Ski-WM 2023 - Linus Straßer in Courchevel exklusiv: "Du musst über deinen Schatten springen"

Linus Straßer muss zum Abschluss der Alpinen Ski-WM 2023 in Méribel und Courchevel im Slalom alles auf eine Karte setzen. Vor dem Schlussakt der Weltmeisterschaft spricht der 30-Jährige mit Eurosport über das Gold seines Teamkollegen Alexander Schmid, die eigene Enttäuschung, eine Saison voller Aufs und Abs und die verschobenen Prioritäten durch die Geburt seines ersten Kindes im Dezember.

Straßer exklusiv: "Das checkt man erst, wenn …"

Quelle: Eurosport

Für Linus Straßer war sein Jubelhüpfer auf die Oberschenkel von Alexander Schmid nach dessen Goldlauf im Parallel-Rennen der Ski-WM ein Sprung im doppelten Sinne.
Zum einen war da natürlich die berechtigte Freude über den Triumph des Kameraden. Schmid holte als erster deutscher Mann seit Hansjörg Tauscher 1989 in Vail bei einer Weltmeisterschaft einen Einzel-Titel, eine große Erleichterung für das ganze DSV-Team.
Zum anderen war da bei Strasser aber auch die Enttäuschung über das eigene Abschneiden. Nach einem tollen vierten Rang in der Qualifikation hatte er sich ebenfalls Hoffnungen auf Edelmetall gemacht. Doch schon im ersten Duell fuhr er zu direkt in ein Tor und bekam die Brille durchs Gesicht geschlagen - so ereilte ihn das frühe Aus.
Zerknirscht verfolgte er den weiteren Wettkampf, bis Schmid zu Gold fuhr. "Dann dachte ich mir auch: Du musst über deinen Schatten springen", sagt Straßer nun im Gespräch mit Eurosport. Und so hüpfte er Schmid ausgelassen an.
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Alexander, der Große! Schmid holt Gold im Parallel-Rennen

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Straßer freut sich mit Schmid

Es sei überhaupt "richtig cool" gewesen, den Allgäuer bei den Goldfeierlichkeiten zu beobachten. "Für mich war es kein ganz so einfacher Tag, weil ich auch gut performen wollte. Leider habe ich das nicht geschafft. Es steckt leider doch so viel Ehrgeiz in mir, dass mich das extrem gewurmt hat", erzählt Straßer ehrlich im Rückblick.
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Großes Pech für Strasser! Brille verrutscht, Viertelfinale futsch

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Mit dem Sieg des Kollegen sei aber auch etwas Last abgefallen. "Das war unglaublich wichtig für den Skiverband", so Straßer. Der DSV hatte sich schließlich seit zehn Jahren über keine Goldmedaille mehr freuen dürfen.
"Ich habe probiert, mich voll drauf einzulassen, wie es dem Alex geht und in welcher Situation er gerade steckt. Für ihn ist es einfach cool, dass es so ausgegangen ist, weil er in der Disziplin einfach zu den Schnellsten der Welt zählt", gönnt Straßer dem 28-Jährigen den Triumph von vollem Herzen.
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Schmid Medal Ceremony

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Straßer will sich fokussieren

Er selbst muss sich noch gedulden. Bei Straßer war von vornherein alles auf den Slalom ausgelegt, den Schlussakt am Sonntag (ab 10:00 Uhr live bei Eurosport und discovery+). Die Parallel-Wettbewerbe waren sein Joker, liefen mit Platz sechs im Team und Rang 14 im Einzel aber eher unbefriedigend.
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Sturz Schmid! Deutschland verliert Showdown gegen Österreich

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Cool und sich selbst treu zu bleiben, sei entscheidend. "Das Schwierigste bei so einer Großveranstaltung ist, den Fokus da zu belassen, wo er hingehört: auf dem Skifahren", sagt der 30-Jährige, der bereits einen Saisonverlauf voller Aufs und Abs hinter sich hat.
Im Slalom-Weltcup liegt der Münchner nach acht Rennen auf Rang sieben. In Madonna di Campiglio und Adelboden fuhr er als Dritter aufs Podest. In Garmisch-Partenkirchen ereilte ihn nach Platz zwei im ersten Lauf dagegen ein bitteres aus im zweiten Durchgang. In Kitzbühel verfehlte er als Vierter Rang zwei nur um zwei Hundertstel Sekunden.
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Straßer belohnt sich nicht: DSV-Star fällt am Ganslernhang zurück

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Garmisch und Kitzbühel schmerzen noch

"Ich hatte coole Rennen, aber auch sehr emotionale Rennen", sagt er: "Garmisch zum Beispiel tat weh, aber das gehört dazu. Kitzbühel war im Nachhinein betrachtet schön. Ich hätte aber nie gedacht, dass mich ein vierter Platz in einem Weltcuprennen mal so wurmen würde."
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"Ausgerechnet Linus!" Straßer stürzt auf Podestkurs in Garmisch

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Er habe jedoch das Gefühl, dass die Geschichte mit dem Ganslernhang in Kitzbühel für ihn irgendwann "noch gut endet". Sein Kumpel Felix Neureuther konnte hier zweimal triumphieren (2009/10, 2013/14), stand zudem noch zweimal auf dem Podest - wie auch Eurosport-Experte Fritz Dopfer (2015/16).
Straßer ist weiter auf Siege fixiert, in seinem Leben haben sich die Prioritäten jedoch ein wenig verschoben. Kurz vor Madonna di Campiglio kam im Dezember sein erstes Kind, eine Tochter, zur Welt.
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Beherzter Auftritt - so holte sich Straßer das Nacht-Podium

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Neues Glück durch Geburt der Tochter

"Was ich schon merke: Wenn Rennen nicht so enden, wie man es sich vorstellt, fährst du trotzdem nach Hause und hast daheim eine Tochter, die von all dem gar nichts mitbekommt, und eine Frau, die sich auf dich freut", sagt der dreimalige Weltcup-Sieger.
Gefühle, die man nur beschreiben kann, wenn man selbst Vater ist. "Leute sagen das immer so salopp - aber ich glaube, das checkt man erst, wenn man selbst in der Situation ist." Denn: "Mit einem Kind begreift man erst wirklich, was ganz wichtig ist im Leben."
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Straßer bei Eurosport über Podest-Coup: "Ganz besonderes Rennen"

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Und so ist Straßers Abschneiden in Courchevel eben auch immer nur relativ wichtig. Wenn es am Sonntag nicht klappt, gibt es ein nächstes Rennen. Und wenn die Saison vorbei ist, beginnt die eigentlich schöne Zeit - zuhause bei der frisch vergrößerten Familie.
Straßer: "Darauf freue ich mich schon sehr."
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Highlights: Goldjunge Schmid - so gelang der WM-Sieg

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