Ernsteres sein wird, aber nicht unbedingt, dass es ein Kreuzbandriss ist. Ich dachte, vielleicht bin ich glücklicherweise jemand, der mal ohne Kreuzbandverletzung durchkommt. Nichtsdestotrotz habe ich es als Chance gesehen, dass ich ein bisschen Ruhe bekomme und einen komplett neuen ruhigen Aufbau erleben kann. Nach dem WM-Titel war schon viel Trubel. Ich habe die Verletzung als Chance gesehen, dass ich mich auch in Zukunft ein bisschen mehr mit meinem Körper beschäftigen werde. Dass wir von null an alles aufarbeiten und ich mir die Zeit gebe, die es braucht und die das Knie benötigt. Das ist eigentlich eher die positive Seite.
Wir haben Sie letzten Winter auch des Öfteren im Slalom gesehen. Sie sagen, Sie haben bis jetzt erst sieben Skitage. Wie ist ihre Slalom-Planung für den Winter?
Schmid: Slalom ist für mich unheimlich wichtig, auch in Anführungsstrichen bloß im Training, weil es mir für den Riesenslalomschwung enorm viel hilft. Ich will den Slalom auf keinen Fall vernachlässigen. Natürlich steht mein Fokus nach der Verletzung weiterhin auf Riesenslalom. Dass ich dort wieder Fuß fasse und meinen Speed und mein Vertrauen wieder bekomme. Ich werde nebenher ein bisschen Slalom mitnehmen. Wie schnell ich vielleicht auch wieder im Slalom-Weltcup starten werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Mein Fokus liegt auf dem Riesenslalom, aber ich bin zuversichtlich, dass ich dort wieder Anschluss finden werde.
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Quelle: Eurosport

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