Vierschanzentournee - Schmitt und Schuster über Karl Geiger: ""Alles wunderbar"

Ryoyu Kobayashi springt zum Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf mit einem fantastischen Sprung (141 Meter) noch von Rang fünf zum Sieg - und demonstriert damit vor allem seinen ärgsten Widersachern Karl Geiger und Halvor Egner Granerud, dass der Kampf um den goldenen Adler nur über ihn geht. Für die Eurosport-Experten Martin Schmitt und Werner Schuster liegt Geiger aber gut im Rennen.

"Das gibt Auftrieb!" DSV-Adler in Oberstdorf geschlossen stark

Quelle: Eurosport

6,1 Punkte zwischen Sieg und Rang fünf - die erste Station der Vierschanzentournee in Oberstdorf hatte es in sich. Während sich Ryoyu Kobayashi (Japan) über seinen 23. Weltcup-Sieg freute und die Führung in der Gesamtwertung übernahm, blieb Karl Geiger bei seinem Heimspiel ein wenig hinter den Erwartungen zurück. Im Kampf um die Gesamtwertung ist der 28-Jährige aber voll dabei.
"Ich finde es sehr, sehr gut für ihn", beurteilte Eurosport-Experte Werner Schuster Geigers fünften Rang: "Er hat nicht gewonnen, aber er ist ganz, ganz knapp dabei."
Solide Sprünge auf 131,5 und 131,0 Meter reichten dem Deutschen nicht ganz für einen Platz auf dem Treppchen. Geiger sei im Wettkampf besser abgesprungen, jedoch in der Qualifikation besser geflogen, meinte Ex-Bundestrainer Schuster in der Analyse für Eurosport.de:
"Er hatte nicht die Ruhe drin, die er schon mal drin hatte. Aber es ist alles wunderbar. Vielleicht ist es genau die Position, die er braucht, um wirklich frei zu werden."
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Geiger für Schmitt voll im Rennen: "Vielleicht gar nicht so schlecht, dass …"

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Geiger hat kein Glück mit dem Wind

Ein bisschen Pech hatte Geiger, dass er nach den weiten Sätzen von Lovro Kos (139,5 m) und Ryoyu Kobayashi (141,0 m) von zwei Luken tiefer als die Top drei von Oberstdorf springen musste, dann aber Rückenwind hatte.
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"Reicht nicht": Geiger fliegt in Oberstdorf knapp am Podest vorbei

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Für Schuster aber kein Grund, sich zu beschweren. "Die Jury hat es super gemacht, alles im Rahmen gehalten. Das war ein Finale furioso", meinte der 52-Jährige.
In der Tat: Die Top sechs nach dem ersten Durchgang machte den Sieg unter sich aus. "Es war ein extrem hochklassiger Wettkampf - Wahnsinn, wie es am Ende abgegangen ist", urteilte Eurosport-Experte Martin Schmitt.

Kobayashi mit beinahe perfektem Sprung zum Sieg

Der frühere Oberstdorf-Sieger zeigte sich vor allem von Kobayashi beeindruckt, der die sich ihm bietenden Verhältnisse für einen Traumsprung ausnutzte. Schmitt: "Das war, wie wenn ein Torjäger die entsprechende Vorlage kriegt. Wenn er es über dem Vorbau spürt, dann ist er eiskalt."
"Was mich völlig fasziniert hat, war sein Telemark. Er ist wirklich ganz ausgeflogen, hat keine Zweifel gelassen und damit das Springen gewonnen", analysierte Schuster beeindruckt. "Die Landung ist in dem Weitenbereich mit dem Landedruck herausragend", stimmte Schmitt zu.
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"Unglaublich": Kobayashi fliegt mit Traumsprung zum Sieg

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Neben Kobayashi demonstrierten vor allem die Norweger pünktlich zur Tournee ihre Stärke. Halvor Egner Granerud, Robert Johansson und Marius Lindvik glänzten mit den Plätzen zwei, drei und vier. "Die Norweger sind extrem heiß", sagte Schuster: "Die haben ihre Hausaufgaben gemacht."

Lindvik vergibt Sieg bei der Landung

Lindvik vergab ein besseres Ergebnis, weil er im zweiten Durchgang seinen Sprung auf 137,5 Metern nicht mit einer Telemark-Landung krönen konnte. So verlor er im Vergleich zu Kobayashi acht Punkte bei den Haltungsnoten.
"Lindvik hätte es mit der richtigen Landung gewinnen können", rechnete Schmitt vor. "Er konnte den Radiusdruck nicht aushalten. Er hat keinen Telemark gesetzt und wurde dafür bestraft", fasste Schuster zusammen.
Für die Tournee-Gesamtwertung haben die beiden Eurosport-Experten aber vor allem Granerud weiter auf der Rechnung.
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Debakel für den Titelverteidiger: Stoch fliegt schon im K.o.-Duell raus

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Granerud mittendrin im Kampf um Tournee-Sieg

"Das Potenzial von ihm ist enorm", meinte Schmitt: "Er hat es ein bisschen schwieriger als die anderen gehabt." Der Gesamtweltcupsieger sprang nämlich trotz schlechter Windverhältnisse - mit 8,9 bekam er die meisten Windpunkte der Top sechs gutgeschrieben - und trotz anhaltender Asymmetrie bis auf 2,8 Punkte an Kobayashi heran.
Auch in Oberstdorf landete Granerud nahe an der rechten Schanzenbegrenzung. "Es war sein schrägster Sprung von allen", meinte Schuster über den Sprung des Norwegers im zweiten Durchgang auf 133,0 Meter: "Die Schanze ist für ihn fast nicht breit genug."
Trotz seiner Probleme sei Granerud "mittendrin" im Kampf um den Tournee-Sieg. Schuster: "Vom Potenzial her ist er Wahnsinn. Kriegt er das besser in den Griff, kann er auch Kobayashi fordern." Prinzipiell habe der 25-Jährige "ein extrem aggressives System und kann dann ausfliegen".

DSV-Adler in Lauerstellung

Die deutsche Mannschaft sollte man nach den Plätzen fünf, sieben und neun für Karl Geiger, Markus Eisenbichler und Stephan Leyhe jedoch keineswegs abschreiben. "Das war ein tolles Ergebnis von der deutschen Mannschaft", bilanzierte Schmitt trotz des Fauxpas von Severin Freund, der bei der Anzugkontrolle disqualifiziert wurde.
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Freund bedient, Schmitt erklärt: So kam's zur Disqualifikation

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Vor allem Eisenbichler habe mit einem starken zweiten Sprung auf 132,5 Meter gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. "Er hat damit wahnsinnig Selbstvertrauen getankt. Der gibt ihm und der Mannschaft Auftrieb", hofft Schuster. Und Schmitt sagte:
"Es wäre gar nicht so schlecht, wenn der Eisei den Karl in Garmisch noch unterstützen könnte."
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"Granate vom Eisei!" Eisenbichler startet Aufholjagd - Leyhe glänzt

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Eurosport zeigt alle Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen inklusive der Qualifikation LIVE im Free-TV. Werner Schuster kommentiert mit Gerhard Leinauer, Martin Schmitt analysiert mit Birgit Nössing im Studio. Alle Springen LIVE gibt's auch bei Eurosport mit Joyn+!
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Eisenbichler im Interview: "Gesamtklassement juckt mich gar nicht"

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