Marc Girardelli und Frank Wörndl rügen Mikaela Shiffrin und Lara Gut-Behrami nach Kritik an Weltcupstart

Skilegende Marc Girardelli hat die Kritik von Mikaela Shiffin und Lara Gut-Behrami am frühen Weltcupstart in Sölden verurteilt. Gegenüber dem "Blick" meinte der fünfmalige Gesamtweltcupsieger: "Idole wie Shiffrin und Gut-Behrami sollten endlich damit aufhören, an dem Ast zu sägen, auf dem sie selber sitzen!" In Sölden werde mit "einer höchst umweltfreundlichen Technologie Schnee produziert".

Mikaela Shiffrin

Fotocredit: Getty Images

Gut-Behrami hatte im "Blick"-Interview zuvor erklärt: "Wenn die Leute im Zielraum im T-Shirt rumlaufen und jene vor dem Fernseher Badehose tragen, ist das nicht logisch. Das weckt bei ihnen doch keine Lust, selbst Ski zu fahren."
Für dieses Argument hatte Girardelli allerdings ein Gegenbeispiel parat: "Lara Gut-Behrami sollte daran denken, dass die Australian Open im Tennis in Europa auch auf großes Interesse stoßen, obwohl dieses Turnier in unserem Hochwinter ausgetragen wird."
Daher gebe es "keinen Grund, warum die TV-Zuschauer umgekehrt bei höheren Temperaturen keine Lust auf Ski-Übertragungen haben sollten".
In Sölden beginnt traditionell Ende Oktober der Weltcupwinter, auch wenn der Schnee auf der Piste dann oft noch nicht natürlich gefallen ist.

Wörndl: Frühlingsrennen auch nicht umweltfreundlich

Auch Frank Wörndl, Slalom-Weltmeister von 1987, schloss sich seinem ehemaligen Kollegen im "Blick" an. "Ich war gerade im Supermarkt, wo an der Kasse bereits zwei Monate vor Weihnachten Christstollen angeboten werden. Aus demselben Grund braucht die Ski-Industrie den Weltcup-Auftakt im Spätherbst. Die Menschen sollen durch die Rennen Appetit auf den Winter bekommen", erläuterte der 64-Jährige.
Shiffrin hatte sich ähnlich wie Gut-Behrami negativ zum frühen Weltcupstart geäußert. "Bis zu welchem Grad sollten wir unsere Umwelt an einen Zeitplan anpassen, den wir haben wollen? Oder sollten wir unsere Zeitpläne der Umwelt anpassen?", fragte die Rekord-Weltcupsiegerin bei einem Medientermin. Einige Skistars forderten zuletzt einen späteren Start, dafür aber Rennen bis in den April.
Wörndl glaubt jedoch, dass die Frühlingsrennen wegen der höheren Temperaturen und dem Einsatz von Salz nicht wirklich umweltfreundlicher sind. Aus Sicht des Allgäuers werde ohnehin zu viel über die Nachhaltigkeit im Sport gesprochen. Im Vergleich zu vielen anderen Themen wie etwa Krieg komme der Schaden an der Umwelt durch den Skisport "einer Lappalie gleich".
picture

"Im Training fühle ich's": Sander heiß auf die neue Saison

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung