Andreas Wellinger: Olympiasieger arbeitet hart an seinem Sprung-Comeback

Andreas Wellinger schnuppert bei der Tournee wieder Skisprung-Luft. Für den verletzten Olympiasieger ist das Kurz-Comeback schmerzlich und motivierend zugleich. Der 24-Jährige unterstützt in Oberstdorf und Garmisch-Patenkirchen seine Kollegen, blickt aber auch bereits auf sein Comeback voraus. Wellinger vermisst den Weltcup-Trubel und arbeitet daran, sich im Frühjahr wieder die Ski anzuschnallen.

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Andreas Wellinger flachste mit seinem Kumpel Markus Eisenbichler, winkte den jubelnden Fans zu und fachsimpelte lange mit Gregor Schlierenzauer. Eigentlich war für den Skisprung-Olympiasieger beim Auftakt der Vierschanzentournee alles wie immer. Mit einem Unterschied: "Ich würde hier jetzt lieber mit Ski stehen", sagte der 24-Jährige, der wegen eines Kreuzbandrisses die gesamte Saison verpasst. In Oberstdorf war er daher nur als Zuschauer dabei.
Wellinger hatte sich zuletzt rar gemacht, Auftritte in der Öffentlichkeit mied er seit seiner im Juni erlittenen schweren Verletzung. Bei der Tournee gibt der Bayer nun ein Kurz-Comeback, das schmerzlich und motivierend zugleich ist:
Gleichzeitig gab er zu, den Trubel, den Nervenkitzel und vor allem seine Kollegen zu vermissen.

Wellinger denkt schon an Comeback

Immerhin: Das Ende der Leidenszeit ist in Sicht. "Ich habe jetzt sechseinhalb Monate hinter mir", sagte Wellinger, in drei Monaten will er "darüber nachdenken", wieder einen ersten Sprung zu wagen. Überstürzen will er bei seiner Rückkehr nichts, schließlich sei Skispringen kein "normaler" Sport:
Zumal der verhängnisvolle Tag im Sommer, als Wellinger im Training im österreichischen Hinzenbach stürzte, noch immer durch seinen Kopf spukt. Nach der Diagnose sei ihm "der Hammer auf den Kopf" gefallen, gab der Olympia-Held von Pyeongchang zu, am Anfang habe er nicht einmal eine Kaffeetasse in der Hand halten können. Aufgeben wollte er jedoch nie. Stattdessen habe er die Herausforderung "sehr schnell" angenommen.

Wellinger unterstützt bei Tournee die Kollegen

Auch mit seinem Pech haderte Wellinger nie, obwohl sein Sturz durchaus Rätsel aufgibt. "Andreas ist ganz normal hingesprungen. Das war kein weiter Sprung, gar nichts. Und dann klappt er zusammen. Da fragt man sich: Warum?", sagte Norwegens Nationaltrainer Alexander Stöckl, der das Thema mit Bundestrainer Stefan Horngacher ausgiebig besprochen hat. Dass die im Sommer genutzten Matten nicht an allen Stellen gleich gut dämpfen, ist einer von vielen Punkten in der Diskussion um die zahlreichen Kreuzbandrisse.
Wellinger schaut lieber nach vorne, die Tournee-Tage genießt er. Auch beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen wird er seine langjährigen Teamkollegen Karl Geiger, Markus Eisenbichler und Co. an der Schanze anfeuern:
Obwohl: Vielleicht gibt es ja am 6. Januar in Bischofshofen etwas zu feiern für die deutschen Adler. Dann würde Wellinger, Tournee-Zweiter von 2017/18 hinter Kamil Stoch, wohl das Training Training sein lassen und nach Österreich fahren. "Vielleicht ergibt es sich ja spontan, dass ich zum großen Finale fahren kann, um einen Sieg zu feiern", sagte Wellinger: "Schaun mer mal."
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(SID)
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