Sölden: DSV-Stars Straßer und Co. trauen Hirscher und Braathen viel zu - wie schlägt sich das Duo beim Comeback?
Update 25/10/2024 um 18:34 GMT+2 Uhr
Die Rückkehr von Marcel Hirscher und Lucas Braathen auf die Weltcup-Bühne ist das heißeste Thema im Vorfeld des Saisonauftakts in Sölden. Beide Athleten zählten während ihrer aktiven Zeit zu den Besten ihrer Zunft - aber kann das Duo trotz seiner Pause wieder an seine Erfolge anschließen? Beim DSV traut man Hirscher und Braathen in ihrer Comeback-Saison viel zu und freut sich auf den Rummel.
Slalom-Kugel? Straßer exklusiv: "Werde alles in Gang setzen"
Quelle: Eurosport
"Die können beide gewinnen", legte sich Slalomspezialist Linus Straßer im exklusiven Interview mit Eurosport direkt fest.
Während Hirscher nach fünf Jahren Abstinenz an seine Erfolge anknüpfen will, sind bei Braathen lediglich nur zwölf Monate seit seinem Rücktritt vergangen. Darin sieht Straßer einen Vorteil für den Slalom-Weltcupsieger von 2023.
"Er war nur eine Saison weg, das kann vielleicht sogar etwas Positives sein", meinte der fünfmalige Weltcupsieger in Bezug auf den Norweger, der ab sofort für Brasilien an den Start geht.
Doch auch Hirscher wähnt Straßer auf einem guten Weg. "Marcel ist körperlich wahrscheinlich genau so fit wie zu seiner aktiven Zeit, wenn nicht sogar noch fitter", führte er aus. "Wenn das Material stimmt, das ist die Grundvoraussetzung, kann er um Siege mitfahren."
Baumann über Hirscher: "War seiner Zeit immer voraus"
Einen DSV-Speedfahrer verbindet eine langjährige Geschichte mit Hirscher - nämlich Romed Baumann.
Der 38-jährige Österreicher, welcher seit 2019 für den Deutschen Skiverband an den Start geht, erinnerte sich bei Eurosport an die gemeinsamen Zeiten mit dem drei Jahre jüngeren Hirscher zurück.
"Marcel kenne ich noch aus unserer gemeinsamen Zeit im Nachwuchs", so Baumann, der damals noch im Slalom gegen seinen Landsmann angetreten ist. "Er war seiner Zeit immer voraus."
Vom Comeback des achtmaligen Gesamtweltcupsiegers erwartet sich Baumann so einiges. "Marcel ist eine mentale Maschine und wird relativ schnell anfangen zu performen. Körperlich ist er sowieso gut drauf, ich traue ihm einiges zu."
Maier sieht Braathen vor Hirscher
In dieselbe Kerbe schlägt auch Baumanns Speedkollege Andreas Sander. Der Abfahrts-Vizeweltmeister von 2021, dem aufgrund einer Mitochondrien-Erkrankung das Saisonaus droht, zählt Hirscher und Braathen nach wie vor zu den Besten - und erwartet sich auch einen positiven Effekt für Ski Alpin.
"Für unseren Sport sehe ich das extrem positiv", bewertete er das Comeback der Superstars bei Eurosport. "Das Medieninteresse an unserem Sport wird gerade zum Auftakt so groß sein wie noch nie."
Auf einen sofortigen Sieg von einem der beiden würde Sander aber wohl nicht wetten. "Ich lasse mich gerne überraschen. Aber ich habe das Gefühl, dass beide erst einmal reinkommen müssen. Auch wenn es Wettkampfmonster sind", so Sander. "Gerade Hirscher kann weit über sich hinaus wachsen. Wenn er das immer noch so kann wie früher, dann ist alles möglich."
DSV-Alpinchef Wolfgang Maier hat vor allem Braathen auf dem Zettel. Der 24-Jährige "fährt richtig gut, das habe ich anhand der Trainingsergebnisse gesehen", schilderte Maier im Rahmen der DSV-Einkleidung in Nürnberg. "Er ist auf einem völlig anderen Niveau zu sehen wie Marcel Hirscher, weil er wirklich vorne mit den Topleuten mitfahren kann."
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