Timi Zajc als Zweiter bei der Vierschanzentournee disqualifiziert - Eisenbichler: "Das ist ein Zeichen!"
Timi Zajc ist beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee 2025/26 in Oberstdorf als Zweiter disqualifiziert worden. Dem Slowenen wurden bei der Anzugkontrolle nach dem zweiten Durchgang drei Millimeter Beinlänge zum Verhängnis. "Ich find's gut. Das setzt ein Zeichen", sagte Ex-Weltmeister Markus Eisenbichler als Co-Kommentator bei Eurosport.
FIS-Chefkontrolleur: "Zajc' Anzug war drei Millimeter zu kurz"
Quelle: Eurosport
Ex-Bundestrainer Werner Schuster fand's dagegen bei Eurosport "sehr krass. Was das für ein Wechselbad der Gefühle ist: Der war schon bei der Flower Ceremony, Platz zwei angekündigt, gibt die Interviews und jetzt ist die Tournee im A****, wenn ich das auf Bairisch so sagen darf."
Eisenbichler erklärte das Aus für Zajc so: "Beim FIS-Maß muss zu Beginn der Saison die Beinlänge vom Schrittkreuz bis nach unten eine gewisse Länge haben. Sie haben es bestimmt zwei oder drei Mal gemessen. Dann ist es einfach so, da wird ein Zeichen gesetzt. Ich finde das gut."
Der Anzug des Slowenen war demnach drei Millimeter zu kurz, wie FIS-Chefkontrolleur Mathias Hafele mitteilte. "Das ist nicht viel, aber zu viel", sagte Hafele: "Regel ist Regel." Zajc hätte eigentlich mit 299,2 Punkten hinter seinem Landsmann Domen Prevc punktgleich mit Daniel Tschofenig Platz zwei belegt, wurde so aber komplett aus dem Ranking genommen.
"Er hat die Vorkontrolle bestanden, sonst hätte der Anzug gar nicht gechippt werden dürfen", erklärte Eurosport-Experte Martin Schmitt an der Schanze, "aber es ist immer die Frage, wie viel er danach noch gedehnt wird. Heute war es ein bisschen kälter. Stoff ist dehnbar und natürlich geht man immer ans Limit."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/12/30/image-d39d912b-3c43-4d7d-9d28-263fc916a65a-85-2560-1440.png)
Schmitt adelt Hoffmann: "Ein herausragender Start"
Quelle: Eurosport
Zajc reagiert mit Humor auf Disqualifikation
Ist das Beinmaß beim Anzug zu kurz, bedeutet das, dass der Skispringer den Anzug im Schrittbereich theoretisch mehr nach unten dehnen könnte - so entstünde unerlaubt mehr Fläche, die beim Flug natürlich von Vorteil ist.
Drei Millimeter seien natürlich "eine harte Entscheidung, aber so sind die Regeln", meinte Schmitt. Der Team-Olympiasieger Schmitt gab jedoch zu bedenken: "Es wurde vorher angekündigt, dass genau kontrolliert wird. Und das wollten wir auch alle. Also muss man auch konsequent sein."
Der Slowene muss seine gesamten Tourneehoffnungen damit bereits begraben.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/12/29/image-240ebfcd-67a5-411f-b477-3226c893b110-85-2560-1440.jpeg)
Highlights Oberstdorf: Hoffmann stark - aber der "Domenator" schockt sie alle
Quelle: Eurosport
Die Disqualifikation nahm Zajc allerdings mit Galgenhumor: "Lasst uns den Anzug ein bisschen stretchen, vielleicht ist dann in Ga-Pa (Garmisch-Partenkirchen, Anm. d. Red.) alles okay", schrieb der 25-Jährige in seiner "Instagram"-Story.
"Mir tut es leid für Timi", ergänzte Eisenbichler bei Eurosport: "Mir ist es auch schon passiert, dass ich disqualifiziert wurde. Bei der Tournee ist das natürlich doppelt hart. Aber es ist auch ein Zeichen dafür, dass der Wettkampf fair über die Bühne geht und nichts dem Zufall überlassen wird."
Laut dem sechfachen Weltmeister sei das auch "ein Warnschuss für die Besten. Jetzt weiß jeder, dass scharf kontrolliert wird."

Das postete Timi Zajc in seiner "Instagram"-Story
Fotocredit: Instagram
Hoffmann profitiert von Zajc-Disqualifikation
Vom Malheur des Slowenen profitierte DSV-Adler Felix Hoffmann, der auf Rang drei vorrückte.
"Ich musste schnell nochmal meine Startnummer rauskramen und dann ab aufs Podest. Das war das i-Tüpfelchen in diesem Wettkampf", sagte der 28-Jährige, nachdem er seine Gefühle einigermaßen sortiert hatte: "Es hat viel Spaß gemacht, ich wollte alles aufsaugen. Ich bin super zufrieden".
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/12/29/image-020c34cd-1dbf-4354-b43a-84fbcad29460-85-2560-1440.jpeg)
Tournee schon vorentschieden? Prevc schockt die Konkurrenz
Quelle: Eurosport
Auch für "ARD"-Experte Sven Hannawald war diese Entscheidung - rund zehn Monate nach dem Anzugskandal um die Norweger bei der WM - ein Zeichen des Weltverbandes FIS. "Ich möchte keine Sieger, die bescheißen", sagte der letzte deutsche Tourneesieger von 2002: "Dementsprechend: Auf Wiedersehen!"
Das könnte Dich auch interessieren: Visa nicht ausgestellt: Russisches Duo verpasst Tournee-Start
(mit SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/12/31/image-cbaedf47-c5b6-481d-a277-7b52e41409da-85-2560-1440.png)
Eisenbichler-Analyse zu Oberstdorf: Das ist Wellingers großes Problem
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)