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Skispringen: Severin Freund verliert Weltcup-Führung beim Heimspiel in Klingenthal
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Publiziert 04/12/2016 um 17:01 GMT+1 Uhr
Skisprung-Weltmeister Severin Freund hat beim Heim-Auftritt in Klingenthal nur Platz elf belegt und damit die Führung im Gesamtweltcup abgegeben. Beim zweiten Saisonsieg des 17 Jahre alten Slowenen Domen Prevc, der sich damit das Gelbe Trikot sicherte, zeigte der 28 Jahre alte Niederbayer mit 133,0 und 131,5 m zwei mäßige Sprünge und hatte mit der Entscheidung nichts zu tun.
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Bester Deutscher war Markus Eisenbichler als Sechster.
"Der Ärger ist schon da, der Rhythmus für die Schanze hat nicht hundertprozentig gepasst", sagte Freund in der ARD, "aber jede Woche gibt es eine neue Schanze, es wird wieder besser werden."
Sieger Prevc, der nach dem ersten Durchgang nur Vierter war, lag nach Sprüngen auf 140,0 und 141,0m mit 286,9 Punkten hauchdünn vor dem Norweger Daniel Tande (286,7), Dritter wurde der Österreicher Stefan Kraft (284,8). "Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Das ist ein tolles Gefühl", sagte Youngster Prevc.
Der nach dem ersten Sprung führende Maciej Kot, am Samstag mit Polen Sieger im Teamspringen, fiel noch auf Platz fünf zurück. Eisenbichler fehlten nach Sprüngen auf 134,0 und ganz starken 140,5m mit 278,5 Punkten 6,3 Zähler zum Podium. Freund (257,7) lag weit zurück.
Stursa nach Sturz zum persönlichen Rekord
In die Bresche sprang aus deutscher Sicht Eisenbichler, der das beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere einstellte. "Ich habe gezeigt, was in mir steckt, ich bin in einer Topform", sagte der 25-Jährige aus Siegsdorf.
Bundestrainer Werner Schuster war zumindest mit Eisenbichler zufrieden. "Markus ist seit Monaten in seiner sehr guten Verfassung, er springt sehr konstant. Er muss sich jetzt im Elitekreis etablieren", sagte der Österreicher. Bei Freund sei mit Blick auf die nahende Vierschanzentournee und angesichts der langen Pause nach der Hüft-Operation dagegen "Geduld" gefordert. Im Gesamtweltcup liegt Freund mit 204 Punkten nun hinter Prevc (220). Der einstige Seriensieger Peter Prevc wurde am Sonntag nur 22. und ist insgesamt Siebter.
Den größten Applaus der 7015 Zuschauer erhielt aber der Tscheche Vojtech Stursa. Der 21-Jährige verlor zunächst nach der Landung das Gleichgewicht, blieb regungslos liegen und wurde auf einer Trage aus dem Stadion gebracht. Stursa berappelte sich jedoch, trat zum zweiten Durchgang an und feierte als 28. sogar das beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere.
Im Teamspringen hatte es für die DSV-Adler am Samstag nach den Siegen 2014 und 2015 immerhin zu Rang zwei gereicht. Freund, Freitag, Wellinger und Eisenbichler landeten in einem hochklassigen Wettkampf mit 1087,2 Punkten klar hinter Polen (1128,7), das erstmals in der Geschichte des Weltcups ganz oben stand. "Unglaublich. Das war ein historischer Moment für uns", sagte Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch.
Olympiasieger Deutschland zog mit Freunds letztem Sprung noch am ewigen Rivalen Österreich (1086,3) vorbei, da ÖSV-Adler Manuel Fettner Opfer eines Materialdefekts wurde und nur bei 128 m landete. Bei dem Tiroler brach kurz vor dem Sprung der Zapfen, der den Bindungsstab mit dem Schuh verbindet, Sturzgefahr bestand aber nicht. Weltmeister Norwegen (1024,2) wurde mit großem Rückstand Vierter.
Freund und Co. bleiben nun noch zwei Weltcup-Wochenenden, um Schwung für die nahende Tournee zu holen. Dort will Coach Schuster ein Wörtchen mitreden. "Ich hoffe, dass wir bei der Tournee wieder um den Sieg springen können. Bei Severin brauchen wir weiter Geduld. Aber wir haben auch andere Kandidaten, speziell Richard Freitag oder auch Andi Wellinger", sagte der Österreicher.
Karl Geiger wurde 14. mit 131,7 Punkten (134,5+128,0), Richard Freitag blieb als 15. mit 253,3 Punkten (133,0+129,0m) wie Freund hinter seinen Möglichkeiten zurück. Stephan Leyhe als 19. mit 251,6 Punkten (121,0+133,0m) und Andreas Wellinger als 27. mit 243,3 Punkten(127,0+129,5m) holten zumindest noch Weltcup-Punkte. David Siegel schied als 32. (118,2) nach dem ersten Durchgang aus.
Video: Kombinierer Frenzel zeigt seine Sprung-Klasse
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