Johannes Kläbo: Wachser von Superstar wirft norwegischem Team Sabotage, Mobbing und Homophobie vor

Frode Pedersen, Wachser von Langlauf-Star Johannes Kläbo, hat in einem Interview mit der norwegischen Zeitung "VG" schwere Vorwürfe gegen Mitglieder des norwegischen Teams erhoben. Pedersen, dessen Vertrag beim Verband im Frühjahr nicht mehr verlängert wurde, sprach von "falschen Anschuldigungen, respektloser Behandlung, Mobbing, schwarzen Listen, Ausgrenzung und Verleumdung."

Johannes Hösflot Kläbo

Fotocredit: Imago

"Es handelt sich um faktenbasierte, konkrete Ereignisse. Ich stehe für Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und einen respektvollen Umgang mit Mitmenschen ein", betonte Pedersen und machte klar, dass es ihm nicht um eine Racheaktion nach dem Ende der gemeinsamen Zusammenarbeit gehe.
Ab 2022 hätten sich die Fronten im Team spürbar verhärtet. "Die Tatsache, dass ich umstrittene Dinge angesprochen habe, wurde gegen mich verwendet", sagte der Wachser. "Es gibt mehrere Dinge, die ich erlebt habe und bei denen ich im Nachhinein einen Zusammenhang sehe."
So sei im Wachsbus der Norweger ein Plakat mit der Aufschrift "Homo" und kurz darauf ein weiteres mit der Aufschrift "verdammter Homo" aufgehängt worden. "Sie hingen nicht bei mir. Aber ich fand es nicht lustig, und darum habe ich es angesprochen", sagte Pedersen.
Zudem habe es mehrmals Sabotageaktionen gegen seinen Schützling gegeben. Vor dem Rennen über 20 Kilometer klassisch vergangenen Winter im französischen Les Rousses seien das für Kläbo zugeteilte Wachs sowie beide Reservebehälter nicht mehr auffindbar gewesen.

Pedersen glaubt an Sabotage

Zu einem weiteren Vorfall sei es bei den Weltmeisterschaften in Planica gekommen. Vor den 15 Kilometern seien Kläbos beste Skier plötzlich verschwunden gewesen. Man habe sie überall vergeblich gesucht.
Pedersen dachte zunächst, die Skier verlegt zu haben, obwohl das noch nie vorgekommen sei. Aber dann hätten die Skier kurz vor Rennbeginn, als man keine Zeit mehr hatte, sie ausreichend zu präparieren, plötzlich wieder an ihrem gewohnten Platz gestanden. Kläbo startete mit anderen Skiern.
Und das sei noch nicht alles gewesen. Nach dem Rennen wurde festgestellt, dass der Belag des ursprünglichen Paares zerstört war. "Jemand hat sie über einen Schotterparkplatz oder Ähnliches geschleift", sagte Pedersen. "Ich weiß nicht, wohin man sie gebracht hat, aber zumindest nicht auf eine Skiloipe. Sie waren kaputt."

Missgeschick sei unwahrscheinlich

An ein Missgeschick glaube er nicht: "Auf den Skiern stehen Namen, die meisten wissen, um welche Skier es sich handelt. Und Sie fragen, ob Sie etwas ausleihen dürfen. Ich kann nicht glauben, dass die Skier in so kurzer Zeit so hässliche Kratzer bekommen haben."
Auf Nachfrage der "VG" erklärte der norwegische Skiverband, im Sommer Meldung von Pedersens Vorwürfen erhalten zu haben und der Sache nachzugehen. "Irgendwann wurde uns klar, dass wir mit einem Meldefall nach dem Arbeitsgesetz konfrontiert waren", wird Langlauf-Manager Espen Bjervig zitiert.
Die Vorwürfe werfen auch ein neues Licht auf Kläbos Entscheidung, das norwegische Nationalteam zu verlassen. Im Frühjahr verkündete der fünfmalige Olympiasieger dies mit der Begründung, dass mehrere Faktoren eine Rolle gespielt hätten.
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Kläbo, wer sonst? Das Klassik-Sprint-Finale von Lathi

Quelle: Eurosport

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