Nach einem Protest der russischen Delegation entschied der Ski-Weltverband FIS allerdings, Klaebo wegen der Aktion zu disqualifizieren und ihm damit sein viertes Gold der Wettkämpfe abzuerkennen. Ein Gegenprotest der Norweger wurde abgelehnt.
Dem norwegischen Verband blieb aber noch die Möglichkeit, offiziell Einspruch gegen die Disqualifikation einzulegen – dies nahm man nun wahr.
"Wir sind grundsätzlich nicht mit der Disqualifikation einverstanden, weil wir nicht sehen, dass er etwas Verwerfliches getan hat", sagte Langlaufchef Espen Bjervig dem norwegischen Rundfunk.
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"Wir denken, es ist richtig, die Disqualifikation anzufechten, weil wir mit der Entscheidung der Jury nicht übereinstimmen. Für uns war das ein normaler Rennunfall", so Bjervig weiter.

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Norwegen will Klaebo auf dem Goldrang sehen

Den Norwegern gehe es nicht darum, im Gegenzug Bolschunow zu beschuldigen – sie wollen einfach das Podium wie eingelaufen bestätigt sehen: Klaebo vor Emil Iversen und Bolschunow.
"Entweder gewinnt Klaebo oder ich, aber nicht Iversen", hatte derweil Bolschunow nach dem Rennen gesagt und bei der Siegerehrung darauf verzichtet, sich seine Medaille um den Hals zu hängen: "Mit einem Stock kann ich nicht um Gold kämpfen."
Im Duell um Gold, das Klaebo und Bolschunow schon in der Staffel zugunsten Norwegens ausgefochten hatten, lag der Russe knapp vorne und bog auf die Rechtsaußenspur ein. Klaebo wollte aus voller Fahrt noch weiter rechts vorbeiziehen, kollidierte mit seinem Gegner, wobei Bolschunows Stock brach. "Für mich fühlte es sich so an, als wollte er mich abdrängen. Auf der anderen Seite hatte er viel Platz", sagte Klaebo, der wenig Verständnis für das Vorgehen der FIS zeigte.

Klaebo enttäuscht - Iversen sieht Landsmann als moralischen Sieger

"Zuerst gab mich die FIS als Sieger bekannt und die Situation wurde als Rennzwischenfall gehandhabt. Dann änderte die FIS ihre Meinung und entschied, mich zu disqualifizieren. Ich bin sehr enttäuscht von der Art und Weise, wie die FIS mit dem Vorfall umgegangen ist und natürlich von der endgültigen Entscheidung der Jury", sagt der 24-Jährige.

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Der deutsche Bundestrainer Peter Schlickenrieder konnte dagegen mit der Entscheidung der Jury gut leben. "Wenn er meint, er muss die Spur wählen, die der vor ihm laufende Bolschunow wählt, finde ich es grenzwertig. Wenn er hintendran ist, muss er normalerweise um Bolschunow herumlaufen und die linke Spur wählen."
Der unverhoffte Champion Iversen meinte dagegen: "Das ist eine seltsame Art, Weltmeister zu werden", sagte der 29-Jährige, der nie zuvor eine große Einzelmedaille gewonnen hatte: "Für mich geht ein Traum in Erfüllung, aber für Johannes tut es mir leid und ich unterstütze die Entscheidung der Jury nicht. Ich werde ihn fest umarmen, er ist der moralische Sieger."
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