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Sofia Goggia im Interview: "Fühle mich jetzt freier" - Speed-Queen nach schwerer Verletzung wieder optimistisch
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Update 22/10/2024 um 00:08 GMT+2 Uhr
Sofia Goggia ist die Speed-Queen im Weltcup. Viermal gewann sie den Abfahrtsweltcup; die fünfte Kristallkugel schien in Reichweite, bis die Italienerin sich im Februar-Training das Schienbein und den Schienbeinknöchel des rechten Beins brach. Die Saison war zu Ende, die Führung im Abfahrtsweltcup nicht zu halten. Im Eurosport-Interview spricht Goggia über ihr Comeback, Cowboy-Hüte und einen Adler.
Goggia exklusiv zum Comeback: "Das ist das Ziel"
Quelle: Eurosport
Sofia Goggia hat eine harte Zeit hinter sich. "In den ersten zwei Monaten nach der Verletzung dachte ich, dass ich tot bin. Körperlich, geistig und emotional war es eine schwierige Phase", erklärte die 31-Jährige vor Kurzem in Salzburg.
Der Sturz ereignete sich am 5. Februar im Training in Ponte di Legno. Schienbein und Schienbeinknöchel waren gebrochen, der Weltcup-Winter gelaufen.
Besonders bitter: Goggia führte zu dem Zeitpunkt die Wertung im Abfahrtsweltcup an, nach ihrem Ausfall sicherte sich die Österreicherin Cornelia Hütter die kleine Kristallkugel.
Im wahrsten Sinne des Wortes Schnee von gestern - Goggia peilt längst ihr Comeback an. Das Ziel sei es, "zu den ersten Speed-Rennen im Dezember in Beaver Creek bereit zu sein".
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Sofia Goggia nach ihrem Sieg beim Super-G 2023/2024 in St. Moritz
Fotocredit: Imago
Im Exklusiv-Interview mit Eurosport-Expertin und Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg gibt die Speed-Queen Einblicke in ihre Vorbereitung und verrät, wie sie über die Rückkehr von Marcel Hirscher und Lucas Braathen denkt.
Sofia, wie geht es Dir rund acht Monate nach dem schweren Trainingssturz?
Sofia Goggia: Danke, es geht mir gut und ich bin sehr glücklich über meine Entscheidung, die Platte entfernen zu lassen. Das hat im Hinblick auf meinen Knöchel und das Schienbein viel verändert. Ich fühle mich jetzt freier und kann die Dinge wieder so tun, wie es vor meiner Verletzung möglich war.
Dennoch musste die Planung umgestellt werden, für wann sind die ersten Skitage angedacht?
Goggia: Es ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich vor der Saison hier auf eine Pressekonferenz komme und zuvor keinen Vorbereitungstag auf Skiern hatte. Eine neue Situation für mich. Ich plane, je nach Witterung, in den kommenden Wochen auf die Ski zu kommen und werde dann mindestens einen Monat in Copper Mountain. Wenn alles läuft, werden wir gute Fortschritte auf dem Ski erzielt haben. Das Ziel ist es, zu den ersten Speed-Rennen im Dezember in Beaver Creek bereit zu sein.
Du hast Dich im vergangenen Winter stark im Riesenslalom verbessert. Welche Auswirkungen hat die Verletzung auf diese technische Disziplin?
Goggia: Ich habe immer daran geglaubt, dass sich die technische Arbeit, die wir investiert haben, auch positiv auf die Speed-Disziplinen auswirkt. Wir werden das in der Vorbereitung auf den kommenden Winter fortsetzen, aber es bleibt mir nicht genug Zeit, um die ersten drei Riesenslaloms der Saison zu fahren. Die technische Arbeit nutze ich, um mir die nötige Stabilität für den Speedbereich zu verschaffen. Mein detailiertes Rennprogramm steht noch nicht fest, aber ich werde sicher auch im Riesenslalom starten.
Es wäre natürlich ein großartiges Comeback. Ich bin sehr gespannt, für welchen Schritt sich Lindsey Vonn entscheidet.
Der Fokus gilt aber den Speed-Wettbewerben, oder?
Goggia: Ich habe derzeit weder den Riesenslalom, noch die Rennen generell im Fokus. Meine Konzentration gilt dem Aufbau der Stabilität, der Gesundheit und der Fähigkeit, mein Potenzial auf die Ski zu bringen. Alles andere kommt dann Schritt für Schritt.
Nun gibt es seit geraumer Zeit Spekulationen um ein Comeback von Lindsey Vonn. Wie siehst Du das?
Goggia: Ja, es wird darüber gemunkelt. Ich habe von den Gerüchten gehört, weiß aber nicht, was wahr ist und was nicht. Wir müssen uns alle überraschen lassen. Aber dass sie wieder Ski fährt, zeigt, dass sie gesund ist - und das freut mich sehr. Es wäre natürlich ein großartiges Comeback. Ich bin sehr gespannt, für welchen Schritt sie sich entscheidet.
Es ist nicht nur der Sieg, der zählt. Nein, du willst dieses Foto mit dem Adler. Das ist doch besser.
Bei den Männern stehen im kommenden Winter durch Marcel Hirscher und Lucas Braathen zwei spektakuläre Comebacks an.
Goggia: Als Lucas vor einem Jahr seinen Rücktritt bekannt gegeben hat, habe ich gesagt: 'Ich schließe nicht aus, dass er wiederkommt.' Die Wahrscheinlichkeit war doch sehr hoch. Das Comeback von Marcel ist dagegen ebenso überraschend wie jenes von Lindsey, wenn sie sich dafür entscheiden sollte.
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Sofia Goggia gewinnt 2022 die Abfahrt von Lake Louise und bekommt einen Cowboy-Hut
Fotocredit: Getty Images
Du wirst aller Voraussicht nach am 6. Dezember bei der Abfahrt von Beaver Creek in den Weltcup zurückkehren.
Goggia: Genau, aber ganz ehrlich: Was ich an Beaver Creek am meisten mag, ist dieses Foto mit dem Adler, dass die Siegerin machen darf. Natürlich müssen wir uns auf die Leistung fokussieren und wir wollen alle gewinnen. Wenn du aber noch ein übergeordnetes Premium-Ziel hast - ich denke da an die Kuh in Val d'Isère, die Glocken in Crans-Montana ...
... oder den Cowboy-Hut in Lake Louise.
Goggia: Stimmt! Ich habe so sehr davon geträumt, den einmal zu gewinnen. 2021 habe ich in Lake Louise den Hattrick geschafft (drei Siege an drei Tagen, A.d.R.), aber es war das einzige Jahr, wo sie den Hut nicht verliehen haben. Im nächsten Winter habe ich dann an Ort und Stelle zwei Abfahren für mich entschieden - und zwei Hüte bekommen. Solche Dinge helfen dir, schneller Ski zu fahren. Es ist nicht nur der Sieg, der zählt. Nein, du willst dieses Foto mit dem Adler. Das ist doch besser.
Vielen Dank für das Gespräch, Sofia.
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Quelle: Eurosport
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