Weltcup in Wengen - das Erfolgsrezept von Schweiz-Speedstar Franjo von Allmen: Kontrollierter Kontrollverlust

Franjo von Allmen ist aufgrund seiner riskanten Fahrweise ein echter Hingucker bei den alpinen Speedrennen. Dort, wo die Konkurrenten Gas raus nehmen, tanzt der Schweizer gerne auf der Rasierklinge. Seine Risikobereitschaft hat von Allmen, gepaart mit seinem herausragenden fahrerischen Können, schon große Siege eingebracht - aber auch die eine oder andere Schrecksekunde.

Von Allmen exklusiv vor Wengen: "Etwas ganz Besonderes für mich"

Quelle: Eurosport

Franjo von Allmen haute sich mehrfach heftig auf den Helm und hielt sich kurz das Knie. Eine mögliche schwere Verletzung konnte der Abfahrtsweltmeister von Saalbach durch seine Blitzreaktion in der Luft aber verhindern.
Weil er beim Super-G auf der Saslong in Gröden vor dem ersten Sprung einen Fehler am Außenski beging, hebelte es von Allmen aus. Die Ski überkreuzten sich in der Luft, von Allmen verlor das Gleichgewicht. Geistesgegenwärtig versuchte er den Fliehkräften akrobatisch entgegenzuwirken, um den Aufprall auf der pickelharten Piste abzufedern.
Letztlich kam der 24-Jährige mit dem Schrecken davon. "Das war schon fies, aber mir geht es gut", kommentierte von Allmen seine Harakiri-Aktion. Einen Tag später in der Abfahrt hatte er am gleichen Sprung erneut Probleme, blieb aber im Rennen und schnappte sich seinen vierten Weltcupsieg.
Von Allmen führt die Tradition großer Skirennläufer wie Franz Klammer, Bode Miller oder Cyprien Sarrazin fort, die mit extremer Risikobereitschaft fahren und sich dabei mit den Grenzen des Machbaren duellieren.
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"Wilder Hund!" Von Allmen stürzt und sorgt für Schrecksekunde

Quelle: Eurosport

Legende Russi: "Franjo ist verrückter als andere"

"Franjo geht noch etwas verrückter rein als der Rest. Wenn die anderen die Ski geradeaus laufen lassen, probiert er immer noch einen halben Meter und ein Zehntel herauszuholen durch eine aggressivere Linie", analysierte die Schweizer Skilegende Bernhard Russi.
Doch der Hang zur Übertreibung birgt enormen Gefahren. Sarrazin bezahlte im Dezember 2024 in Bormio fast mit seinem Leben, weil er schon im Training absolut ans Limit ging.
Nach den Ereignissen von Gröden nahm sich Beat Feuz, Abfahrts-Olympiasieger von 2022, seinen Landsmann von Allmen zur Brust. "Franjo hat in den letzten Jahren nach unkontrollierten Sprüngen mehrmals großes Glück gehabt. Wenn er diesbezüglich nicht sofort über die Bücher geht, wird das nicht noch einmal einen ganzen Winter gutgehen", sagte Feuz.
Von seinem Teamkollegen Alexis Monney wurde er jüngst "verrückter Hund" getauft, wie von Allmen im Gespräch mit Eurosport vor den Weltcuprennen am Lauberhorn in Wengen (Fr./Sa./So. live auf Eurosport und HBO Max) verriet.

Von Allen gibt zu: Während der Fahrt nicht alles unter Kontrolle

Der Doppel-Weltmeister von Saalbach gibt zu, dass er "während der Fahrt nicht immer alles unter Kontrolle" habe. Allerdings sei er in der Vorbereitung auf die Saison 2025/26 etwas geläutert.
"Ich habe im Sommer an meiner Stabilität auf den Skiern gearbeitet. Ich wollte mich nach vorne pushen und schneller werden - ohne dabei zu viel Risiko zu nehmen. Das mit dem Risiko war bei mir eher so eine 50/50-Geschichte", sagte von Allmen zu Eurosport mit einem breiten Grinsen.
Auch wenn er in Beaver Creek und Gröden jeweils im Super-G ausschied, ist von Allmen mit seiner bisherigen Saison "wirklich zufrieden". Neben dem Sieg in Gröden stehen die Ränge zwei, drei und vier auf seiner Habenseite.
An seine Heimrennen in Wengen hat von Allmen sehr gute Erinnerungen. Beim Debüt im vergangenen Jahr gewann er auf Anhieb den Super-G und wurde Zweiter in der Abfahrt.
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Schweizer Überflieger dominieren Abfahrt: Highlights aus Gröden

Quelle: Eurosport

Odermatt: "Von Allmen ist mein größter Konkurrent"

"Vor der heimischen Kulisse und dem Panorama fahren zu dürfen, ist für uns Schweizer sehr besonders", sagte von Allmen, der am Lauberhorn erneut zu den großen Favoriten gehört. "Franjo ist sicher mein größter Konkurrent im Kampf um den Sieg", sagte Superstar Marco Odermatt, der von Allmen 2025 in der Abfahrt besiegen konnte.
Das gegenseitige Pushen im eigenen Team ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Schweizer in den letzten Jahren. Neben Odermatt und von Allmen ist in Wengen und in Kitzbühel in der Woche drauf auch mit Alexis Monney zu rechnen.
Neid und Missgunst gibt es infolge der harten Konkurrenzsituation aber nicht - im Gegenteil. "Wir haben abseits der Rennstrecke eine gute Zeit miteinander. Wir verbringen so viele Wochen im Jahr zusammen, da ist es sehr hilfreich, wenn man sich gut versteht", sagt von Allmen.
Den nächsten Beweis ihrer Stärke können die Schweizer schon am Freitag im Super-G am Lauberhorn antreten.
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