Cornelia Hütter exklusiv bei Eurosport über Heim-WM in Saalbach, Material-Entwicklung und Gründe für Weltcupsiege
Publiziert 10/01/2025 um 17:51 GMT+1 Uhr
Cornelia Hütter gehört in dieser Saison erneut zu den schnellsten Speed-Fahrerinnen. Die Österreicherin kann bereits einen Sieg im Super-G in St. Moritz sowie einen Abfahrtstriumph in Beaver Creek vorweisen. Wenige Wochen vor der Heim-WM in Saalbach (ab 4. Februar) verspürt Hütter aber keinen besonderen Druck: "Es ist eine Ehre, dass ich mit dem, was ich gerne mache, andere Leute begeistern kann."
Hütter exklusiv: WM in Saalbach wird ein "irrsinniges Skifest"
Quelle: Eurosport
In Saalbach werde es im Februar "ein irrsinniges Skifest", sagte die 32-Jährige im Eurosport-Interview mit Viktoria Rebensburg. Durch ihre Erfahrung wisse sie mittlerweile aber: "Wenn ich am Start stehe, fokussiere ich mich darauf, was ich zu tun habe. Schnell Skifahren und nicht, wie viele Leute mir zuschauen oder dass meine Familie da ist."
Die schweren Verletzungen in ihrer Karriere (u.a. ein Kreuzband- und Meniskusriss 2017 sowie ein weiterer Kreuzbandriss 2020) hätten ihr etwas Wichtiges klargemacht: "Da habe ich gesehen, dass es mir noch so viel gibt und Spaß macht. Ich will nicht daheim zuschauen, sondern mitmischen und um die Siege mitkämpfen."
Dies gelingt der achtmaligen Weltcupsiegerin, die Weihnachten und Silvester zu Hause im wenig winterlichen Graz verbrachte, in den vergangenen Jahren immer besser. 2023/24 krönte sich Hütter erstmals zur Siegerin im Abfahrtsweltcup.
Im Gespräch mit Eurosport äußerte sich die 32-Jährige auch zu den nicht immer ungefährlichen Materialentwicklungen im Speed-Bereich und die Gründe für ihre Erfolge.
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Hütter schlägt zu, Vonn heimlicher Star - Highlights Super-G
Quelle: Eurosport
Wie hast du die Pause um Weihnachten und Silvester verbracht?
Cornelia Hütter: Der Kalender ist natürlich sehr komprimiert und es geht auch so weiter. Deswegen habe ich mich die letzten beiden Wochen etwas rausgenommen. Ich konnte die Zeit daheim genießen. Bei mir ist nicht so viel Winter. Es ist also ein guter Kontrast und schön, da ein paar Tage einzustreuen.
Du hattest einen super Start in die Saison. Was sind für dich die Gründe für diese Erfolge?
Hütter: Viele Tage harte Arbeit, die niemand sieht. Jeder sieht jetzt das Resultat, dass ich gut und stabil Ski fahre. Das ist nicht selbstverständlich. Der Sommer ist oft lang, zäh und intensiv. Das kostet viel Energie. Aber die letzten Jahre habe ich gemerkt, dass es ein Privileg ist. So bin das angegangen. Dann geht alles viel leichter. Und dann noch schnell Skifahren ist natürlich noch lässiger. Es macht viel Spaß.
In der Vorbereitung habe ich geschaut, dass ich die Tage bestmöglich nutze und meine Technik verbessere. Das ist nicht immer einfach. Jeder steht mal mit dem falschen Fuß auf. Trotzdem sollte man auch an diesen Tagen das Positive sehen. Daraus kann man sehr viel lernen. Ich stehe morgens auf und es macht viel Spaß. Und wenn dabei noch schnelles Skifahren rauskommt, dann ist es umso lässiger.
Kommt diese Einstellung vielleicht auch mit der Erfahrung und dem Alter?
Hütter: Ich bin schon lange im Weltcup dabei und musste leider auch durch Verletzungen zwei, drei Jahre daheim auf der Couch verbringen. Da habe ich gesehen, dass es mir noch so viel gibt und Spaß macht. Ich will nicht daheim zuschauen, sondern mitmischen und um die Siege mitkämpfen. Auch wenn es mal nicht so toll ist, bei Schnee, minus 20 Grad und viel Wind. Dann ist der Arbeitstag natürlich nicht lustig.
Das sind die Kleinigkeiten, die sich in den letzten Jahren bei mir vom Kopf her geändert haben. Man wird reifer und erwachsener. Dass sich die Persönlichkeit weiterentwickelt, ist ganz normal. Die Routine ist im Speedbereich sehr wichtig. Die konnte ich sammeln und kann sie jetzt gut nutzen.
Es stehen Heimrennen in St. Anton für dich an. Sorgt das bei dir eher für Druck oder Vorfreude? Wie gehst du damit um?
Hütter: Es macht mir nichts aus. Immer wenn Super-G- oder Abfahrtsrennen sind, ist es cool, Rennen zu fahren. Egal, wo ich bin. Jeder Ort hat einen speziellen Flair oder das gewisse Etwas. Uns schauen im Fernsehen viele Leute zu. Wenn ich mir da beim Heimweltcup den Druck oder Sorgen machen würde, dann ist man mit den Gedanken eh ganz wo anders. Wenn ich am Start stehe, fokussiere ich mich darauf, was ich zu tun habe.
Schnell Skifahren und nicht, wie viele Leute mir zuschauen oder dass meine Familie da ist. Es sind Nebengeräusche, die sehr cool sind. Es ist eine Ehre, dass ich mit dem, was ich gerne mache, auch andere Leute begeistern kann. Ich sehe es so, dass sie sich mitfreuen, mitleiden und die Achterbahnfahrt einer Karriere mitmachen. Heimrennen sind sehr cool, aber es ist im Endeffekt nur ein Speedrennen.
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Hütter nach Sieg in St. Moritz: "Jeder Schwung fühlt sich anders an"
Quelle: Eurosport
Die Heim-WM in Saalbach (4. bis 16. Februar live bei Eurosport und discovery+) wird aber sicher etwas Besonderes sein.
Hütter: Wenn man schnell Ski fährt, kommen auch viele Nebengeräusche, Medien und Interviews. Das sind Aufgaben, die man in gewisser Weise erfüllen muss. Ich muss mir aber einen Freiraum nehmen und auch mal 'Nein' sagen. Natürlich ist es schön, wenn man im Fokus ist und in der Öffentlichkeit steht. Die Priorität ist aber dennoch von Start bis Ziel. Das ist wichtig. Ich weiß, dass es bei der Heim-WM ziemlich auf das ganze Team einprasseln wird.
Skination Österreich und dann eine Heim-WM. Saalbach wird ein irrsinniges Skifest auf die Beine stellen. Wenn ich aber schon mit diesem Gedanken hingehe, kann mich nicht mehr viel überraschen.
Das Material hat sich in den vergangenen Jahren viel entwickelt. Es ist aggressiver geworden. Vor allem bei den Herren gab es leider auch einige Stürze. Wie nimmst du es bei den Damen wahr? Hast du das Gefühl, es geht in eine gewisse Richtung und testest du Sachen?
Hütter: Natürlich testet man und versucht, sich weiterzuentwickeln. Wenn man von der Einstellung her aggressiv ist, den kürzesten Radius mit dem meisten Druck und die engste Linie fahren kann, dann ist es schnell. Ich glaube schon, dass gewissermaßen das Limit erreicht ist. Man muss es aber mit Gefühl der Fahrweise anpassen. Es muss bei jedem Einzelnen individuell betrachtet werden. Man kann es nicht pauschal sagen.
Für mich weiß ich, dass ich in den vergangenen Jahren eine ziemlich konstante Einstellung beim Material fahre und einen Grundplan habe. Wir probieren natürlich viel. Ich finde es wichtig, dass man sich weiterentwickelt. Aber man sollte nicht von A nach B laufen und keinen Plan haben. Man braucht eine Grundstruktur beim Material und dem Setting und darf nicht wirr herumtesten.
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Quelle: Eurosport
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