Weltcup in Wengen: Hermann Maier und Bernhard Russi schießen gegen Super-G am Lauberhorn: "Schlechter Kompromiss"
VonNiklas Bien
Publiziert 16/01/2026 um 09:00 GMT+1 Uhr
Das Weltcup-Wochenende in Wengen startet am Freitag mit dem Super-G. Aus Sicht der Ski-Legenden Bernhard Russi und Hermann Maier sollte es gerade diesen Wettbewerb am Lauberhorn aber gar nicht geben. Die zweite Speed-Disziplin in Wengen dauerhaft ins Programm zu nehmen, sei "ein schlechter Kompromiss", so Russi. Von Seite der aktiven Fahrer gibt es aber Unterstützung für einen Super-G in Wengen.
Von Allmen exklusiv vor Wengen: "Etwas ganz Besonderes für mich"
Quelle: Eurosport
Das Wochenende in Wengen hat beinahe die komplette Bandbreite des Alpin-Weltcups zu bieten: Am Freitag geht es mit dem Super-G los (live im TV bei Eurosport, im Stream bei HBO Max und ab 12:30 Uhr im Liveticker), am Samstag folgt die legendäre Lauberhornabfahrt, bevor der Slalom am Sonntag den Schlusspunkt in der Schweiz setzt.
Gerade das Auftaktevent am Freitag sorgt bei den Ski-Legenden Bernhard Russi und Hermann Maier aber für Stirnrunzeln.
"Ich könnte verstehen, dass man in Wengen den Super-G als Notlösung ins Programm nehmen würde, wenn an einem andern Weltcuport ein Rennen ausgefallen ist", erklärte Russi dem "Blick": "Aber dass man hier diese Sparte fix ins Programm aufnimmt, ist in meinen Augen ein schlechter Kompromiss."
Österreichs Ski-Ikone Maier pflichtet dem Schweizer bei. Es sei "kaum ein Unterschied zur Abfahrt" erkennbar, so der Super-G-Olympiasieger von 1998 gegenüber dem "Blick".
Die schlauchartige Piste würde einen abwechslungsreichen Super-G schon per se verhindern.
Um den Super-G überhaupt deutlich von der Abfahrt zu unterscheiden, müssten die Tore im Grunde in den Wald hineingesetzt werden, so Maier.

Franjo von Allmen ist einer der Favoriten im Super-G in Wengen.
Fotocredit: Getty Images
Wengen: Stars widersprechen Legenden
Während die Meinung der beiden früheren Weltklasse-Rennfahrer eindeutig ist, denken die heutigen Stars deutlich positiver über das zweite Speed-Event neben der Lauberhornabfahrt.
"Passagen wie das Brüggli-S machen diesen Super-G zu etwas ganz Speziellem", sagte etwa Vorjahressieger Franjo von Allmen dem "Blick".
Aus Sicht des Italieners Christof Innerhofer ist der Super-G in Wengen auch deshalb wichtig, um die Balance zwischen technischen und schnellen Rennen herzustellen.
"In Beaver Creek und auch in Kitzbühel haben wir Super-Gs für die starken Techniker, in Gröden und Wengen gibt es die richtig schnellen Super-Gs für die Abfahrer", erklärte der 41-Jährige.
Die Meinungen über den Super-G gehen auseinander, Russi hat indes schon einen konkreten Ersatz im Kopf. "Es gäbe für mich auf dieser Piste viel geeignetere Formate, zum Beispiel die Sprint-Abfahrt", so der 77-Jährige.
Super-G oder Sprint-Abfahrt?
Auch Tom Stauffer, Cheftrainer der Schweizer Alpin-Männer, ist grundsätzlich ein Freund der Speed-Disziplin mit zwei Durchgängen - das Gelände in Wengen sei aber nicht wirklich dafür geeignet.
Zum einen, weil selbst die verkürzte Abfahrt am Lauberhorn vergleichsweise lang wäre, und zum anderen, "weil die Athleten nach dem ersten Abfahrtslauf ja wieder alle mit dem Zug zum Start des zweiten Durchgangs hinauf müssten", erklärte Stauffer im "Blick".
So wird der Super-G in Wengen wohl Teil des Weltcup-Programms bleiben - ab 12:30 Uhr gehen Marco Odermatt und Co. am Freitag an den Start.
Das könnte Dich auch interessieren: Kriechmayr exklusiv: "Dann schaffe ich es eben nicht"
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/01/15/image-d9ae9784-192c-4841-b4cd-0f9937149e34-85-2560-1440.png)
Wengen zu zweit: Feuz und Buechel filmen die Lauberhornabfahrt
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung