Vierschanzentournee - Die Lehren aus Garmisch-Partenkirchen: Domen Prevc und ein Gelenkbus Vorsprung
Domen Prevc dominiert das Klassement der Vierschanzentournee auch in Garmisch-Partenkirchen scheinbar nach Belieben. Felix Hoffmann und Philipp Raimund verpassen diesmal die Top fünf, können die zweite Tournee-Halbzeit in Österreich dennoch mit vollem Selbstvertrauen angehen. Das ÖSV-Team um Jan Hörl und Stephan Embacher hat derweil Blut geleckt. Die Lehren des Neujahrsspringens.
Schmitt über frechen Zajc: "Absolut überhaupt kein Verständnis"
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Angesichts der Show, die Domen Prevc bei der 74. Vierschanzentournee abzieht, gehen den Experten langsam die Superlative aus.
"Domen ist im Flow, die Sachen gelingen ihm wie von selbst", urteilte Eurosport-Koryphäe Martin Schmitt über den Sieg des 26-Jährigen beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen.
Obwohl Felix Hoffmann (6.) und Philipp Raimund (7.) erneut einen tollen Wettkampf ohne Schwächen zeigten, kommen die zwei DSV-Adler bei weitem nicht an den Branchenprimus heran.
"Man fragt sich selbst ein bisschen: Wo sind die restlichen 15 Meter auf Domen?", sagte Raimund, auch wenn er sich selbst mit seiner "Performance sehr zufrieden" zeigte.
Die Lehren aus Garmisch-Partenkirchen.
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Highlights: Prevc siegt schon wieder - zwei Österreicher auf dem Podest
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1. Ein deutscher Podestplatz ist drin
Felix Hoffmann und Philipp Raimund springen auch bei der Vierschanzentournee weiter konstant vorne mit - das ist die aus deutscher Sicht gute Nachricht des Neujahrsspringens. Zwar reichte es für die zwei aktuellen Vorzeigeadler in Garmisch-Partenkirchen nicht aufs Podium und Hoffmann verlor auch seinen dritten Platz in der Gesamtwertung.
Doch gemäß dem Wahlspruch, dass man die Tournee am Neujahrstag zwar nicht gewinnen, wohl aber verlieren kann (nachzufragen bei Stefan Kraft), spulten die beiden ihr Pensum routiniert ab und liegen zur Halbzeit absolut im Soll. "Sie haben keinen Fehler gemacht, sind immer noch im Rennen. Sie haben eine super Show gezeigt", meinte Bundestrainer Stefan Horngacher zufrieden.
Kleinere Fehler verhinderten jedoch ein besseres Ergebnis als sechs und sieben. "Es wären etwas bessere Sprünge möglich gewesen, aber ich war leider zweimal knapp am Schanzentisch", sagte Hoffmann bei Eurosport: "Das hat den Sprüngen Energie gekostet. Es war trotzdem ein guter Skisprungtag."
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Raimund und Hoffmann bringen Garmisch zum Kochen
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Bei Raimund hatte Horngacher beim ersten Sprung eine kleine Ecke im Übergang ausgemacht. Der Oberstdorfer war dennoch zufrieden. "Die Sprünge waren auf einem Top-Level und ich bin noch im Rennen. Ich habe trotz wechselnder Windverhältnisse ziemlich gut performt", meinte der 25-Jährige bei Eurosport.
Da ging auch Experte Martin Schmitt mit. "Das war eine gute Leistung von beiden", urteilte der 47-Jährige. Dass Hoffmann am Mittwoch mal wieder einen Trainingsdurchgang gewann und am Neujahrstag im Training Zweiter war, "sind alles Dinge, die das Selbstvertrauen steigern".
Schmitt weiter: "Sie können in jedem Wettkampf aufs Podest kommen. Für einen Sieg muss dann aber schon alles zusammenpassen. Da sind die anderen einen Tick vorneweg."
Wieder einen Schritt zurück ging es dagegen für Andreas Wellinger (32.) und Karl Geiger (33.). "Es ist schwer, bei der Tournee größere Veränderungen im Bewegungsablauf anzustoßen und auch abzurufen", meint Schmitt: "Sie sind selbst nicht zufrieden. Sie wissen, woran sie arbeiten müssen, aber es ist nicht so einfach, das auch umzusetzen."
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Raimund: "Trotz Wind ziemlich gut performt"
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2. Ein Gelenkbus Vorsprung
Hätte Ryoyu Kobayashi nicht das zweite Springen in Engelberg mit 3,6 Punkten Vorsprung vor Domen Prevc gewonnen, hätte der Slowene nun schon acht Springen in Folge gewonnen. Am Gudiberg sprang er mit 143 und 141 Metern der Konkurrenz erneut meilenweit davon, hatte dabei aber auch wieder gute Bedingungen.
"Er springt in seiner eigenen Liga und hat dann auch noch das Glück des Tüchtigen", sagte Eurosport-Experte Schmitt: "Er hatte wieder bessere Bedingungen als Jan Hörl. Er war der Stärkste heute, aber das Ergebnis ist so deutlicher ausgefallen als die Verhältnisse eigentlich sind."
Philipp Raimund fragte sich selbst: "Wo sind die restlichen 15 Meter auf Domen?" Schon jetzt hat der Slowene 35,0 Punkte Vorsprung in der Tournee-Wertung auf Hörl, was umgerechnet 19,5 Meter sind - größer als ein Gelenkbus. Doch Prevc springt zurzeit einfach besser als alle anderen. "Er hat einen langen, flüssigen Absprung und findet sehr schnell die Flugposition", schwärmte auch Bundestrainer Horngacher: "Sein System ist erstklassig."
So auch Prevc' Chancen, die Tournee zu gewinnen. Zieht er's durch, könnte er der vierte Springer nach Sven Hannawald (2001/02), dem Polen Kamil Stoch (2017/18) und Ryoyu Kobayashi aus Japan (2018/19) werden, dem der "Grand Slam" gelingt. "Das ist einfach krank. Von seinem Fluggefühl kann ich nur träumen", sagte Raimund beinahe schon ehrfürchtig.
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"Hör auf!" Prevc mit nächster Machtdemonstration
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3. Österreich hat Bock auf den Bergisel - die Deutschen aber auch
Jan Hörl haderte in Garmisch-Partenkirchen mit den Bedingungen. Unmittelbar vor ihm ging die Jury eine Luke nach unten, dann aber setzte Rückenwind ein. Hörl landete in der Konsequenz "nur" bei 131,5 Meter, bekam aber 12,1 Punkte Windkompensation und hielt so Platz zwei. "Er ist am dichtesten dran", urteilte Schmitt über den Pongauer - wenngleich das nackte Ergebnis anderes aussagte.
Dennoch hat Hörl pünktlich zu den österreichischen Tourneestationen zu seiner Top-Form gefunden. "Es war ein echter Kampf und ich bin happy, dass ich es runtergerettet habe und auf dem Stockerl stehe", meinte der 27-Jährige bei Eurosport.
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In Innsbruck, wo Hörl 2024 schon gewonnen hat, soll nun die Wende gelingen. "Domen ist in einer anderen Liga. Hut ab. Er springt uns nach wie vor um die Ohren. Aber jetzt haben wir Heimvorteil und greifen an. Der Kessel in Innsbruck wird beben", kündigte der Tourneezweite des Vorjahres an.
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Hörl: "Der Kessel am Bergisel wird beben"
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Mit Youngster Stephan Embacher hat das ÖSV-Team ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Mit Platz zwei in Falun sowie seinen Schanzenrekorden in Engelberg und Garmisch (Quali) merkte der 19-Jährige bereits auf. An Neujahr schob er sich mit Platz drei auch in der Tourneewertung aufs Treppchen. "Ich mochte den Berg vorher schon und jetzt umso mehr", sagte Embacher. Auch er hofft nun auf den Heimvorteil. "Domen ist in einer anderen Liga unterwegs, aber die Vierschanzentournee hat ihre eigenen Gesetze. Wir werden versuchen, bis zum Ende um den Titel kämpfen."
Geht es nach Schmitt, sollten die ÖSV-Stars aber erstmal Schritt für Schritt denken. "Für die Österreicher geht es in Innsbruck jetzt darum, Prevc mal an einem einzelnen Tag zu knacken. Der Hexenkessel von Innsbruck wird sie sicher beflügeln", sagte der 47-Jährige.
Für die Deutschen soll der Bergisel derweil nicht wieder zum Schicksalsberg werden. "Ich mag die Schanze am Bergisel. Mal sehen, wie Philipp und ich dort zurechtkommen", sagte Hoffmann, dem aber auch klar ist: "Die Österreicher werden dort sicher nochmal eine Schippe drauflegen."
Raimund, der bei seinen bisherigen drei Tourneeteilnahmen am Bergisel 13., 20. und 15. wurde, rieb sich in Garmisch schon imaginär die Hände: "Ich habe gute Erinnerungen an Innsbruck. Ich finde die Schanze geil. Ich hab' Bock auf den Bergisel."
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Skispringer der Vierschanzentournee wünschen "Happy New Year"
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