Furioses Comeback geht weiter: Lindsey Vonn straft in St. Anton die Kritiker lügen und geht befriet nach Cortina

Lindsey Vonn ist wieder da: In St. Anton am Arlberg belegte die US-Amerikanerin in Abfahrt und Super-G den sechsten beziehungsweise vierten Platz. Im zweiten Weltcup seit ihrem Comeback zeigte die 40-Jährige, dass sie mit der absoluten Weltspitze mithalten kann. Damit straft sie auch einige Skeptiker an ihrer Rückkehr nach fünf Jahren ohne Rennen Lügen - und jetzt kommt ihr Lieblings-Weltcuport.

"Mit der Brechstange": Vonn fährt nächstes Top-Ergebnis ein

Quelle: Eurosport

In Cortina d'Ampezzo, wo am kommenden Wochenende eine Abfahrt und ein Super-G stattfinden werden (Samstag und Sonntag ab 11:00 Uhr live auf discovery+ und im Liveticker), konnte Vonn in ihrer Karriere zwölf Weltcup-Rennen gewinnen - jeweils sechs in Super-G und Abfahrt.
Die US-Amerikanerin überzeugt bei ihrem Comeback mit neugewonnener Gelassenheit - und einem gewissen Ehrgeiz. "Ich habe nichts mehr zu verlieren, ich habe schon alles erreicht", sagte sie beim "ORF" nach ihrem sechsten Platz in der Abfahrt von St. Anton.
Vonn wirkte am Arlberg mit sich im Reinen, entspannt schoss sie Fotos von ihrer Teamkollegin und Überraschungssiegerin Lauren Macuga, strahlte im Zielbereich und vor den Mikrofonen mit der Sonne um die Wette und kündigte nach Platz vier im Super-G an, das Top-Ergebnis "mit ein paar Red-Bull-Wodka" zu feiern.
Vonn hat allen Grund zum Optimismus: In St. Moritz zu Beginn ihres Comebacks ließ sie mit Platz 14 schon aufhorchen, in St. Anton legte sie nun noch einen drauf. "Ich denke, ich bin in einer sehr guten Situation", sagte sie gegenüber Eurosport.
"Ich will jeden Tag ein bisschen besser werden und auf meinen Ergebnissen aufbauen. Es ist perfektes Timing, dass es jetzt nach Cortina geht. Mein Selbstvertrauen ist enorm hoch und auch mein Material wird stetig besser."

Vonn kann noch schneller werden

Für Vonn hätte die Saisonplanung zum aktuellen Zeitpunkt tatsächlich kaum besser laufen können. Ging es in St. Anton noch um die emotionale Rückkehr, bei der die Top-Ergebnisse fast wie ein Bonus wirkten, kann sie nun mit einem gefüllten Selbstvertrauensspeicher in ihr Lieblingsrennen in Cortina gehen.
Dabei ist offensichtlich, dass Vonn auf der Piste noch Luft nach oben hat. In St. Anton deutete sie ihre typische Fahrweise, die sie vor ihrem ersten Rücktritt 2019 auszeichnete, erst in Ansätzen an. Ihre "Vonn-Schwünge" mit extremer Innenlage und dadurch oft einer direkteren Linie, konnte sie bisher noch nicht über einen kompletten Lauf in den Schnee bringen.
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"Sensationell!" Vonn bei Abfahrtscomeback mit Top-Ergebnis

Quelle: Eurosport

"Ich weiß genau, wo ich mich noch verbessern kann, wo ich schneller sein kann", sagte Vonn dem "ORF". Neben ihrer offensichtlichen Gelassenheit erhielt sie sich einen weiteren Charakterzug aus dem ersten Teil ihrer Karriere: ihren Ehrgeiz.

Vonn will nicht bloß mitfahren - sie will gewinnen

Vonn wagte dieses Comeback mit 40 Jahren und einem künstlichen Kniegelenk nicht, um noch ein paar Mal im Weltcup mitzufahren - sondern um zu gewinnen.
Taktisch sieht sie sich schon wieder auf dem Niveau von früher, körperlich wird es besser: "Es geht jetzt um die letzten zehn bis 15 Prozent, von denen ich weiß, dass ich sie erreichen kann. In Cortina kann ich selbstbewusst fahren, ich bin zuversichtlich, dass ich dort an meine Bestform herankommen kann", sagte sie bei Eurosport.
Das sieht auch die Eurosport-Expertin Viktoria Rebensburg so: "Vonn ist eine heiße Kandidatin in Cortina, sie kennt die Strecke und hat daran sehr gute Erinnerungen", sagte sie auf Nachfrage.
"Ihre Leistung, gerade im Super-G, war sehr stark, weil die Verhältnisse bei ihr eigentlich nicht mehr so gut waren. Sie ist sehr gut Ski gefahren, hatte super Schwünge dabei. Wenn die Verhältnisse so gut sind, wie wir sie von Cortina gewohnt sind, ist sie da eine Kandidatin fürs Podium. Man hat ihr auch im Interview angesehen, dass sie da einiges vorhat."

Vonn rechnet mit den Kritikern ab

Nicht wenige hatten ihr eine derartige Leistung nach so langer Zeit ohne Wettkampfpraxis nicht zugetraut. Den Kritikern kann die US-Amerikanerin nun auch mit einem Lächeln begegnen.
"Es gibt so viele Leute, die Quatsch über mich reden", sagte sie im "ORF"-Interview. "Egal, ob ich gewinne oder Letzte werde, das wird nie aufhören. Das bedeutet mir allerdings nichts. Ich weiß, wozu ich imstande bin und wie ich das mache. Ich habe viel Spaß und in meinem Team herrscht eine Superstimmung. Das ist alles, was für mich zählt." Das Gerede der anderen sei ihr "scheißegal".
"Dieses Wochenende war eine gute Antwort. Ich werde immer mit meinem Herzen fahren und Vollgas geben. Das ist jetzt das Resultat", sagte sie über ihre Ergebnisse in St. Anton.
Diese sind nicht nur als Kampfansage an ihre Kritiker zu verstehen, sondern auch an die Konkurrenz. Wenn Vonn immer besser wird, muss sich die einstige "Speed-Queen" vor niemandem verstecken - nicht nur in Cortina.
Vonns "Wohnzimmer" wird übrigens auch der Schauplatz der Olympischen Spiele 2026 sein.
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Spektakel in St. Anton: Vonn-Show und Blanc-Märchen - Highlights

Quelle: Eurosport


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