Spindlermühle - Lena Dürr nach erstem Slalomsieg ihrer Karriere überwältigt: "Es ist unglaublich"

Lena Dürr feierte in Spindlermühle ihren ersehnten ersten Slalomsieg. Auf den Tag zehn Jahre nach ihrem Triumph im Parallelslalom in Moskau bezwang sie Dominatorin Mikaela Shiffrin in Tschechien und konnte ihr Glück kaum fassen. "Dass es heute so klappt, ist unglaublich", freute sich die Münchnerin. 5462 Tage nach ihrem Debüt im Weltcup platzte endlich der Knoten - selbst Shiffrin freute sich mit.

"Wahnsinn!" Dürr knackt Shiffrin auf dem Weg zum ersten Slalomsieg

Quelle: Eurosport

Lena Dürr konnte es nicht fassen. Wie angewurzelt stand sie im Zielhang, nachdem Mikaela Shiffrin mit 0,06 Sekunden Rückstand auf die Münchnerin über die Linie fuhr. Erst als die Teamkolleginnen und die US-Amerikanerin ihr zum ersten Slalomsieg ihrer Karriere gratulierten, regte sich Dürr. "Ich kann es gar nicht glauben", sagte die 31-Jährige überwältigt im tschechischen Spindlermühle.
Einen Tag zuvor hatte sie sich Shiffrin noch geschlagen geben müssen. Doch am Sonntagmorgen hatte nicht einmal die Dominatorin des Slalom-Weltcup eine Chance gegen Dürr – obwohl die 85-fache Weltcupsiegerin als Führende mit einem satten Polster von 0,67 Sekunden in den zweiten Durchgang startete.
"Ìhr Vorsprung war schon groß, daher dachte ich nicht, dass es heute noch möglich ist", gestand Dürr im "ZDF". Doch in Tschechien, wo sie am Samstag den dritten Podestplatz der Saison eingefahren hatte, gelang ihr eine perfekte Fahrt. "Ich habe versucht, wieder alles reinzulegen. Ich habe versucht, alles zu riskieren", sagte Dürr.
Und das machte sich bezahlt: Mit der zweitbesten Laufzeit schob sie sich an Shiffrin vorbei – am Ende trennten die beiden nicht mehr als ein Wimpernschlag. Dass Dürr nicht etwa von einem Aus der 27-Jährigen profitierte, sondern sie "auf offenem Feld" schlug, machte die Vorstellung der DSV-Athletin noch beachtlicher.
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Dürr mit großen Emotionen - die Siegerehrung zum Slalom in Spindlermühle

Quelle: Eurosport

Dürr lacht: "Hat eine Weile gedauert"

"Das hätte ich ihr nie zugetraut", sagte ein beeindruckter Alpinchef Wolfgang Maier. Doch nach den starken Fahrten in diesem Winter wusste Dürr, die sich in der Form ihres Lebens befindet, um die eigene Stärke. "Wir wussten schon, dass es möglich ist. Man muss eben selbst perfekte Läufe erwischen und sie muss vielleicht ein bisschen schwächeln", sagte Dürr im "ZDF".
5462 Tage nach ihrem Weltcupdebüt löste sich nun endlich der vielzitierte Knoten. "Es hat eine Weile gedauert", lachte Dürr im Ziel bei der "ARD". Nah dran war sie häufig genug. Acht Mal hatte sie bereits auf dem Podium gestanden, zahlreiche Male hatte sie – wie bei den Olympischen Spielen in Peking – den Triumph nur um Zehntel verpasst oder im letzten Moment aus der Hand gegeben.

Maze spricht Dürr Mut zu

Eine Endlosschleife? "Es ist immer sehr schwierig, wenn man in ein paar wichtigen Rennen einen großen Fehler gemacht hat", sagte die zweimalige Olympiasiegerin Tina Maze in der zurückliegenden Wocheexklusiv gegenüber Eurosport. Einzig der Knoten müsste sich für die "super Skifahrerin" einmal lösen: "Das ist eine mentale Sache. Es muss alles einmal zusammenpassen, und von da an wird es einfacher sein."
Der Knoten löste sich nun am 29. Januar in Spindlermühle. Auf den Tag zehn Jahre nach ihrem Sieg im weniger bedeutenden Parallelslalom beim City-Event in Moskau und exakt 35 Jahre nach dem einzigen Podestplatz ihres Vaters Peter feierte Lena Dürr nun den größten Erfolg in ihrer Karriere. "Es waren lange zehn Jahre, aber wir haben nie aufgegeben", freute sich Dürr: "Es ist so cool, dass es heute funktioniert hat."
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Lena Dürr bejubelt ihren ersten Slalomsieg

Fotocredit: Imago

Dürr: "Es ist unglaublich"

Mehr als zehn Jahre nachdem Maria Höfl-Riesch im finnischen Levi triumphierte, gewann eine Deutsche damit wieder einen Slalom – und verhinderte zumindest vorerst, dass Shiffrin die historische Marke von 86. Weltcupsiegen des Schweden Ingemar Stenmark egalisierte. "Dass es heute so klappt ist unglaublich!"
Drei Wochen vor dem Slalom bei den alpinen Skiweltmeisterschaften in Courchevel-Méribel (live und on-demand bei discovery+) setzte die Münchnerin damit eine eindeutige Duftmarke, auch in Richtung Topfavoritin Shiffrin.

Shiffrin gratuliert Dürr

Doch selbst die geschlagene US-Amerikanerin, die sich mit dem Gewinn der kleinen Kristallkugel über den verpassten Rekord hinwegtrösten konnte, freute sich mit Konkurrentin Dürr: "Es ist Lenas Tag, durch und durch. Ich denke, Deutschland feiert heute Nacht und das mehr als verdient."
Schon am Vormittag auf der Siegerehrung stiegen die Emotionen in Dürr dann aber doch noch nach oben. Während der Nationalhymne schossen der 31-Jährigen erste Tränen in die Augen. Am Abend meldete sich Dürr bei Instagram zu Wort, postete einige Bilder von der Spindlermühle und schrieb - weiterhin ohne große Worte: "Wenn alles passt!"
Bis Dürr ihren Triumph wirklich realisieren kann, wird wohl zumindest noch diese eine Nacht vergehen müssen.
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Dürr fehlen nach Slalom-Triumph die Worte: "Hat eine Weile gedauert"

Quelle: Eurosport

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