Norwegens Skandal-Coach Magnus Brevig wehrt sich mit Betreuern gegen Strafen durch FIS und erhebt schwere Vorwürfe
Publiziert 17/10/2025 um 10:51 GMT+2 Uhr
Der ehemalige norwegische Cheftrainer Magnus Brevig wehrt sich laut Medienberichten zusammen mit zwei weiteren Betreuern in einem Schreiben gegen Sanktionen durch den Weltverband FIS im Zuge des Skandals um manipulierte Sprunganzüge bei der nordischen Ski-WM im vergangenen Winter. Dem Trio sollen je 18-monatige Sperren und Geldstrafen über 50.000 norwegische Kronen (ca. 4.300 Euro) drohen.
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Brevig, sein früherer Assistent Thomas Lobben und der Servicemann Adrian Livelten halten die Maßnahmen, über die das Ethikkomitee des Weltverbandes aber noch entscheiden muss, jedoch für ungerechtfertigt.
Wie das norwegische Medium "VG" meldet, machen Brevig und Co. den Weltverband mit für ihr Fehlverhalten verantwortlich.
"Das Projekt, Sprunganzüge zu optimieren und in der Grauzone der Regeln zu agieren – teils darüber hinaus – ist ein Ergebnis der Kultur, die sich im Skispringen in den letzten Jahren entwickelt hat. Nach Auffassung der Angeklagten hat die FIS stillschweigend akzeptiert, dass man die Grenzen ausreizen muss, um konkurrenzfähig zu bleiben", zitiert "VG" aus dem anwaltlichen Statement gegenüber der FIS.
Durch ein "unsystematisches und wenig vertrauenswürdiges Kontrollsystem" mit "unklaren Regeln und lascher Überwachung" habe die FIS zu einer Kultur der maximalen Ausreizung des Reglements beigetragen.
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Strafen nicht verhältnismäßig?
Außerdem seien die Vorfälle bei der Weltmeisterschaft in Trondheim auf demselben Niveau vorangegangener Manipulationsversuche im Skispringen, welche die FIS jedoch seiner Zeit "toleriert oder nur geringfügig sanktioniert" habe.
Während der WM im Frühjahr waren Videoaufnahmen an die Öffentlichkeit gekommen, auf denen zu sehen ist, wie das norwegische Team bereits für den Wettbewerb registrierte Sprunganzüge umnäht.
Nachdem der Landesverband in einem ursprünglichen Statement die Vorwürfe dementiert hatte, gab man später zu, die Wettkampfkleidung der Stars um Marius Lindvik und Johan André Forfang mit einer ergänzenden Naht im Schritt versehen zu haben, die für einen aerodynamischen Vorteil sorgen sollte.
Trotz des Geständnisses sehen Brevig, Lobben und Livelten die FIS nicht in der Position, Strafen gegen sie zu verhängen. Neben der fehlenden Verhältnismäßigkeit und dem Vorwurf der Doppelmoral soll das Trio dabei vor allem mit zwei Punkten argumentieren.
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Keine Grundlage für Bestrafung von Trainern?
Einerseits unterliege man als Angestellte des norwegischen Verbandes nicht der Entscheidungsgewalt der FIS. Andererseits gebe es in den Regeln des Weltverbandes keine Grundlage um Berufsverbote und Geldstrafen für Coaches und Betreuer auszusprechen.
Ob das Ethikkomitee die Einwände bei seiner Entscheidungsfindung respektiert, ist offen. Mit Lindvik und Forfang hatten allerdings die beiden betroffenen Springer jeweils eine Geldstrafe von 2500 Schweizer Franken (ca. 2700 Euro) sowie eine dreimonatige Sperre akzeptiert.
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