Vierschanzentournee: Pius Paschke springt in Oberstdorf knapp am Podest vorbei - Österreicher feiern Dreifachsieg

Pius Paschke hat beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf das Podest knapp verpasst und ist mit Sprüngen auf 138 Meter und 133,5 Meter Vierter geworden. Den Sieg holte der Österreicher Stefan Kraft vor seinen Landsmännern Jan Hörl und Daniel Tschofenig. Vor dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen liegt Paschke 13,8 Punkte hinter Kraft in der Tourneewertung.

Großer Wurf bleibt verwehrt: Paschke fällt aus den Top drei

Quelle: Eurosport

Pius Paschke winkte mit einem zarten Lächeln den 25.500 Fans im Oberstdorfer Hexenkessel zu, er holte sich die Schulterklopfer seiner Teamkollegen ab und klatschte dann für Triumphator Stefan Kraft Beifall.
Bei einer österreichischen Skisprung-Gala hat der große deutsche Hoffnungsträger mit Platz vier einen guten Start in die 73. Vierschanzentournee hingelegt. Der Traum vom Tournee-Wunder lebt - gegen das überragende Austria-Trio um Kraft wird es aber verdammt schwer.
"Ich bin sehr zufrieden, es war richtig cool vor der Kulisse, ich habe alles riskiert und war am Limit. Mir hat es Spaß gemacht, als ich ganz vorne war, aber so ist es auch gut", sagte Paschke.
Nach zwei starken Sprüngen auf 138,0 und 133,5 m (321,3 Punkte) schnupperte Paschke am Podest, doch letztlich waren die Österreicher eine Ecke stärker - anderthalb Meter fehlten Paschke zu Platz drei.
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Quelle: Eurosport

Erster Dreifachsieg bei Tournee seit 13 Jahren

Kraft, der genau zehn Jahre zuvor an gleicher Stelle seinen ersten von nun 44 Weltcupsiegen gefeiert hatte, triumphierte mit Flügen auf 138,0 und 135,0 m (335,1) vor Jan Hörl (331,6) und Daniel Tschofenig (323,6).
Es war der erste Dreifachsieg einer Nation bei einem Tourneespringen seit 13 Jahren - damals ebenfalls durch Österreich (Schlierenzauer, Kofler, Morgenstern) in Oberstdorf. "Dass es so aufgeht, ist grandios", sagte Kraft, 2014/15 Austrias bislang letzter Tourneesieger: "Man muss immer dran glauben."
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Dass ihm ausgerechnet beim Tournee-Auftakt in Oberstdorf sein erster Weltcup-Sieg des Winters gelang, freute den 31-Jährigen indes besonders.
"Es scheint, als hätte ich mir den perfekten Moment für meinen ersten Sieg des Winters ausgesucht. Es waren meine zwei besten Sprünge der Saison. Ich war sehr aggressiv, habe aber genügend Raum gelassen, damit ich ins Fliegen komme. Es war eine unglaubliche Erfahrung vor diesem Publikum", jubelte der Triumphator bei Eurosport.
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"Perfekt erwischt!" Kraft fliegt in Oberstdorf zum Sieg

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Paschke: "konzentriere mich auf meine Sachen"

Auch Krafts Landsmann Tschofenig huldigte seinem neun Jahre älteren Teamkollegen bei Eurosport: "Es ist unglaublich. Nachdem Jan (Hörl, Anm. d. Red.) gesprungen war, habe ich schon jemanden sagen hören, dass wir den Doppelsieg sicher haben und dann hat Krafti (Stefan Kraft, Anm. d. Red.) noch mal einen ausgepackt – was für eine absolute Legende. Er macht das immer und immer wieder. Für ihn gibt es einfach keine Pause", staunte er.
Der letzte deutsche Triumph durch Sven Hannawald liegt 23 Jahre zurück, der Weg zum Goldadler ist für Paschke weit: Mit rund acht Metern Rückstand reist Paschke zur zweiten Tournee-Station nach Garmisch-Partenkirchen, wo am Dienstag (13:30 Uhr) die Qualifikation zum Neujahrsspringen am folgenden Tag (14:00 Uhr jeweils live auf Eurosport und discovery+) ansteht.
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In der ausverkauften Schattenberg-Arena bestätigte sich, was sich schon in der Qualifikation angedeutet hatte: Paschke ist zwar nicht mehr so überlegen wie bei seinen fünf Siegen in den ersten acht Saisonspringen, hat aber die "Engelberg-Delle" (Platz zehn und 18 kurz vor Weihnachten) hinter sich gelassen.
"Da war schon Erleichterung, deshalb bin ich entspannt", sagte Paschke, der sich auch von den Leistungen der Konkurrenz nicht beeinflussen lassen wollte: "Was die Österreicher machen, ist überhaupt nicht wichtig. Ich konzentriere mich auf meine Sachen."
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"Guter Schritt": Wellinger steigert sich im Finale

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Schmitt glaubt an Paschke-Chance

Und das gelang ihm gut: Im ersten Durchgang setzte sich Paschke zunächst an die Spitze, es war sein bester Sprung seit seinem Doppelsieg in Titisee-Neustadt Mitte Dezember.
"Das war cool, hat Spaß gemacht. Ich habe die Emotionen hier nutzen können", sagte Paschke. Und statt fünf Österreicher wie in der Quali lagen zur Halbzeit nur Kraft und Hörl vor der deutschen Nummer eins.
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Paschke freut sich über Platz vier: "Sehr zufrieden"

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Was der Sieg in Oberstdorf für den Tournee-Ausgang bedeutet? Nicht unbedingt viel: Von den jüngsten 25 Siegern am Schattenberg vor Kraft gewannen nur zwölf auch die Tournee. Die deutsche Bilanz ist noch eindrücklicher: Seit 1992 gab es zwölf DSV-Siege in Oberstdorf - nur Hannawald gewann anschließend auch den Goldadler.
Auch Eurosport-Experte Martin Schmitt sieht Paschke trotz des Rückstandes von 13,8 Punkten auf Kraft noch voll im Rennen um den Tourneesieg. "Er hat immer noch in eine gute Ausgangslage für die Tournee. Es ist ein Duell zwischen Deutschland und Österreich", sagte der 46-Jährige mit Blick auf die Siegchancen des Deutschen.

Gemischtes deutsches Gesamtergebnis

Am Rande der Paschke-Show fielen die weiteren Deutschen teils deutlich ab. Nur Karl Geiger und Andreas Wellinger schafften es noch in den zweiten Durchgang.
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Geiger glücklich mit zweitem Sprung: "Unglaubliches Gefühl"

Quelle: Eurosport

Geiger, Oberstdorf-Sieger von 2020, wurde auf seiner Heimschanze nach einem überragenden zweiten Durchgang noch guter Achter. "Es war ein unglaubliches Gefühl. Ich war so voller Adrenalin", freute sich der Lokalmatador anschließend bei Eurosport über seinen zweiten Sprung, der ihn von Rang 18 noch in die Top Ten brachte.
Wellinger, der im Vorjahr am Schattenberg triumphiert hatte, haderte am Eurosport-Mikrofon mit Rang 20: "Ich kann heute nicht zufrieden sein. Der zweite Sprung war etwas besser als der erste, aber immer noch nicht gut. Ich weiß, was ich machen muss. Es ist nur nicht einfach, das auch auf die Schanze zu bringen."
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Nur Platz 20: Wellinger erklärt schwachen Auftakt in Oberstdorf

Quelle: Eurosport

Nach enttäuschenden Leistungen schieden Philipp Raimund (40.), Adrian Tittel (44.) und Stephan Leyhe (48.) in Durchgang eins aus. "Ein Totalabsturz", sagte Leyhe, dem auch grandiose Stimmung auf den Rängen nicht half. "Die Kulisse war der Wahnsinn", sagte Geiger.
(mit SID)

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Enges japanisches Duell: Kobayashi noch nicht in Tournee-Form

Quelle: Eurosport


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