Vierschanzentournee: Martin Schmitt lobt "Meisterleistung" von Pius Paschke - DSV-Adler im Rennen um Gesamtsieg
Publiziert 30/12/2024 um 11:42 GMT+1 Uhr
Gegen die österreichische Übermacht hat es zum Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf kein Mittel gegeben, Pius Paschke unterstrich mit seinem vierten Platz auf der Schattenbergschanze dennoch seine Ambitionen. "Er ist nach wie vor im Rennen", ordnete Eurosport-Experte Martin Schmitt die Leistung des Gesamtweltcupführenden ein. Für Paschke werde nun das Selbstvertrauen zum großen Faktor.
Schmitt-Analyse: Darum reichte es für Paschke nicht aufs Podium
Quelle: Eurosport
Am Ende des Tages gab es in Oberstdorf keine großen Überraschungen. Pius Paschke entfachte das deutsch-österreichische Duell bei der Vierschanzentournee neu, musste sich letztlich aber dem österreichischen Trio aus Stefan Kraft, Jan Hörl und Daniel Tschofenig geschlagen geben.
Der gefeierte Lokalmatador im Gelben Trikot hat das Heimspiel genossen, die fehlenden Punkte zum Podest begründete er in seiner Analyse direkt nach dem Wettkampf. "Der zweite Sprung war sehr am Limit, aber immer noch gut", erklärte er bei Eurosport. "Mir hat nur ein bisschen die Unterstützung vom Ski gefehlt, sonst hätte es noch ein paar Meter weiter gehen können."
Diesen Eindruck teilte auch Eurosport-Experte Martin Schmitt. "Im zweiten Durchgang ist ihm ein kleiner Fehler unterlaufen, weil sein Absprung ein bisschen zu aggressiv war", meinte der Olympiasieger von 2002. An seinem Auftritt insgesamt war jedoch nichts auszusetzen. Ganz im Gegenteil.
"Das war schon eine Meisterleistung von Pius nach den zwei Trainingssprüngen, bei denen er noch ganz weit weg war", führte Schmitt aus. "Das so auf den Punkt mit der Anspannung, dem Druck und der Erwartungshaltung umzusetzen, war schon großartig."
Paschke bleibt auf Tuchfühlung
Letztlich 2,3 Punkte fehlten Paschke in der Endabrechnung auf den Drittplatzierten Tschofenig, Überflieger Kraft war 13,8 Zähler entfernt. "Er ist nach wie vor im Rennen. Das war das Wichtigste heute: dass er auf Tuchfühlung bleibt und nicht zu viele Punkte verliert", unterstrich Schmitt die Bedeutung von Paschkes Auftaktleistung.
"Die Punkte, die jetzt fehlen, müssen übers Selbstvertrauen kommen, über Wiederholungen, über Sprünge auf hohem Niveau", erläuterte der 46-Jährige.
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Großer Wurf bleibt verwehrt: Paschke fällt aus den Top drei
Quelle: Eurosport
An Selbstvertrauen dürfte es Paschke nach Oberstdorf nicht mangeln. Immerhin tütete der sechsmalige Weltcupsieger am Sonntag sein bestes Ergebnis auf der Schattenbergschanze ein, bei seinen 13 vorangegangenen Einsätzen im Oberallgäu war er lediglich im Super-Team-Wettkampf in die Top 10 gesprungen (6.).
Eine ähnliche Ausgangslage findet Paschke in Garmisch-Partenkirchen vor, wo er mit Platz zehn im vergangenen Januar seinen Höhepunkt erlebte. In einer Saison, in welcher Paschke regelmäßig seine eigenen Grenzen verschiebt, scheint auch die Schanze am Gudiberg bezwingbar zu sein.
"Er hat immer noch eine gute Ausgangslage für die Tournee", sagte Schmitt - und erhält in dieser Hinsicht auch von der Statistik Unterstützung. Ein verpasster Podestplatz in Oberstdorf muss nämlich kein Grund zur Panik sein. Anders Jacobsen war bei der Vierschanzentournee 2006/07 ebenso der Sprung auf das Podest verwehrt geblieben, am Ende durfte er den goldenen Adler sein Eigen nennen.
ewiges Duell flammt wieder auf
Bevor Paschke aber an den ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawald in der Saison 2001/02 denken darf, muss der Gesamtweltcupführende ein Mittel gegen die österreichische Phalanx an der Spitze aus dem Hut zaubern.
"Vom ersten Training an war es beeindruckend, wie sie als Team agiert haben", lobte Schmitt die ÖSV-Adler. "Die Athleten, die vorne stehen, haben selbst unter Drucksituationen abgeliefert. Das war sehr beeindruckend."
Zwar waren der Norweger Johann André Forfang (5./-16,2 Punkte) und der Schweizer Gregor Deschwanden (6./-16,5) nur ein Quäntchen von dem Quartett rund um Kraft und Co. entfernt, das Auftaktspringen der Tournee stand dennoch ganz im Zeichen der deutsch-österreichischen Rivalität. Ein Szenario, das sich laut Schmitt auch in den kommenden Tagen durchziehen wird.
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"Perfekt erwischt!" Kraft fliegt in Oberstdorf zum Sieg
Quelle: Eurosport
"Es ist ein Duell zwischen Deutschland und Österreich", zeigte sich Schmitt sicher. "Auch wenn die Norweger und Schweizer nur knapp dahinter liegen."
Der nächste Tournee-Showdown wird am Dienstag um 13:30 Uhr mit der Qualifikation in Garmisch-Partenkirchen eingeläutet. Einen Tag später geht es ab 14:00 Uhr beim Neujahrsspringen um den nächsten Sieg (jeweils live und on-demand bei discovery+).
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