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Thomas Dreßen meldet sich im Weltcup zurück - DSV-Star peilt nach Matterhorn-Absage Comeback an
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Publiziert 29/10/2022 um 11:02 GMT+2 Uhr
Vergangenes Wochenende hätte Thomas Dreßen gerne sein lang ersehntes Comeback im Skizirkus gefeiert. Aufgrund der wetterbedingten Absage der umstrittenen Matterhorn-Abfahrt verschiebt sich die Rückkehr des 28-Jährigen aber auf das Speed-Wochenende in Lake Louise. Dreßen erklärt im Interview mit Eurosport seine Ziele für den WM-Winter und wie er sich Schritt für Schritt zurückkämpfen will.
Dreßen exklusiv: "Matterhorn-Absage nervt"
Quelle: Eurosport
Im Februar 2021 hatte sich Thomas Dreßen einer Operation am vorgeschädigten rechten Knie unterzogen. Seitdem bestritt der Oberbayer kein einziges Rennen mehr, verpasste die Olympischen Winterspiele in Peking.
Die Absage der Matterhorn-Abfahrt hätte den fünfmaligen Weltcupsieger zwar "genervt", der Aufschub seines Comebacks habe jedoch auch seine Vorteile.
Immerhin kehrt der 28-Jährige dadurch erst in Lake Louise (22. bis 27. November live auf Eurosport und discovery+) auf die Piste zurück - die Strecke, auf der er im November 2019 einen überraschenden Comeback-Sieg feiern konnte. "Da ist Lake Louise natürlich besser. Für mich sogar doppelt, weil es dort schon einmal gut gelaufen ist. Ich weiß also, worauf es ankommt", erklärt Dreßen gegenüber Eurosport.
Angesichts etwaiger Saisonziele gibt sich Dreßen Ende Oktober noch etwas zurückhaltend. Die Weltmeisterschaft in Courchevel und Méribel hat der Speed-Spezialist aber bereits fest im Blick: "Natürlich ist es mein Ziel, dort dabei zu sein."
Das Interview führte David Marcour
Die Premiere der spektakulären Abfahrt von Zermatt wurde aufgrund der ungünstigen Wetterbedingungen abgesagt. Wie haben Sie die Verschiebung Ihres Comebacks aufgefasst?
Thomas Dreßen: In erster Linie hat es mich natürlich genervt, dass das Rennen nicht stattfindet. Nach der langen Zeit, in der ich kein Weltcup-Rennen bestritten habe, wäre das für mich brutal wichtig gewesen. Gleichzeitig ist es aber ein gutes Zeichen. Wenn mich eine Absage so nervt, weiß ich, dass ich vom Kopf her wieder bereit bin. Das ist eine super Sache. Als Profis und Freiluftsportler sind wir darin geübt, den Fokus nach vorne zu richten. So ist es auch jetzt. Ich versuche, die Zeit zu nutzen, die ich durch die Absage geschenkt bekommen habe. Dementsprechend heißt es, ab sofort ruhig zu bleiben und die beiden Trainingswochen in Amerika gut zu absolvieren.
Können Sie einschätzen, wie weit Sie in Ihrer Vorbereitung zurzeit sind?
Dreßen: Nein, eben nicht. Deswegen wäre das Rennen für mich auch wichtig gewesen. Natürlich trainiert man viel mit anderen Nationen und zieht auch Vergleiche zum Vorjahr: Wie war die Konkurrenz in der letzten Saison unterwegs? Wie sind sie jetzt drauf? Man kennt ja viele Athleten. Zwar weiß ich jetzt, wo ich im Training stehe, jedoch nicht im Rennen. Aber so ist es eben. Wir haben bereits mit genügend anderen Athleten trainiert, sodass ich weiß, dass mein Grundspeed wieder vorhanden ist. Aber eine Weltcup-Abfahrt ist etwas ganz anderes. Da sind noch viel mehr Qualitäten gefordert. Dort ist es wichtig für mich zu sehen, ob meine Stärken schon wieder da sind und wo es noch hapert. Hakt es im technischen oder taktischen Bereich oder schätze ich Situationen falsch ein? Bei einer Abfahrt entscheide ich mich intuitiv, wie ich sie fahre. Dementsprechend muss ich das Training jetzt nutzen. Dann wird das schon passen.
Welche Ziele setzen Sie sich für die Saison und ist ein Podestplatz schon eine Option?
Dreßen: Jein. Langfristig ist es mein Ziel, dass ich wieder dorthin komme, wo ich schon einmal war und dann noch den nächsten Schritt nach vorne mache. Das Ziel ist immer, besser zu werden. Auch nach meiner Verletzung ist es für mich wichtig, dass ich weiß, wo ich hin will. Auf jeden Fall will ich wieder Rennen gewinnen und hoffentlich mal um eine Kugel fahren. Aber das wird nicht von heute auf morgen geschehen. In den letzten zwei Jahren ist viel passiert. Andere Athleten haben einen Schritt nach vorne gemacht. Daher ist es wichtig, dass ich meinen Standort bestimme. Von dort weg muss ich dann aufbauen. Ich werde aber nicht beim ersten Rennen am Start stehen und mir vornehmen: Da fahre ich aufs Podium. Mein Ziel ist es, dass ich nach wie vor mein persönliches Maximum abrufe.
Für diese Standortbestimmung ist es wahrscheinlich von Vorteil, dass Sie in Lake Louise auf einer Strecke starten, auf der Sie schon gewonnen haben. Kann man der Absage von Zermatt daher auch etwas Positives abgewinnen?
Dreßen: Klar. Eine neue Strecke ist für jeden Neuland. Eine solche Piste muss man natürlich erst interpretieren können. Mir wäre es wichtig gewesen, ein Gefühl dafür zu bekommen, wo ich meine Stärken ausspielen kann, was die Strecke von mir fordert und dass man einen Plan hat, wie man sie am schnellsten runterfahren kann. Da ist Lake Louise natürlich besser. Für mich sogar doppelt, weil es dort schon einmal gut gelaufen ist. Ich denke, ich weiß, worauf es bei dieser Abfahrt ankommt.
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Thomas Dreßen freut sich auf seine Rückkehr
Fotocredit: Getty Images
Wie hat es sich für Sie angefühlt, in der Vorbereitung wieder mit Ihrer Mannschaft unterwegs zu sein?
Dreßen: Es war schön, wieder dabei zu sein. Ob in Chile, in Sölden oder auch bei den Konditionskursen im Sommer. Das war einfach cool. Man sagt ja nicht immer vor dem Training: Heute fahren wir uns einen aus. Aber man sieht sich die eigenen Zeiten an und schaut, wo die Teamkollegen stehen. So pusht man sich ständig gegenseitig. Wenn der Spaß untereinander auch noch dabei ist, macht es das umso besser.
Nachdem Sie die Olympischen Spiele in Peking aufgrund ihres letztjährigen Ausfalls nicht wieder bekommen, wiegt dieser Verlust eventuell gar nicht so schwer, weil diese Saison die Weltmeisterschaft in Courchevel und Méribel auf dem Programm steht?
Dreßen: Was heißt, der Ausfall bei Olympia ist nicht so schlimm? Die Olympischen Spiele finden nur alle vier Jahre statt, daher muss ich jetzt wieder vier Jahre warten. Für mich war es aber nicht so gravierend, da mein Körper an erster Stelle steht. Wenn ich auf diesen nicht acht gegeben hätte, wäre eine Teilnahme an den Winterspielen 2026 auch schwer gewesen. Daher haben wir das ganz gut gelöst.
Haben Sie die WM bereits im Hinterkopf?
Dreßen: Natürlich ist es mein Ziel, bei der WM dabei zu sein. Ich glaube, dass wir eine starke Mannschaft haben, die auch in der Vergangenheit immer gut performt hat. Das komplette Team hat über den Sommer hinweg einen Schritt nach vorne gemacht. Deshalb wird es schwierig, mich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Also ist es wichtig, dass mein Fokus auf mir selbst liegt und ich mich nicht von irgendetwas ablenken lasse. Ich weiß, zu was ich in der Vergangenheit fähig war und ich hoffe, dass ich das wieder zusammenbringe.
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