Lindsey Vonn überzeugt bei spektakulärem Comeback in St. Moritz und sendet klares Signal an das Heer ihrer Kritiker

Lindsey Vonn hat bei ihrem viel beachteten und teils heftig kritisierten Comeback im Weltcup eine starke Leistung gezeigt. "Es fühlt sich so gut an, die Schmetterlinge und das Adrenalin wieder zu spüren, sich selbst zu pushen", erklärte die Ski-Ikone nach Platz 14 im Super-G von St. Moritz. Es sei ein "perfekter Start" gewesen, so Vonn, die 2141 Tage nach ihrem bislang letzten Rennen zurückkehrte.

"Was für eine grandiose Leistung": Vonn is back!

Quelle: Eurosport

Lindsey Vonn zeigte sich sehr zufrieden mit ihrem Comeback, strahlte und ließ gleichzeitig keinen Zweifel daran, dass sie noch mehr von sich erwartet.
"Heute ging es nicht darum, irgendwas Spezielles zu zeigen", teilte die 40-Jährige mit - es ging ums Reinkommen.
Da sich die Strecke wellig gezeigt habe, sei sie im ersten Rennen "an einigen Stellen eher eine konservative Linie gefahren, aber in anderen Passagen war ich wirklich schnell", erklärte Vonn am Eurosport-Mikrofon: "Ich bin nahe dran, wirklich dabei zu sein, aber ich bin noch nicht komplett dran."
Trotzdem war die Vorstellung auf der Engiadina-Piste ein starkes Argument, um die vielen Kritiker abzustrafen, die die spektakuläre Rückkehr als Schnapsidee abkanzelten.
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‘I was a little bit stressed’ – Vonn reflects on overcoming 'nerves' in World Cup comeback

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Vonn: "Viele haben geredet, aber das ist mir scheißegal"

"Ich weiß genau, was ich machen kann. Viele Leute haben geredet, aber das ist mir scheißegal", befand Vonn.
In der Tat blies dem Superstar der Wind mitunter rau ins Gesicht, nachdem der Comeback-Plan publik geworden war. "Wenn sie das mit kaputtem Knie und der Prothese wirklich macht, hat sie einen Vollschuss", polterte Ski-Legende Franz Klammer beim Portal "Oe24".
Deutschlands Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier erläuterte im Gespräch mit "Sport 1", dass es sich seiner "Meinung nach nur um eine Show handelt. Das grenzt an Verarschung."
Sie habe gedacht, dass Vonn "so bescheuert nicht sein kann", monierte indes die einstige Riesenslalom-Weltmeisterin Sonja Nef im "Blick"-Interview.

Vonn dosiert das Risiko (noch)

Nach einem bescheuerten Projekt sieht es derzeit aber nicht aus. Vonn überzeugte im ersten Rennen nach fast sechs Jahren Pause und hatte im Ziel als gute 14. "nur" 1,18 Sekunden Rückstand auf Siegerin Cornelia Hütter.
"Der ganze Tag hat mich sehr happy gemacht, ich genieße jede Sekunde", schwärmte Vonn später: "Insgesamt war es heute der perfekte Tag. Das Wetter, die Kurssetzung, das Publikum. Ich kann nicht nach mehr verlangen, das ist zu 100 Prozent Wahnsinn." Hätte sie einen besseren Start im ersten Sektor hingelegt, wäre sogar ein Top-10-Platz möglich gewesen.
Hütter dürfte da kaum widersprechen, im Gegenteil: Die Österreicherin schwärmte vom Stil der US-Amerikanerin. "Ich habe Lindsey schon vorher in Beaver Creek und in Copper Mountain gesehen. Dieses Gefühl wird sie auch mit 80 Jahren haben", so die aktuell Zweite der Gesamtweltcupwertung.
Vonn sei für sie "schon als junge Fahrerin, als ich in den Weltcup kam, eines der großen Vorbilder" gewesen: "Ich habe immer zu ihr aufgeschaut."
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Hütter schlägt zu, Vonn heimlicher Star - Highlights Super-G

Quelle: Eurosport

Noch sind die Resultate nicht entscheidend für Vonn. Ein "solides Ergebnis" sei das Ziel gewesen, sie habe "nicht zu viel riskieren" wollen, erläuterte die 82-malige Weltcupsiegerin, die ihre Laufbahn im Februar 2019 (vorerst) beendet hatte.

Vonn optimistisch: "Stabil, stark und balanciert"

Der Körper der Ausnahmesportlerin war gezeichnet, vor allem das rechte Knie bereitete Sorgen. Also ließ Vonn eine Teilprothese einsetzen, die ihr das schmerzfreie Comeback erst erlaubte.
Für sie ist das jetzt Schnee von gestern. "Ich denke niemals über mein Knie nach", sagte Vonn: "Ich habe dieses Gefühl seit 2013 nicht mehr gehabt, seit meinem ersten Kreuzbandriss. Es ist nichts geschwollen, ich habe keine Schmerzen. Ich denke nur daran, wie ich fahren sollte."
Spielt das Knie weiter mit und hält den enormen Belastungen der Speed-Disziplinen stand, scheint das erste Top-10-Ergebnis nur eine Frage der Zeit. Sie sei "stabil, stark und balanciert", versicherte Vonn in St. Moritz. Das Abenteuer hat gerade erst begonnen ...
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Hütter nach Sieg in St. Moritz: "Jeder Schwung fühlt sich anders an"

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