Es war nur ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, doch für Sofia Goggia hat er ebenso langfristige wie schmerzhafte Folgen. Die Abfahrts-Olympiasiegerin machte sich am Sonntag nach der Absage des Super-G in Garmisch-Partenkirchen auf den Weg ins Tal, als sie auf der "Olympia-Abfahrt" neben die präparierte Spur geriet. Goggia übersah auf der Nebenstrecke der Kandahar einen Schneehaufen - und stürzte schwer.
Sie verlor Augenzeugen zufolge ihren Helm, wirklich schlimm erwischte es aber ihr rechtes Knie. Am späten Abend erhielt die Top-Favoritin auf Abfahrts-Gold bei der WM in Cortina d'Ampezzo (8. bis 21. Februar live bei Eurosport) im Mailänder Krankenhaus La Madonnina die niederschmetternde Diagnose: Fraktur des seitlichen Schienbeinkopfes, vorzeitiges Saison-Ende und damit auch das Aus für die Titelkämpfe vor der eigenen Haustür.
Besonders bitter: Dieselbe Verletzung im selben Knie hatte Goggia bereits 2012 erlitten.
Chamonix
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Die Zeitung "La Repubblica" rief prompt den "Allarme Mondiali" aus, also den WM-Alarm. Die "Gazzetta dello Sport" schrieb vom "Dramma Goggia", vom Drama um das Gesicht der WM. Goggia wirbt für den Medaillenkampf, als Gewinnerin von vier der fünf Saison-Abfahrten sollte die 28-Jährige in Cortina der italienische Star sein. Vorbei.

Goggia: "Mein Herz schreit lautlos"

"Nach 30 Stunden sind mir die Tränen ausgegangen", schrieb Goggia am Montagabend bei Instagram. "Aber der Schmerz und das Leid bleiben, mein Herz schreit lautlos." Sie sei jetzt bereit, "von vorn zu beginnen" und "unerschrocken" ihren Weg weiterzugehen.
"Boah, das ist schon eine heftige Nummer", sagte "ARD-Experte" Felix Neureuther. Goggias Teamkolleginnen wie Francesca Marsaglia ("Forza, Sofia!") schickten beim Super-G am Montag in "GAP" beste Genesungswünsche via TV nach Hause. Der Sieg ging zum vierten Mal in Serie an Lara Gut-Behrami (Schweiz).

Vierter Sieg in Folge: Gut-Behrami dominiert im Super-G

Die für ihren wilden Fahrstil berüchtigte Goggia bleibt damit vom Verletzungspech verfolgt. 2010 riss sie sich die Kreuzbänder in beiden Knien, 2014 erneut das rechte Kreuzband. 2018 stoppte sie ein Knöchelbruch, im Februar 2020 brach sie sich beim Super-G in Garmisch den linken Arm.
"Wir hätten dich gerne auf deiner Olympia gesehen", schrieben die WM-Organisatoren am Montag bei Twitter: "Manchmal ist der Sport hart und nimmt, anstatt zu geben. Aber wir wissen, wie viel Kraft und Entschlossenheit in deinem Herzen schlägt."
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(SID)

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