Marius Lindvik und Norweger nehmen an Start für Sommer-Saison teil - bekommt Andreas Wellinger nachträglich WM-Gold

Marius Lindvik darf wieder auf die Schanze, zumindest geht er davon aus. "Wir sind gemeldet. Also hoffe ich, dass alles gut geht", sagt der Skisprung-Olympiasieger. Fünf Monate nach dem Anzugskandal bei der WM bestreitet der Norweger am Samstag wie seine Teamkollegen Johan Andre Forfang und Kristoffer Eriksen Sundal seinen ersten internationalen Wettkampf - wenn die FIS nicht dazwischen grätscht.

Andreas Wellinger und Marius Lindvik mit ihren Medaillen

Fotocredit: Getty Images

Ganz sicher ist sich auch der neue Cheftrainer Rune Velta nicht. "Die Sperren wurden aufgehoben, also habe ich meine besten Athleten nominiert", sagte Velta dem Sender "TV2". Lindvik und Co. sind daher am Dienstag nach Frankreich geflogen, um am Wochenende beim Start der Sommer-Saison in Courchevel gegen die besten der Welt anzutreten.
Möglich ist das, weil der Weltverband FIS seine Ermittlungen zu den Vorfällen bei der WM in Trondheim noch immer nicht abgeschlossen hat. Am 8. März hatte ein heimlich aufgenommenes Video einen handfesten Skandal ausgelöst.
Zu sehen war, wie die Sprunganzüge von Lindvik und Forfang mit Nadel und Faden manipuliert wurden. Beide Springer wurden unmittelbar nach dem WM-Wettkampf von der Großschanze, in dem Lindvik zunächst Silber gewonnen hatte, disqualifiziert. Für den Rest der Saison war das gesamte WM-Team vorsorglich gesperrt.
Alle Springer bestreiten, von der Manipulation gewusst zu haben, dem Trainerteam um den später entlassenen Chefcoach Magnus Brevig wurde die Hauptschuld angelastet. An dieser Darstellung bestehen allerdings erhebliche Zweifel.

Wellinger könnte nachträglich Gold bekommen

"Als Skispringer merkst du sofort, wenn an deinem Anzug rumgefummelt wurde", sagte etwa Andreas Wellinger. Auch die Behauptung, die manipulierten Anzüge seien nur im letzten WM-Wettkampf benutzt worden, wirkt seltsam. Lindvik und Co. hatten bis dahin eine überaus starke WM gesprungen, ein Anlass für spontane Änderungen bestand also nicht - schon gar nicht ohne Rücksprache mit den Athleten.
Sollten alle WM-Ergebnisse Lindviks annulliert werden, würde Wellinger Gold von der Normalschanze erhalten. Der Norweger wäscht seine Hände aber weiter in Unschuld.
Er sei sich "sicher", seine drei verbliebenen WM-Medaillen zu behalten, sagte Lindvik vor der Reise nach Frankreich bei "TV2": "Ich hoffe, es kommt nichts mehr. Ich finde, wir sind schon genug bestraft worden."
Am Mittwoch kündigte die FIS eine Entscheidung "in den kommenden Tagen" an. Ein Urteil vor dem Beginn der Sommer-Saison in Courchevel würde Sinn ergeben, ein Startverbot für Lindvik und Co. in letzter Sekunde wäre aber der nächste Skandal.

Lindviks Ziel ist Olympia-Gold

Lindvik, der im kommenden Winter wie in Peking Olympiasieger werden will, sprach auch vom "vielleicht härtesten Start in den Sommer meiner Karriere".
Die aktuelle Situation sei "einfach Mist", er habe "keine Ahnung", wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden. In FIS-Kreisen war zuletzt von Anfang August die Rede. Ein Urteil vor dem Beginn der Sommer-Saison in Courchevel würde Sinn ergeben, ein Startverbot für Lindvik und Co. in letzter Sekunde wäre aber der nächste Skandal.
Noch gilt für Lindvik und Co. die Unschuldsvermutung, und daher steht einem Start nichts im Weg. "Es wird Spaß machen, wieder mit den Jungs auf Reisen zu gehen", sagte Lindvik: "Es wird gut sein, wieder zur Normalität zurückzukehren."
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(SID)
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Quelle: Eurosport


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