Ski-Star Nina Ortlieb blickt auf ihre beiden Horrorstürze und die schweren Verletzungen zurück: Karriereende nicht in Sicht
Update 03/06/2025 um 08:08 GMT+2 Uhr
Skirennläuferin Nina Ortlieb hat im Interview mit der österreichischen Zeitung "Kurier" über ihre beiden Horror-Stürze in 2023 und 2025 gesprochen. Dabei gibt sie einen Einblick in die dramatischen Minuten nach ihrem Schien- und Wadenbeinbruch im Dezember 2023. Im Januar dieses Jahres zog sie sich dann einen Unterschenkelbruch zu. Dennoch kommt für die Tirolerin ein Karriereende nicht infrage.
Nina Ortlieb verletzte sich im Januar in Garmisch schwer
Fotocredit: Getty Images
"Wenn dein Albtraum zur Realität wird" - mit diesen Worten kommentierte Ortlieb ihren Horror-Sturz beim Ski-Weltcup in Garmisch im Januar auf Instagram.
Rund vier Monate später kämpft sich die Innsbruckerin wieder zurück. Auch wenn der Weg schwer ist - die 29-Jährige erkennt deutliche Fortschritte bei der Genesung.
Insbesondere im Vergleich zu der Leidenszeit nach ihrem Schien- und Wadenbeinbruch im Dezember 2023 in St. Moritz: "Ich kann heute besser gehen, ich habe weniger Schmerzen, ich stehe viel besser da. Drei Monate nach der letzten OP bin ich heute so weit wie letztes Jahr elf Monate nach der OP."
Das Allerwichtigste sei, dass man die Verletzung akzeptiert. Auch das sei ihr letztes Jahr schwerer gefallen. Sie sei ohnehin nicht zu 100 Prozent fit gewesen.
Ortlieb: "Schlimmster Tag meines lebens"
Nach ihrem Sturz 2023 sei Ortlieb mit der Situation hingegen kaum zurechtgekommen. "Da habe ich mir zehn Stunden lang bis zur Operation gewünscht, dass ich ohnmächtig werde und diesen Schmerz nicht mehr spüre", sagte Ortlieb.
"Wenn wir jetzt abstürzen, ist es mir auch wurscht", beschreibt die Österreicherin ihre Gedanken im Helikopter, der sie von der Strecke ins Krankenhaus brachte. Damals dachte sie, es sei der schlimmste Tag ihres Lebens. So was könne man nicht nochmal erleben.
Ihr Unterschenkelbruch im Januar sei dann emotional gänzlich anders verlaufen, da Ortlieb bereits in Garmisch in Narkose gelegt worden sei.
Karriereende? "Ich trage auch die Konsequenzen"
Nach zwei schweren Verletzungen innerhalb von rund 14 Monaten würden manche Sportler vielleicht an ein Karriereende denken. Für Ortlieb kommt das nicht infrage. "Ich hatte auch in den schwierigen Phasen immer das Gefühl, dass ich weitermachen will", sagte die Vize-Abfahrtsweltmeisterin von 2023.
Sie habe auch auf Social Media kaum Stimmen wahrgenommen, die ihr das Karriereende anraten würden. "Bei den 800 Postings waren vielleicht zehn Leute dabei, die gemeint haben, ich soll jetzt aufhören", sagte Ortlieb. Sie respektiere auch diese Ansicht, aber: "Es ist meine Entscheidung, ich trage auch die Konsequenzen."
Allerdings gesteht Ortlieb ein: "Wenn mir letztes Jahr wer gesagt hätte: 'Nina, das Bein schneiden wir jetzt noch einmal durch, damit es besser wird’, dann hätte ich gesagt: 'Sicher ohne mich'."
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