Nizhny Tagil - Stefan Horngacher kritisiert Quarantäne-Zustand bei DSV-Betreuer in Russland: "Massiv schlecht"
Das erste Weltcup-Wochenende verlief für die deutschen Skispringer aus sportlicher Sicht hervorragend. Jedoch musste das DSV-Team im russischen Nizhny Tagil auch einen kleinen Schock verkraften: Ein deutscher Betreuer musste nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne. Diese gestaltet sich aber offenbar schwierig. Bundestrainer Stefan Horngacher beschrieb den Zustand als "massiv schlecht".
Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher
Fotocredit: Getty Images
Bundestrainer Stefan Horngacher sagte am Sonntag zum Corona-Fall im deutschen Team in der "ARD": "Das ist schon eine schwierige Situation. Es gibt viel zu organisieren, viel zu reden - mit den Russen ist nicht leicht Kirschen essen."
Angeblich hat der deutsche Betreuer keine Symptome, jedoch soll ihn die Isolation im Krankenhaus psysisch belasten. Daher versuchte der DSV für eine Verbesserung der Bedingungen einzutreten. "Aufgrund der Situation sind wir jetzt daran, Kompromisse zu finden und somit den Kollegen schneller aus dieser massiv schlechten Quarantäne rauszuholen", so Horngacher.
Die Bemühungen hatten anscheinend Erfolg. Der Betreuer soll ab Montag in eine Privatklinik verlegt werden. Neben ihm waren während des Weltcup-Auftakts auch der polnische Klemens Muranka sowie ein weiterer Athlet positiv getestet worden. Alle drei wurden daraufhin per Krankenwagen in ein Krankenhaus gefahren und dort isoliert.
Auch Muranka und der zweite infizierte Athlet sollen nun in eine Privatklinik gebracht werden.
Zweiter Corona-Wirbel bei Muranka nach Tournee-Auftakt 2020
Zudem konnten die FIS und der DSV erwirken, dass die Infizierten bereits am Sonntag jeweils drei weitere PCR-Tests machen durften, die von verschiedenen Laboren untersucht werden. Die Ergebnisse der Tests stehen noch aus.
Bei Muranka ist es bereits der zweite Corona-Wirbel im Weltcup. Ende Dezember 2020 war der Pole kurz vor der Vierschanzentournee in Oberstdorf positiv getestet worden. Daraufhin drohte der kompletten polnischen Mannschaft um Titelverteidiger Dawid Kubacki und Mitfavorit Kamil Stoch das vorzeitige Tournee-Aus. Die Qualifikation zum Auftaktspringen fand ohne sie statt.
Nach einer zweiten und dritten Testreihe, die bei allen polnischen Springern negativ ausfiel, wurde das Team doch noch zum ersten Saisonhöhepunkt zugelassen. Die Qualifikation vom Vortag wurde für nichtig erklärt, sodass die Polen teilnehmen konnten. Am Ende gewann Stoch zum dritten Mal die Tournee.
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Quelle: Eurosport
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