Vincent Kriechmayr exklusiv vor den Weltcuprennen am Lauberhorn in Wengen: "Vielleicht muss ich mehr ans Limit gehen"
VonThomas Gaber
Update 15/01/2026 um 18:24 GMT+1 Uhr
Vincent Kriechmayr ist ein echter Klassiker-Spezialist. Der Österreicher gewann in seiner erfolgreichen Karriere die Abfahrten in Wengen, Kitzbühel, Bormio und Gröden. In diesem Jahr reist Kriechmyr mit gemischten Gefühlen ans Lauberhorn. Nach einem starken Saisonauftakt lief zuletzt nicht mehr viel zusammen. Im exklusiven Gespräch mit Eurosport zeigt sich der 34-Jährige selbstkritisch.
Kriechmayr exklusiv: Darauf kommt es beim Wengen-Klassiker an
Quelle: Eurosport
"Ich bin in Amerika gut in die Saison gestartet, habe aber in den letzten vier Rennen definitiv zu viele Fehler gemacht", sagte Kriechmayr.
Das Rezept des Österreichers auf dem Weg zurück in die Erfolgspur ist eine erhöhte Risikobereitschaft. "Ich muss besser Skifahren und wohl mehr ans Limit gehen", so Kriechmayr.
Nach den Rängen 9, 13 und 24 in Gröden schied der Doppelweltmeister von 2021 zuletzt beim Super-G in Livigno aus und ließ seinem Frust anschließend freien Lauf. Im "ORF"-Interview auf seine guten Teilzeiten angesprochen, sagte der "Vinc": "Das ist mir scheißegal. Ich habe einen Haufen Fehler auf einmal gemacht und bin ausgeschieden."
Mit Wengen und Kitzbühel stehen nun zwei Abfahrts-Klassiker auf dem Programm. Legendäre Weltcuporte, wo Kriechmayr schon große Siege einfuhr. An den Lauberhornrennen (Fr./Sa./So. live auf Eurosport und HBO Max) schätzt er insbesondere die "fantastische Atmosphäre".
Kriechmayr erklärt: Wengen so faszinierend
In der Abfahrt sei angesichts zweieinhalb Minuten Fahrzeit vor allem Ausdauer gefragt und ein gutes erstes Renndrittel. "Man kann im oberen Teil so viel Zeit verlieren, die man unten nicht mehr aufholen kann. In Kitzbühel und Bormio gibt es sicher mehr Action, aber Wengen hat eine gewisse Faszination. Wenn man eine neue Abfahrtsstrecke bauen würde, müsste man sie so bauen wie am Lauberhorn", sagt Kriechmayr.
Mit 34 Jahren ist der Speedspezialist ein "alter Hase" im Weltcup, kann sich aber immer noch etwas von den Konkurrenten abschauen.
"Natürlich braucht man eine gute Technik, Ausdauer und Mut, um Abfahrten wie Wengen, Bormio oder Kitzbühel zu überstehen. Aber entscheidend ist der Kopf. Und da ist Marco Odermatt sicher der Stärkste von uns. An ihm sollte man sich orientieren, wenn es um die mentale Komponente geht", so Kriechmayr.
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Highlights: Kriechmayr dominiert bei Wetter-Chaos im Super-G
Quelle: Eurosport
Olympia-Medaille für Kriechmayr nicht entscheidend
Neben 19 Weltcupsiegen und den beiden WM-Titeln 2021 gewann Kriechmayr 2021 die kleine Kristallkugel im Super-G - eine glanzvolle Karriere, der nur noch Edelmetall bei Olympia fehlt.
"Es ist sicher ein Ziel von mir, in Cortina eine Medaille zu gewinnen. Aber wenn ich es nicht schaffe, dann schaffe ich es eben nicht. Ich bin mit meiner Karriere auch so zufrieden", sagt Kriechmayr und ergänzt: "Ich bin von schweren Verletzungen verschont geblieben (klopft sich mit der linken Hand dreimal auf den Kopf., d. Red.), bin schon lange dabei und habe immer noch Spaß am Rennen fahren."
Eurosport-Experte Johan Clarey, der mit 40 noch einmal Dritter auf der Streif in Kitzbühel wurde, will Kriechmayr aber nicht nacheifern: "Ich kann mir nicht vorstellen, noch sechs weitere Jahre im Weltcup zu fahren."
In Wengen geht es für Kriechmayr erstmal darum, wieder in die Spur zu finden. Notfalls mit mehr Risiko.
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Quelle: Eurosport
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