FIS-Renndirektor Sandro Pertile exklusiv im Interview: So soll sich der Skisprungsport in Zukunft verändern
VonNiklas Bien
Publiziert 13/12/2024 um 15:33 GMT+1 Uhr
Das Skispringen befindet sich im Wandel - in diesen Zeiten äußert sich das noch einmal stärker als ohnehin. Mit einer neuen Telemark-Regel und der Limitierung der Sprunganzüge setzte die FIS durchaus gewichtige Änderungen um. Wie FIS-Renndirektor Sandro Pertile gegenüber Eurosport erklärt, könnten zukünftig noch deutlich größere Einschnitte wie eine Verändung der Wettkampfformate dazukommen.
Evolution statt Revolution: Das plant FIS-Renndirektor Pertile
Quelle: Eurosport
"Wir müssen unseren Sport verbessern und modernisieren", erklärt Pertile im Eurosport-Interview. Die Ideen für dieses Vorhaben sind vielfältig - einige sind schon umgesetzt, andere auf dem Weg dorthin.
Ganz frisch sind die neue Bewertungsregelung beim Telemark, nach der misslungene Landungen noch härter bestraft werden sollen und die Limitierung auf zehn Sprunganzüge pro Springer pro Saison. Das soll für mehr Chancengleichheit sorgen, vor allem die größeren Nationen werden sich einschränken müssen.
Damit die Anzahl von zehn Anzügen eingehalten wird, wurden die Anzüge zu Beginn der Saison mit einem Chip markiert und können nun schnell und einfach kontrolliert werden.
"Manchmal braucht es kleine Schritte, manchmal große. Ich bin sehr stolz auf die beiden Anpassungen dieser Saison", sagt Pertile.
Große Änderungen nach Olympia 2026
Ein weiterer großer Schritt, der bereits beschlossen ist, ist die Zusammenlegung des Männer- und Frauenkalenders nach den Olympischen Spielen 2026.
Vor den Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo ist die Änderung nicht mehr möglich. "Wir müssen die Regeln für die Qualifikation beibehalten, aber in der Zwischenzeit müssen wir uns darauf vorbereiten, dass Männer und Frauen nach den Olympischen Spielen zusammen sein werden", betont Pertile.
Mit der Zusammenlegung der Kalender gehen auch weitere Veränderungen einher. "Wir können nicht von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends an der Schanze stehen", sagt der Italiener und nennt mögliche Folgen.
"Vielleicht müssen wir die Anzahl der Athleten ein bisschen reduzieren, mit Sicherheit müssen wir die Anzahl der Durchgänge insgesamt reduzieren", so der Renndirektor.
Pertile: Evolution statt revolution
Für den 53-Jährigen sind die einzelnen Anpassungen Teil des großen Ganzen: "Wir müssen bereit sein, unseren Sport zu modernisieren. Ich rede nie von Revolution, ich benutze lieber das Wort Evolution."
"Zeiten ändern sich, unser Publikum ändert sich. In der modernen Welt ist alles viel schneller als in der Vergangenheit", erklärt Pertile und zieht den Vergleich zu anderen Sportarten.
"Wir haben gesehen, wie die Formel 1 und der MotoGP an Sprintrennen arbeiten, der Fußball diskutiert darüber, die traditionellen 90 Minuten anzupassen. Wir müssen dafür also offen sein."
Die klaren Aussagen des FIS-Funktionärs lassen aufhorchen und lassen vermuten, dass die zwei neuesten Anpassungen nur der Anfang sind.
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