Vierschanzentournee-Springen ohne Fans in Deutschland: Martin Schmitt sieht Vorteil für deutsches Team
Ohne Fans müssen die ersten beiden Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen stattfinden. Doch das könnte dem DSV-Team "eher helfen als schaden", meint Eurosport-Experte Martin Schmitt. Der Grund für die überraschende Aussage: "Die Sportler könnten dadurch etwas mehr Ruhe und so einen leichten Vorteil" im Vergleich zum sonst so großen Rummel um die Springer haben.
Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf
Fotocredit: Getty Images
"Natürlich", so betont Schmitt, wäre es "für alle schöner, wenn Stimmung ist". Mit einer vollen Skisprungarena sei es schließlich "wie wenn man an Weihnachten heimkommt und der Baum ist geschmückt - da freut man sich auch ganz anders, als wenn man in eine leere Wohnung kommt."
Doch nachdem die Corona-Pandemie schon im letzten Winter für viele Geister-Springen gesorgt hat, ist die Situation zumindest nicht neu für die Athleten, unterstreicht der Olympiasieger: "Die Sportler sind inzwischen schon gewohnt, ohne Zuschauer zu springen. Man ist dann so mit seinem Wettkampf beschäftigt, dass man sich nicht wahnsinnig viele Gedanken macht."
Angesichts des hohen Drucks von außen auf das deutsche Team, das einem Tournee-Gesamtsieg nun schon 20 Jahre hinterherrennt, sehe er die Konstellation sogar positiv aus Sicht von Karl Geiger & Co.: "Wenn jemand einen Vorteil hat, dann könnte es das deutsche Team sein. Denn man hat jetzt lange die Tournee nicht gewonnen und wartet ein bisschen darauf", verweist der 43-Jährige auf die Erwartungshaltung von Fans und Medien.
Das Fehlen der Zuschauer könnte somit "tendenziell eher helfen als schaden, weil die Deutschen vor heimischem Publikum mehr im Fokus stehen als ein Springer aus Japan", meint Schmitt, der aber auch betont: "Letztlich entscheidet das jeder Sportler für sich, Karl Geiger kann mit und ohne Zuschauer sehr gut springen."
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Geiger im Siegesrausch: "Kann nicht aufhören zu grinsen"
Quelle: Eurosport
Schuster: Keine Fans sind kein Nachteil
Der langjährige Bundestrainer Werner Schuster teilt Schmitts Einschätzung "zu 100 Prozent", schließlich sei die "Ungeduld der Menschen zwanzig Jahre nach dem letzten Gesamtsieg" ein Faktor, mit dem sich die deutsche Mannschaft so etwas weniger auseinandersetzen muss, weil er nicht so oft und massiv an die Springer herangetragen wird.
"Es ist definitiv kein Nachteil und kann sogar zum Vorteil werden", so die Einschätzung des Eurosport-Experten, der den Druck der Öffentlichkeit bei der Vierschanzentournee oftmals selbst erleben musste.
Schmitt erinnert sich: Staubsaugen in Nagano
Volle Konzentration auf die sportliche Herausforderung wird aus Sicht von Schmitt auch der Schlüssel zum Erfolg bei Olympia in Peking sein, auch wenn die Diskussionen um die chinesischen Ausrichter und die Berichte von Athleten nach den jüngsten Wettkämpfen dort das nicht einfach machen.
"Wichtig ist, sich von den "Störfaktoren" nicht beeinflussen zu lassen", rät der mehrfache Weltmeister, "der Sportler fokussiert sich auf seine Aufgabe - man will seine Topleistung abrufen und nimmt dann die Rahmenbedingungen so, wie sie sind."
Aus seinen eigenen Olympia-Erfahrungen als Athlet berichtet er, dass auch in Japan 1998 im Olympischen Dorf nicht alles vorbildlich war: "Als wir unser Quartier in Nagano bezogen haben, mussten wir auch erst mal mit dem Staubsauger das Zimmer säubern, das Bettlaken abwischen - das macht man und danach geht man zur Tagesordnung über."
Schmitts Fazit: "Das Thema China ist überall präsent und allen wäre es lieber, die Spiele wären in Lillehammer, Zermatt oder wo auch immer - das steht außer Frage."
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"Ist das stark!" Geiger gewinnt Krimi in Engelberg
Quelle: Eurosport
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