Gesamtweltcup: Wer nutzt den Ausfall von Mikaela Shiffrin? Gut-Behrami, Goggia, Brignone und Co. im Favoriten-Check
Update 19/12/2024 um 10:10 GMT+1 Uhr
Die schwere Verletzung von Mikaela Shiffrin hat die Karten im Ski-Sport der Damen neu gemischt. Die Abwesenheit des US-amerikanischen Superstars stellt für fünf Läuferinnen die goldene Chance auf den ganz großen Wurf dar. Neben Titelverteidigerin Lara Gut-Behrami rechnen sich auch Federica Brignone und Sofia Goggia Chancen im Gesamtweltcup aus. Ein blutjunges Duo will für Furore sorgen.
Gut-Behrami legt vor, Goggia kontert - Highlights vom Super-G
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Die Rückkehr von Mikaela Shiffrin steht in den Sternen.
Auf die rätselhafte Verletzung im Riesenslalom von Killington folgten jüngst Komplikationen und ein operativer Eingriff. Stand jetzt verpasst Shiffrin die Weltmeisterschaften in Saalbach-Hinterglemm (4. bis 16. Februar 2025 live und on-demand bei discovery+), ein Saison-Aus steht im Raum.
Die Kristallkugeln, ob groß oder klein, sind für die siebenmalige Weltmeisterin bereits jetzt futsch - für ein Quintett wurden die Quoten hingegen plötzlich unheimlich attraktiv.
Im Gesamtweltcup wurden die Karten neu gemischt. Der Schlagabtausch zwischen den komplettesten Fahrerinnen auf dem Planeten könnte sich bereits am Wochenende in St. Moritz (live und on-demand bei discovery+) zuspitzen.
Wer nutzt jetzt das Rampenlicht? Wir stellen fünf Kandidatinnen vor.
Gut-Behrami: Die Meisterin kommt in Schwung
Die Tränen beim Saisonstart in Sölden ließen Zweifel aufkommen. Klinisch war Lara Gut-Behrami kerngesund, das Knie bereitete ihr dennoch Probleme - mental fühlte sich die zweimalige Weltmeisterin nämlich einfach nicht bereit, an den Start zu gehen.
Einen Monat nach der emotionalen Absage des Auftaktwochenendes folgte in Killington ein mäßiges Riesenslalom-Comeback (13.), zwei Wochen später klopfte die 33-Jährige in Abfahrt (3.) und Super-G (2.) schließlich wieder ganz oben an.
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Gut-Behrami sagt Sölden-Start ab: Schweizerin erklärt Gründe
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"Ich bin sehr zufrieden. Es war wichtig, mein Skifahren wiederzufinden. Das ist das Wichtigste", erklärte sie im Interview mit dem Schweizer "Blick".
Als Titelverteidigerin und bewährte Spezialistin im Riesenslalom, Super-G und in der Abfahrt steht Gut-Behrami natürlich ganz oben auf der Favoritenliste.
Noch rangiert die Schweizerin mit 160 Punkten auf Platz zehn im Gesamtweltcup. Am kommenden Wochenende stehen bei ihrem Heimspiel in St. Moritz aber zwei Super-G auf dem Programm. Für die Olympiasiegerin von 2022, die im Engadin bereits drei Siege und fünf weitere Podestplätze eingefahren hat, der ideale Zeitpunkt, das Fundament für ihre dritte große Kristallkugel nach 2015/16 und 2023/24 zu legen.
Rast und Ljutic: Zwei unverhoffte Anwärterinnen
Der Blick auf das Gesamtklassement lässt den ein oder anderen Beobachter nach den ersten Wochen verblüfft zurück: Von der Spitze grüßt die Schweizerin Camille Rast mit 287 Punkten, einen Rang hinter der Zweitplatzierten Shiffrin (245) liegt die erst 20 Jahre alte Kroatin Zrinka Ljutic (202).
In Killington gelang Rast der endgültige Durchbruch: Einen Tag nach ihrem dritten Platz im Riesenslalom eroberte die 25-Jährige im Slalom den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere. Nach einem derartigen Coup sehnt sich Ljutic zwar noch, mit vier zweiten Plätzen in diesem Kalenderjahr ist der Sprung nach ganz oben aber nur noch eine Frage der Zeit.
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Rast feiert ersten Weltcupsieg mit Arschbombe in den Pool
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So beeindruckend der Saisonstart der beiden auch war - im Gesamtweltcup wird das Duo auf Dauer jedoch eher kein Wörtchen mitreden (können). Denn: Zwei Disziplinen sind im Titelkampf mit Gut-Behrami und Co. schlichtweg zu wenig. Rast macht mit Auftritten im Europacup zwar Avancen, in die Speed-Disziplinen einzutauchen, vor dem Youngster liegt aber noch ein weiter Weg.
Immerhin: Shiffrins Abwesenheit wirkt sich natürlich auch auf die einzelnen Disziplinwertungen aus - und genau dort könnte die Stunde der beiden Technikerinnen schlagen.
Brignone muss auf Worte Taten folgen lassen
Im vergangenen März sorgte Federica Brignone mit Vorwürfen gegen Shiffrin für Aufsehen. "Als es darauf ankam, ist sie nicht aufgetaucht, als wollte sie die Hände in den Schoß legen", ätzte die Italienerin gegen ihre Rivalin, der sie fehlenden Kampfgeist vorwarf. Im Januar hatte Shiffrin drei Rennen ausgelassen, Gut-Behrami wurde zur großen Nutznießerin und war daraufhin im Gesamtweltcup nicht mehr einzufangen.
Neun Monate später kann es Brignone besser als Shiffrin machen und der Schweizerin einen heißen Fight bis zum Schluss liefern. Seit Jahren ist sie eine Bank im Super-G, in der Abfahrt machte sie in der vergangenen Saison wieder einen großen Sprung nach vorn. So lag sie in der Endabrechnung nur 135 Punkte hinter Gut-Behrami.
Da die gebürtige Mailänderin auch im Riesenslalom zu den Besten der Welt gehört, ist sie die ideale Herausforderin für Gut-Behrami - mit einem kleinen, aber feinen Vorteil: Die Kombinationsweltmeisterin von 2022 macht immer wieder Abstecher in den Slalom-Weltcup.
Sollte es auf einen Showdown zwischen den beiden Rivalinnen hinauslaufen, geht es um jeden Punkt - da kann ein 28. Platz im Slalom schon mal zum Zünglein an der Waage werden.
Goggia: Rock'n'Roll an der Spitze
Für Furore sorgte zuletzt das fulminante Comeback von Sofia Goggia. Mit Platz zwei in der Abfahrt und ihrem Sieg im Super-G lieferte Goggia in Beaver Creek neben ihrer Samba-Einlage im Zielraum wieder einmal Rock'n'Roll auf der Piste ab.
Härte, Technik, Instinkt - etwa zehn Monate nach dem Bruch ihres rechten Schienbeins und Schienbeinknöchels ist die Abfahrtsolympiasiegerin von 2018 bereits wieder zur Königin der Speed-Damen aufgestiegen.
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Traumlauf: Comebackerin Goggia rast zum Sieg im Super-G
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Aber hat die 32-Jährige auch das Zeug zur großen Kristallkugel? Seit jeher ist Goggia im Riesenslalom unterwegs, in der Saison 2016/17 landete sie sogar auf Platz drei der Disziplinenwertung. Im vergangenen Winter war in sieben Rennen ein 16. Platz ihr schlechtestes Ergebnis.
Ob sich die 25-malige Weltcupsiegerin auch in dieser Saison unter die Technikerinnen mischt, ist noch offen. Der Dreierpack aus Abfahrt, Super-G und Riesenslalom verhalf ihr vor sieben Jahren zu Platz drei im Gesamtweltcup - ihr bis dato bestes Ergebnis. Aktuell liegt Goggia im Gesamtweltcup auf Rang sechs (180) und damit vor Brignone (8./174) und Gut-Behrami (10./160).
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Schwerer Sturz im Super-G - Delago kommt mit Schrecken davon
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