Eurosport-Experte Fritz Dopfer drückt Rückkehrer Marcel Hirscher die Daumen - und stellt die Frage nach dem "Wozu"

Der Countdown läuft: Am Wochenende startet der alpine Weltcup-Winter - traditionell im österreichischen Sölden. Mit dabei ist Österreichs Ski-Legende Marcel Hirscher, dann unter niederländischer Flagge. Wie wird sich der achtmalige Gesamtweltcupsieger bei seinem Comeback schlagen? Dies fragt sich auch Eurosport-Experte Fritz Dopfer. Sicher sei: Das Skifahren verlernt hat Hirscher nicht.

Feller traut Hirscher einiges zu: "Ihn darf man nicht unterschätzen"

Quelle: Eurosport

"Die Idee sowie die Vorstellung des schnellen Schwunges ist tief in ihm verankert", sagte Dopfer vor dem Riesenslalom der Männer (So., 10:00 Uhr im Liveticker). Offen ist, ob Hirscher "seine früheren Tugenden, die rasend schnelle Anpassungsfähigkeit auf wechselnde Verhältnisse sowie seine Kompromisslosigkeit in Extremsituationen" zeigen kann.
Denn das Rad, betonte Dopfer, habe sich seit Hirschers ursprünglichem Rücktritt im Jahr 2019 schnell weitergedreht: "Der Skisport hat keine Verschnaufpause genommen. Die Leistungen der Athleten haben sich seit damals in vielen Bereichen weiterentwickelt. Zudem ist die Spitze breiter geworden."
In die Lücke, die der 67-malige Weltcupsieger damals hinterließ, drängten im Eiltempo neue Gesichter. Allen voran Marco Odermatt, der in den vergangenen drei Saisons den Gesamtweltcup jeweils für sich entschied. Ob Hirscher nach seiner Schaffenspause dem Schweizer Paroli bieten kann, darüber lässt sich aktuell nur spekulieren. Dopfer jedenfalls drückt dem 35-Jährigen bei dessen Comeback die Daumen.
"Marcel spielte immer eine erfolgreiche Mischung aus Poker und Schach: Er hat das Risiko gesucht, sich nicht in die Karten blicken lassen und zugleich strategisch klug mit der notwendigen Stringenz gehandelt - mit herausragendem Erfolg. Ich bin überzeugt, er bleibt sich treu", kommentierte der Eurosport-Experte.
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Fritz Dopfer (r.) drückt Marcel Hirscher die Daumen.

Fotocredit: Getty Images

Hirscher wie Ali, Jordan und Brady

Im Vorfeld des Hirscher-Comebacks stellt sich Dopfer aber nicht nur die Frage nach dem Abschneiden, sondern auch nach dem "Wozu" - das heißt: "Braucht er den Skisport oder braucht der Skisport ihn?"
Um eine mögliche Antwort zu skizzieren, wühlte der ehemalige Skirennläufer in der Sportgeschichte, und zwar disziplinübergreifend.
Der Rücktritt vom Rücktritt sei kein neues Phänomen, meinte Dopfer: "Muhammad Ali, Michael Jordan oder Tom Brady kamen nach ihrem vermeintlichen Karriereende zurück."

"innerer Frieden" für Hirscher?

Bei seinem Verweis beschränkte sich Dopfer jedoch nicht bloß auf die womöglich größten Sportler im Boxen (Ali), Basketball (Jordan) und Football (Brady). Er bezog seine Ausführungen auch auf den spanischen Golfer José María Olazábal, der mit 58 Jahren weiter den Schläger schwingt.
Olazábal habe einmal gesagt: "Ich werde älter, mein Golf ist nicht mehr so gut, wie es mal war. Natürlich habe ich keine Chance mehr, aber es ist wunderbar, immer noch Turniere zu spielen. Ich spüre hier so eine Art inneren Frieden."
Vielleicht, so schloss Dopfer den Vergleich, finde sich Hirscher "in dieser Erklärung auch ein Stück weit wieder". Denn er selbst spreche schließlich bei seinem Comeback "von einem Herzensprojekt".
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Quelle: Eurosport


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