Vierschanzentournee in Oberstdorf: Deutsche Doppelspitze Philipp Raimund und Felix Hoffmann macht Jagd auf Coup

Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher hat die Hoffnung auf einen Tourneetriumph in seiner letzten Saison als deutscher Chefcoach nicht aufgegeben und traut seiner Doppelspitze mit Philipp Raimund sowie Felix Hoffmann einiges zu. "Wir gehen nicht als Topfavoriten in die Tournee, aber durchaus mit großen Chancen", sagte Horngacher am Samstag bei der Auftakt-Pressekonferenz im DSV-Teamhotel.

Geiger und Wellinger? "Man darf nicht zu viel erwarten"

Quelle: Eurosport

Strahlender Sonnenschein bei knackigen zwei Grad, glitzernd eisige Berggipfel, puderzuckerweiße Tannenspitzen: Die geliebte Allgäuer Bergwelt zeigte sich Philipp Raimund und seinen Skisprung-Kollegen bei der Anreise zur Vierschanzentournee am Samstag von ihrer allerbesten Seite.
So strahlend wie das Winterwunderland rund um Oberstdorf und das deutsche Quartier im benachbarten Fischen sind die sportlichen Aussichten zwar diesmal nicht - dennoch platzt gerade Raimund fast vor Zuversicht und Vorfreude.
"Ich freue mich extrem auf die Tournee und die Stimmung in den Stadien. Ein bebendes Stadion erleben zu dürfen, ist schon eines der besten Erlebnisse, die man als Skispringer haben kann", sagte der 25-Jährige.
Und auch der sonst so zurückhaltende Bundestrainer Stefan Horngacher gab sich bei der Auftakt-PK vor seiner letzten Tournee als deutscher Chefcoach ungewohnt optimistisch.
"Philipp und auch Felix Hoffmann haben gezeigt, dass sie ganz vorne mitspringen können", sagte der Österreicher: "Wir gehen sicher nicht hin und sagen, wir haben keine Chance. Wir wissen, was wir können."

Ganz Oberstdorf schaut auf Raimund

Beben wird der mythische Oberstdorfer Schattenberg schon am Sonntag, wenn mehr als 15.000 Besuchende bei der Qualifikation erwartet werden.
Der Auftakt-Wettkampf am Montag (beides ab 16:00 Uhr auf Eurosport und bei discovery+) ist seit Wochen mit rund 25.500 feierwütigen Fans ausverkauft. Und die würden zu gerne den ersten Weltcup-Sieg Raimunds begießen, der nach dem besten Saisonstart seiner Karriere mit vier Podestplätzen zum engeren Favoritenkreis zählt.
"Dass ich zum Kreis der Mitfavoriten gezählt werde, empfinde ich als großes Privileg", sagt der gebürtige Schwabe, der seit Kindheitstagen in Oberstdorf beheimatet ist und dementsprechend beim Heimspiel und auf den folgenden Stationen in Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) besonders im Fokus steht.

Prevc, Kobayashi und Kraft als große Tournee-Favoriten

"Die Erwartungen von außen sind natürlich groß bei der Tournee. Die kommen dann zu den eigenen Erwartungen dazu. Ich fokussiere mich daher auf die Sprünge", sagt Raimund: "Alles, was mich abbringen könnte, versuche ich auf ein Minimum zu reduzieren." Deswegen beschäftigt sich Raimund auch nicht allzu viel mit seinen Hauptkonkurrenten.
Zu denen gehört natürlich der Japaner Ryoyu Kobayashi, der dreimal in Oberstdorf und dreimal die gesamte Tournee gewonnen hat. Da ist der Österreicher Stefan Kraft, der seit mehr als einem Jahrzehnt Springen gewinnt und angesichts der Formschwäche von Titelverteidiger Daniel Tschofenig die Austria-Hoffnungen trägt.
Und dann gibt es da vor allem den Slowenen Domen Prevc, der vom vogelwilden Grenzflieger zum Seriensieger dieses Winters wurde - und zehn Jahre nach seinem Bruder Peter die Tournee gewinnen will.
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Philipp Raimund (l.) und Felix Hoffmann sind die deutschen Hoffnungen für die Tournee

Fotocredit: Imago

DSV-Aufsteiger Hoffmann mit Außenseiterchancen?

"Ich spüre aber keine Euphorie", wiegelt der 26-Jährige ab: "Ich weiß, wie schnell sich die Dinge ins Gegenteil verkehren können. Im Vorjahr war Pius Paschke am Saisonanfang so stark - dann hat es sich bei ihm komplett gedreht."
Wie nun Prevc ging Paschke damals mit fünf Saisonsiegen in die Tournee, wo er Gesamtsechster wurde - ein Jahr später scheint für den 35-Jährigen selbst das kaum machbar. Weil auch die formschwachen früheren Tourneezweiten Andreas Wellinger und Karl Geiger eher nicht für einen Coup in Frage kommen, ist dann schon Aufsteiger Hoffmann bei seiner ersten "echten" Tournee mit 28 Jahren einzige weitere deutsche Hoffnung.
Kurzum: Die Hoffnungen auf diesen vermaledeiten ersten Tourneesieg seit Sven Hannawald vor nunmehr 24 Jahren waren auch schonmal größer. Aber dennoch: "Wir gehen nicht als Topfavoriten in die Tournee, aber durchaus mit großen Chancen", glaubt Horngacher,
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(SID)
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Hoffmann fängt Raimund im deutschen Duell ums Podest noch ab

Quelle: Eurosport


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