Vierschanzentournee 2024/25 - Pius Paschke trotzt der österreichischen Übermacht in Oberstdorf: "Habe alles riskiert"

Für Pius Paschke ist der Podiumsplatz beim Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf zum Greifen nah, doch am Ende sind die übermächtigen Österreicher dann doch zu stark. Beim ÖSV-Dreifachsieg glänzt der 34-Jährige aber als starker Vierter. Das sorgt bei ihm nicht nur für große Glücksgefühle, sondern hält auch die deutschen Hoffnungen auf den ersten Tournee-Gesamtsieg seit 23 Jahren am Leben.

Schmitt-Analyse: Darum reichte es für Paschke nicht aufs Podium

Quelle: Eurosport

Pius Paschke ließ den Blick aus leicht feuchten Augen noch einmal über das Fahnenmeer der 25.500 Fans in Oberstdorf schweifen und gab sich seinen auch ohne Podestplatz gewaltigen Glücksgefühlen hin. "Es ist immer wieder unfassbar hier zu sein - eine Traumkulisse. Das sind Momente, die man nicht so schnell vergisst. Die nehme ich mit", sagte Paschke nach seinem vierten Platz zum ungemein stimmungsvollen Auftakt der Vierschanzentournee.
Auch wenn im schwarz-rot-goldenen Hessenkessel das Podium komplett rot-weiß-rot daherkam und Österreich einen famosen Dreifachtriumph um Tagessieger Stefan Kraft feierte, nimmt Routinier Paschke doch einen ganzen Rucksack an positiven Emotionen mit. Und den Kampf um den ersten deutschen Tourneesieg seit 23 Jahren hat er keineswegs abgehakt. Siebeneinhalb Meter liegt der 34-Jährige hinter Kraft zurück. "Gut zu wissen", kommentierte Paschke diese Information. Nach dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen sollen es weniger sein.
In Oberstdorf freilich war Platz vier fast das Optimum für den fünfmaligen Saisonsieger, den Führenden im Gesamtweltcup - auch wenn Paschke durchaus am Podest schnupperte, das er um anderthalb Meter hinter Daniel Tschofenig verpasste. Zwischen diesen und Kraft schob sich noch Jan Hörl.
"Ich bin sehr zufrieden, es war richtig cool vor der Kulisse, ich habe alles riskiert und war am Limit. Mir hat es Spaß gemacht, als ich ganz vorne war, aber so ist es auch gut", sagte Paschke nach zwei starken Sprüngen auf 138,0 und 133,5 m, die 321,3 Punkte einbrachten.
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Großer Wurf bleibt verwehrt: Paschke fällt aus den Top drei

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Kraft führt ÖSV-Dreifachsieg an: "Grandios"

Nach dem ersten Durchgang hatte der Gesamtweltcupführende gar noch auf Platz drei gelegen, doch im Finale musste er Tschofenig, dessen zweiter Sprung erst bei 140,5 Metern endete, noch vorbeiziehen lassen.
Kraft, der genau zehn Jahre zuvor an gleicher Stelle seinen ersten von nun 44 Weltcupsiegen gefeiert hatte, triumphierte mit Flügen auf 138,0 und 135,0 m (335,1) vor Hörl (331,6) und Tschofenig (323,6).
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"Perfekt erwischt!" Kraft fliegt in Oberstdorf zum Sieg

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Es war der erste Dreifachsieg einer Nation bei einem Tourneespringen seit 13 Jahren - damals ebenfalls durch Österreich (Schlierenzauer, Kofler, Morgenstern) in Oberstdorf. "Dass es so aufgeht, ist grandios", sagte Kraft, 2014/15 Austrias bislang letzter Tourneesieger: "Man muss immer dran glauben."
"Was für eine absolute Legende", meinte Tschofenig: "Er macht das immer und immer wieder. Für ihn gibt es einfach keine Pause."
Mit nur einem Tag Pause geht es nun nach Garmisch-Partenkirchen. Dort, wo am Dienstag (13:30 Uhr) die Qualifikation zum Springen am folgenden Tag (14:00 Uhr/jeweils live bei Eurosport und auf discovery+) ansteht, hat Kraft in unschöner Regelmäßigkeit allerdings schon so manchen Tourneesieg weggeworfen.
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Wahnsinnssprung im Finale: Nikaido kratzt am Schanzenrekord

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Wellinger verpasst Top-Platzierung deutlich

Was der Sieg in Oberstdorf für den Tournee-Ausgabe bedeutet? Nicht unbedingt viel: Von den 25 Siegern am Schattenberg vor Kraft gewannen nur zwölf auch die Tournee. Die deutsche Bilanz ist noch eindrücklicher: Seit 1992 gab es zwölf DSV-Siege in Oberstdorf - nur Hannawald holte sich anschließend auch den Goldadler.
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Paschke freut sich über Platz vier: "Sehr zufrieden"

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In der ausverkauften Schattenberg-Arena bestätigte sich indes, was sich schon in der Qualifikation angedeutet hatte: Paschke ist zwar nicht mehr so überlegen wie bei seinen fünf Siegen in den ersten acht Saisonspringen, hat aber die "Engelberg-Delle" (Platz zehn und 18 kurz vor Weihnachten) hinter sich gelassen. Die Tournee-Form ist da.
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Top-Sprung beim Heimspiel: Geiger bläst zur Aufholjagd

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Am Rande der Paschke-Show fielen die weiteren Deutschen teils deutlich ab. Nur Karl Geiger und Andreas Wellinger schafften es noch in den zweiten Durchgang. Geiger, Oberstdorf-Sieger von 2020, wurde auf seiner Heimschanze nach einem überragenden zweiten Durchgang noch guter Achter.
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"Guter Schritt": Wellinger steigert sich im Finale

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Wellinger, der im Vorjahr am Schattenberg triumphiert hatte, haderte am Eurosport-Mikrofon mit Rang 20: "Ich kann heute nicht zufrieden sein. Der zweite Sprung war etwas besser als der erste, aber immer noch nicht gut. Ich weiß, was ich machen muss. Es ist nur nicht einfach, das auch auf die Schanze zu bringen."
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Nur Platz 20: Wellinger erklärt schwachen Auftakt in Oberstdorf

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Nach enttäuschenden Leistungen schieden Philipp Raimund (40.), Adrian Tittel (44.) und Stephan Leyhe (48.) in Durchgang eins aus. "Ein Totalabsturz", sagte Leyhe, dem auch die grandiose Stimmung auf den Rängen nicht half. "Die Kulisse war der Wahnsinn", sagte Geiger.
(SID)
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Geiger glücklich mit zweitem Sprung: "Unglaubliches Gefühl"

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Dämpfer zum Auftakt: Wellinger lässt im ersten Sprung Federn

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