Mika Kojonkoski besorgt über Entwicklungen im Skispringen - Finnische Trainer-Legende fordert Regel-Revolution
VonNiklas Bien
Publiziert 26/03/2025 um 11:30 GMT+1 Uhr
Der große Knall ist nach dem Betrugsskandal der norwegischen Skispringer in der Branche noch lange nicht verhallt. Für Trainer-Legende Mika Kojonkoski geht die Gesamtsituation mittlerweile so weit, dass er sich Sorgen um die Zukunft der Sportart als Ganzes macht. "Das sind hässliche Geschichten, die dem Skispringen nicht zuträglich sind", sagte der 61-jährige Finne im Gespräch mit dem "NRK".
Mika Kojonkoski hat deutliche Bedenken am aktuellen Skisprung-Regelwerk.
Fotocredit: Getty Images
Der Trend ging laut Kojonkoski in den vergangenen Jahren zu einem immer kleinteiligeren, präziseren Regelwerk. Der Betrug der Norweger sei ein extremer Auswuchs dieser Entwicklung, die in den letzten Jahrzehnten "dramatisch" gewesen sei, betonte der Finne.
"Es war Teil der Aufgabe des Trainers, zu versuchen, die Ausrüstung weiterzuentwickeln. Aber jetzt müssen wir ein paar Schritte zurückgehen", forderte der ehemalige Nationaltrainer von Norwegen, Finnland und Österreich.
"Es gibt viele Teams, die an die Grenzen gehen, aber das war eindeutig zu viel", sagte der 61-Jährige - es sei nun "die letzte Chance für das gesamte System ist, um einen einfachen und klaren Weg für die Durchsetzung der Regeln zu finden".
Ein möglicher Ansatz ist für den Finnen die Einführung eines einheitlichen Anzugs für alle Springer, der sich lediglich in der Größe unterscheidet.
Kojonkoski fordert weniger Regeln für mehr Klarheit
"Mir gefällt es nicht, dass wir nur kleine Änderungen vornehmen, ich möchte klare Änderungen. Vielleicht ist ein Standardanzug ein guter Anfang", sagte der Vorsitzende des FIS-Skisprung-Komitees. Denn: "Wenn wir mehr Regeln aufstellen, glaube ich nicht, dass es dem Skispringen hilft."
Dass die Teams die Regeln ausreizen und mitunter auch über die Grenze hinaus gehen, ist indes keine neue Entwicklung, wie unter anderem das Geständnis von Legende Janne Ahonen zeigte.
"Das sind hässliche Geschichten, die dem Skispringen nicht zuträglich sind. Halten wir uns an die echten und bewiesenen Geschichten", meinte Kojonkoski zur "Geständnis"-Welle aus dem Lager der Ex-Springer.
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