Daniel Andre Tande war leicht angesäuert. Unter der Woche, sagte der Skiflug-Weltmeister von 2018, habe er "ein paar verflucht gute Sprünge" gezeigt. Doch jetzt, ausgerechnet beim Comeback sechs Monate nach seinem Horror-Sturz, "bin ich auf einem etwas schwächeren Niveau gesprungen". Daher der Ärger, denn: "Ich erwarte immer von mir, dass ich an der Spitze mitspringe."
Das war beim Continental-Cup auf dem Midtstubakken am Holmenkollen in Oslo nicht der Fall. Tande wurde nach Sprüngen auf 99 und 99,5 Meter nur Neunter. "Ich hatte auf bessere Sprünge gehofft", sagte er leicht geknickt, "aber ein Anfang ist gemacht." Und das war doch die wichtigste Nachricht, das sah auch Tande selbst bald ein.
"Es hat Spaß gemacht", sagte der Norweger mit etwas Abstand der Zeitung "Nettavisen". Schließlich schien es vor einem halben Jahr undenkbar, dass Tande überhaupt je wieder würde springen können. Nach seinem schweren Unfall am 25. März im Probedurchgang vor dem Skiflug-Weltcup im slowenischen Planica musste er per Intubation mechanisch beatmet werden, lag tagelang im Koma.
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"Es ist schön, ihn wieder im Wettkampf zu sehen", meinte Nationaltrainer Alexander Stöckl. Dass Tande ein bisschen "Nerven" gezeigt habe, sei positiv zu bewerten. "Das bedeutet, dass er nach wie vor motiviert ist, sein Bestes herauszuholen."
Tande selbst sprach von "brauchbaren Sprüngen, aber es kann immer noch besser werden". Platz neun, sagte der Team-Olympiasieger, gehe schon "in Ordnung". Und mit einem Lächeln fügte er an: "Ich kann mich nicht beklagen."
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