Langlauf-Legende Petter Northug attackiert norwegisches Team: "Enttäuschend und schlecht"

Langlauf-Legende Petter Northug hat die Einstellung seiner Nachfolger im norwegischen Langlaufteam besonders bezüglich Reisen scharf kritisiert. Im Interview mit "Verdens Gang" meinte der 36-Jährige: "Ich möchte, dass das Eliteteam aus hungrigen Athleten besteht, die keine Angst davor haben, drei oder vier Wochen weg zu sein. Es sollte keine Rolle spielen, solange man eine Medaille gewinnt."

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"Hungrige Athleten berücksichtigen solche familiären Dinge nicht", ergänzte Northug, der seine Karriere 2018 beendet hatte und mit 13 Titeln der erfolgreichste Langläufer bei Nordischen Ski-Weltmeisterschaften ist.
Er selbst habe eine andere Einstellung dazu gehabt, betonte der Norweger: "Mein Kopf war nicht so." Besonders in Höhentrainingslagern habe er "den Grundstein für meine Leistungsfähigkeit als Langstreckenläufer gelegt".
Daher sei diese Entwicklung im norwegischen Team "enttäuschend und schlecht", so Northug in dem Interview.
"Ich glaube, wenn man als Einzelkämpfer über einen längeren Zeitraum gewinnen und Leistung bringen will, dann kann man nicht so viel Rücksicht nehmen wie in einem Distanzteam. Sicher, sie haben sich für ihr Rennen entschieden und sind sich darin einig, aber diese Einstellung eines Eliteteams ist schade", meinte der zweimalige Olympiasieger.

Northug macht sich Sorgen um norwegischen Nachwuchs

Gerade bei den erfahreneren Sportlern gebe es häufig Familien, die bei den Reisen einbezogen würden. Er mache sich auch Sorgen, "dass es keine jüngeren Leute gibt, die in den nächsten sieben Jahren bei den Olympischen Spielen auftreten werden und die Nachfolger werden sollten".
Langstreckentrainer Eirik Myhr Nossum wehrte die Kritik von Northug allerdings ab.
Der 36-jährige Coach stellte klar: "Jeder im Team ist so direkt und ehrlich, dass jeder hier seine Meinung dazu sagt. In Anbetracht dessen, was Petter über das Reisen sagt, stimme ich ihm nicht zu." Die Sportler seien "bereit, die Arbeit zu erledigen, unabhängig davon, ob sie reisen oder nicht. Niemand hat Angst wegzugehen."
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Quelle: Eurosport

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