Tamara Tippler bricht Comeback-Versuch nach Baby-Pause vorzeitig ab - und kritisiert den ÖSV nach Rücktritt scharf
VonJan Zesewitz
Update 21/03/2025 um 13:57 GMT+1 Uhr
Während sich die Top-Alpin-Athleten auf das Saisonfinale im Sun Valley in den USA vorbereiten, hat Tamara Tippler einen Schlussstrich unter ihre aktive Karriere gezogen. Die 33-jährige Österreicherin bricht damit ihren Comeback-Versuch nach Baby-Pause ab - eine unrühmliche Hauptrolle bei dieser Entscheidung soll aber wohl auch der ÖSV und Cheftrainer Roland Assinger gespielt haben.
Tamara Tippler beendet nach einem Comeback-Versuch ihre Karriere
Fotocredit: Getty Images
"Der Weg zurück ist steinig genug, und wenn man dann noch einen Felsen in den Weg gelegt bekommt, macht es das auch nicht einfacher", sagte Tippler im Interview mit dem "ORF".
Ihren letzten Weltcup absolvierte sie im März 2023 in Kvitfjell. Nach der Geburt ihres Kindes wollte sie sich in die Weltspitze zurückkämpfen - in ihrer Karriere stand sie insgesamt zehnmal in Super-G und Abfahrt auf dem Podium. Nach einem abgebrochenen Versuch in der Abfahrt von Beaver Creek zu Beginn der Saison entschied sie nun: Das war's.
Am ÖSV und Trainer Asslinger übte sie scharfe Kritik. Unter der aktuellen Führung habe sich ein negatives Klima eingeschlichen. Vieles geschehe "von oben herab". Nach schlechten Leistungen werde man "regelrecht ausgedämpft". Im Startbereich hätte es schon Tränen gegeben, "bevor jemand losgefahren ist".
"Kommunikation kann konstruktiv hart sein, das muss man aushalten. Man kann nicht immer mit Samthandschuhen angegriffen werden", sagte Tippler und fuhr fort: "Wenn man sich so in der Privatwirtschaft verhält, dann gibt es diese Firma bald nicht mehr."
Cheftrainer wehrt sich gegen die Kritik
Ein einschneidendes Erlebnis sei ihr beim Weltcupfinale 2024 in Saalbach passiert. Sie wäre "geduldet, nicht erwünscht" habe man ihr zu verstehen gegeben und zudem aus dem Athleten-Hotel ausquartiert.
Beim Comeback-Versuch in Beaver Creek fühlte sie sich dann noch nicht bereit für die Abfahrt - laut eigener Aussage der Anfang vom Ende ihrer angestrebten Rückkehr. Beim nächsten Versuch seien "zu schlechte Körpersprache, zu schlechte Trainingsleistungen, zu schlechte Einstellung" als Gründe für eine Nichtberücksichtigung genannt worden.
Trainer Asslinger wehrte sich beim "ORF" gegen die Kritik Tipplers. Die 33-Jährige habe mit Meinhard Tatschl einen eigenen Trainer zur Seite gestellt bekommen, der sie beim Comeback unterstützen sollte. Für die Rennen und Überseetraining habe die Grundfitness bei der Österreicherin gefehlt: "Der Abfahrtssport ist höchstgefährlich, wie wir wissen, da muss man zu 100 Prozent fit sein", sagte er.
"Wir reden von Leistungssport, da zählt die Leistung, und wenn die Leistung nicht da ist, dann kann man nicht starten, weil man zu langsam ist. Ich glaube, das ist ihr ein wenig aufgestoßen", sagte Asslinger, der niemanden aus "Mitleid" starten lassen wollte. Für Tippler haben sich diese Fragen nun erledigt, sie stehe "wie das Amen im Gebet" zu ihrer Entscheidung zum Karriereende.
Das könnte Dich auch interessieren: Kampf um die Kristallkugeln - Darum geht es noch im Sun Valley
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/03/14/4109307-83323788-2560-1440.png)
Highlights: Hundertstel-Krimi - Brignone gewinnt Heimspiel
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung