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Wengen - Hilde Gerg nimmt Athleten nach Horror-Stürzen am Lauberhorn in die Pflicht: "Es ist ihr Körper..."
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Publiziert 14/01/2024 um 16:04 GMT+1 Uhr
Hilde Gerg hat die Athleten nach den schlimmen Stürzen am Lauberhorn in Wengen in die Pflicht genommen. "Es ist schwierig, den Rennkalender aufrecht zu erhalten", sagte die Slalom-Olympiasiegerin von 1998 im exklusiven Eurosport-Interview. "Ich glaube, da müssen die Athleten mehr mitsprechen. Man darf nicht nur zur FIS sagen, die Athleten brauchen mehr Mitsprache-Recht. Sie müssen es einfach tun."
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Aleksander Aamodt Kilde, Alexis Pinturault und Marco Kohler waren in Wegen schwer gestürzt. Dominator Kilde erlitt eine Schnittwunde am Bein, Prellungen und eine ausgekugelte Schulter. Pinturault riss sich das vordere Kreuzband im linken Knie. Auch der Schweizer Kohler zog sich eine Kreuzbandverletzung zu.
"Es ist ihr Körper. Sie selbst sind diejenigen, die riskieren und dort runterfahren", sagte Gerg. Den Weltverband FIS sieht die 20-fache Weltcupsiegerin nicht in der Pflicht: "Wenn sie (die Athleten, Anm. d. Red.) selbst sagen, sie möchten diese Abfahrten nicht da und da nachholen, dann wird man darauf reagieren", ist sich die 48-Jährige sicher.
Für die Speed-Spezialisten standen in den vergangenen drei Tagen drei Rennen auf der längsten Weltcupstrecke des Rennkalenders am Lauberhorn auf dem Programm. Hinzu kamen zwei Trainingsläufe am Dienstag und Mittwoch. Neben dem Super-G und der Klassiker-Abfahrt wurde am Donnerstag bereits eines der in Beaver Creek abgesagten Abfahrtsrennen auf verkürzter Strecke nachgeholt.
Gerg appelliert daher an die Eigenverantwortung der Sportler. "Es sind viele Dinge, die im Wandel sind. Da sind die Athleten auch selbst gefragt, sich konstruktiv einzubringen", so die Olympiasiegerin.
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Gerg möchte FIS nicht die Schuld geben
Pinturault war wenige Tage vor Beginn der 94. Internationalen Lauberhornrennen Vater einer Tochter geworden. "Er fährt nach Hause, weil er ein Kind bekommt, geht aus dem Rennrhythmus raus, dann reist er wieder an. Warum bleibe ich nicht gleich zwei Wochen zu Hause, wenn meine Frau ein Kind hat?", fragt Gerg. "Vielleicht wäre er lieber da gewesen. Man ist als Athlet manchmal ein bisschen zu unehrlich zu sich selbst."
Auch Kilde sei vor den Rennen angeschlagen gewesen, aber trotzdem aus eigenem Antrieb an den Start gegangen. "Man kommt als Athlet in einen Zwiespalt, aber man sollte immer ehrlich mit sich sein und sagen okay, dann bin ich halt mal nicht dabei. Mikaela Shiffrin hat es vorgemacht", verdeutlicht Gerg.
Gerg wolle der FIS "ausnahmsweise" nicht die Schuld an den schlimmen Stürzen geben. "Es ist schwierig. Auf der einen Seite möchte man Rennen, die ausgefallen sind, nachholen. Die Saison hat bei den Herren gerade im Speed-Bereich mit vielen Ausfällen begonnen. Es war eigentlich klar, dass sich im Januar und Februar alles bündelt", erklärte die Eurosport-Expertin.
FIS-Renndirektor Markus Waldner möchte die Praxis der Nachholrennen nach den vielen Ausfällen überdenken.
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