Vierschanzentournee: Innsbruck und der deutsche Tournee-Fluch - Überblick zur Geschichte am Schicksalsberg

Es ist wie verhext: Am Bergisel in Innsbruck platzten zuletzt Jahr für Jahr die deutschen Tournee-Träume. Stürze, Krankheiten und ein Streit mit einem Kameramann - die Geschichten in der Tiroler Landeshauptstadt sind vielfältig. Andreas Wellinger reist als Gesamtführender der Vierschanzentournee 2023/24 nach Österreich. Kann der 28-Jährige den Fluch brechen? Eine Chronologie der letzten Jahre.

Karl Geiger

Fotocredit: Getty Images

Wer nach dem Springen in Garmisch-Partenkirchen die Gesamtwertung der Vierschanzentournee anführt, hat in der Regel herausragende Chancen auf den Goldadler.
Seit 1998/99 lagen von 25 Halbzeitführenden 18 schließlich auch in der Endabrechnung vorne. Bei den vergangenen 15 Auflagen verspielten sogar nur drei Springer ihren Vorsprung.
Andreas Wellinger führt das Klassement mit 1,8 Punkten Vorsprung auf den Japaner Ryoyu Kobayashi an. Doch zurücklehnen darf sich der zweimalige Olympiasieger auf keinen Fall, dafür ist die jüngste deutsche Geschichte am Bergisel zu enttäuschend.
Stürze, Wind-Debakel, beispiellose Leistungseinbrüche - Severin Freund, Richard Freitag, Markus Eisenbichler oder auch Karl Geiger können ein Lied von zerplatzten Tournee-Träumen singen. Ein Überblick.

Deutsche Skispringer am Bergisel: Ein Überblick

4. Januar 2016: Freund stürzt
Severin Freund liegt zur Tournee-Halbzeit auf Rang zwei, dann stürzt er am Bergisel im Probedurchgang und zieht sich Prellungen zu. Mit blauen Flecken tritt er dennoch zum Wettkampf an - und wird Zweiter. Zum Angriff auf den nun klar führenden Slowenen Peter Prevc reicht es aber nicht mehr.
4. Januar 2017: Freund krank, Eisenbichler verblasen
Severin Freund steigt vor der Reise nach Innsbruck wegen eines grippalen Infekts aus. Die Hoffnungen ruhen nun auf Markus Eisenbichler, immerhin Vierter der Gesamtwertung. Doch in einer Windlotterie zieht der Bayer eine Niete - nur Rang 29, aus der Traum.
4. Januar 2018: Freitag stürzt
Richard Freitag hat nach einer starken ersten Tournee-Hälfte in der Gesamtwertung nur den Polen Kamil Stoch vor sich. Doch am schlecht präparierten Bergisel stürzt er nach der Landung fast an der gleichen Stelle wie zwei Jahre zuvor Freund, muss ins Krankenhaus und steigt aus. Bundestrainer Werner Schuster übt heftige Kritik am Veranstalter.
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"Darf nicht wahr sein!" Freitag stürzt am Bergisel

Quelle: Eurosport

4. Januar 2019: Eisenbichler fällt zurück
Markus Eisenbichler liegt nach zwei zweiten Plätzen auch in der Gesamtwertung zur Halbzeit auf Rang zwei. Dann kommt der erste Durchgang von Innsbruck, "Eisei" patzt und schafft am Ende nur den 13. Platz. Der Japaner Ryoyu Kobayashi holt seinen dritten Sieg und fliegt davon.
4. Januar 2020: Geigers Absturz, Teil 1
Auch Karl Geiger reist nach Podestplätzen in Oberstdorf und Garmisch als Gesamt-Zweiter zum Bergisel. Und auch bei ihm platzen nach einem "Hüpfer" im ersten Durchgang alle Träume, Geiger lässt sich sogar zu einem Wortgefecht mit einem aufdringlichen Kameramann hinreißen. Der Tourneesieg ist futsch.
3. Januar 2021: Geigers Absturz, Teil 2
Das Deja-vu: Geiger träumt nach seinem Sieg in Oberstdorf und Rang fünf in Garmisch als Gesamt-Zweiter erneut vom Tournee-Sieg. Doch in Innsbruck geht wieder der erste Durchgang in die Hose, der Oberstdorfer landet nur auf Platz 16. "Dass es dieses Jahr wieder so ist, da kriegt man einfach nur das Kotzen", sagt Geiger.
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Der Spielfilm vom Bergisel: Drama um Geiger und Granerud

Quelle: Eurosport

4. Januar 2022: Eisenbichler wartet vergeblich
Markus Eisenbichler liegt auf Rang vier und hofft noch. In Innsbruck, wo er drei Jahre zuvor Weltmeister geworden war, will der Bayer noch einmal angreifen. Doch dann bläst der Wind zu stark, das Springen wird abgesagt und in Bischofshofen nachgeholt. Dort wird "Eisei" nur Achter.
3. Januar 2023: Geigers Quali-Debakel
Karl Geiger reist als Fünfter der Gesamtwertung zum Bergisel - und scheidet dort als 51. der Qualifikation kläglich aus. "Ich habe wirklich viel erwartet, aber das sicher nicht", sagt er. Im Wettkampf kommt Andreas Wellinger nur auf Rang 18 und fällt ebenfalls weit zurück.
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Sensation am Bergisel: Geiger fliegt schon in der Qualifikation raus!

Quelle: Eurosport

(SID)
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139 Meter! Raimund lässt es im Finale richtig krachen

Quelle: Eurosport

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