Andreas Wellinger und Karl Geiger reagieren auf Kritik von Maren Lundby - Diskussion rund um BMI-Wert "lächerlich"

Die jüngste Kritik der Norwegerin Maren Lundby an der Gewichtsoptimierung im Skispringen hat hohe Wellen geschlagen. Besonders ihre Forderungen nach einem Umdenken in Bezug auf den Umgang mit dem Body-Mass-Index stießen auf Gegenwind. Die DSV-Adler Karl Geiger und Andreas Wellinger äußerten sich nun auch zu diesem brisanten Thema, Letzterer sprach dabei sogar von einer "lächerlichen Diskussion".

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Quelle: Eurosport

"Es mag drastisch klingen, aber aktuell ist das Skispringen tatsächlich so krank, dass die Hälfte des Feldes disqualifiziert werden sollte", polterte Lundby in einem Kommentar auf der Webseite des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks "NRK".
"Wenn sie einen BMI von über 21 haben, erhalten sie laut Reglement keine Vorteile. Jedes einzelne Kilogramm über dem BMI-Grenzwert hemmt ihre Flugleistung", unterstrich Lundby.
Schlupflöcher und ungesunde Diätmethoden stoßen der Olympiasiegerin sauer auf, weshalb sie unter anderem auch eine Anhebung der BMI-Grenze fordert. Und zwar "auf ein Level, das gesund ist".
In einer Medienrunde am Mittwochnachmittag reagierte Geiger auf die harten Worte der ehemaligen Skispringerin. "Das mit den Schlupflöchern kann man ziemlich schnell ausgrenzen. Die gibt es einfach nicht", hob er hervor. "Es gibt ein Gewicht, das man haben muss. Wenn man das nicht hat, muss man die Ski kürzen."

Geiger: "Das ist kein Hexenwerk"

Spielraum für etwaige Tricks gibt es in dieser Hinsicht also nicht. "Gewicht ist das einfachste, was man kontrollieren kann. Eine Waage kann man sich für 16 Euro im Baumarkt holen. Das ist kein Hexenwerk", so der fünfmalige Weltmeister.
Eine Anhebung der BMI-Grenze hält Geiger nicht für sinnvoll - aus vielerlei Hinsicht. "Weil man dann Personengruppen, die sehr leicht oder drahtig sind, im Sport ausgrenzt", warnte er. "Wenn man es weiter verschärft, wird es zum Beispiel für einen 17-Jährigen sehr schwer, konkurrenzfähig zu werden."
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Karl Geiger stimmt der Kritik von Maren Lundby nicht zu

Fotocredit: Getty Images

Zudem hätten schon einige Athleten bewiesen, mit dem "Maximum" um die ganz großen Titel springen zu können. "Soweit ich mich erinnern kann, springt Granerud mit maximaler Skilänge und hat zweimal sehr dominant den Gesamtweltcup gewonnen", erläuterte Geiger.
Die Schattenseiten der Gewichtsoptimierung sind aber auch dem 32-Jährigen bekannt. "Krampfhafte Diäten können natürlich ungesunde Auswirkungen haben, wenn man sich runterhungert und dann den Jojo-Effekt abbekommt", sagte er. "Es ist aber definitiv möglich, diesen BMI zu haben und trotzdem gesund und leistungsfähig zu sein."

Wellinger: "Lächerliche Diskussion"

Wellinger pflichtete seinem Teamkollegen bei und befand den bisherigen Umgang mit dem BMI-Wert als richtig. "Das Anforderungsprofil im Skispringen ist nun mal so", merkte er an. "Leicht fliegt besser. Es wird auch keinen Marathonläufer mit 1,70 Metern und 75 Kilogramm geben."
Wie auch in anderen Aspekten des Lebens kommt eben auch beim Skispringen zum Vorschein, dass jeder Mensch anders ist - und in diesem spezifischen Fall machen auch die verschiedenen Stoffwechsel der einzelnen Athleten den Unterschied.
"Ich finde, dass es eine lächerliche Diskussion ist", so Wellinger. "Wenn Karl, ich und vielleicht 90 Prozent im Feld das so bestätigen würden, ist es überhaupt kein Thema, das relevant ist."
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Nächster Heimsieg: Kobayashi springt zum Doppelsieg in Sapporo

Quelle: Eurosport


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