Olympia 2026: Drama um Karl Geiger bewegt Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher: "Wir haben keine Wahl gehabt"
Publiziert 03/02/2026 um 17:17 GMT+1 Uhr
Trotz zuletzt aufsteigender Form, die mit dem Podest beim Heim-Weltcup in Willingen ihren vorläufigen Höhepunkt fand, wird DSV-Skispringer Karl Geiger nicht an den Olympischen Winterspielen teilnehmen. Der 32-Jährige hatte die Norm zum erforderlichen Zeitpunkt verpasst. Für Bundestrainer Stefan Horngacher gibt es daher akuten Handlungsbedarf beim DOSB - man könne über das System nachdenken.
Willingen bebt: Geiger fliegt aufs Podium
Quelle: Eurosport
Geiger zeigte sich nach dem verkorksten Saisonstart zuletzt stark verbessert und flog am Samstag in Willingen gar auf Platz drei.
Kurz vor Olympia 2026 kommt der Oberstdorfer immer besser in Form - an den Titelkämpfen in Predazzo darf er dennoch nicht teilnehmen.
Für die vom DOSB vorgegebene Norm hätte Geiger bis zum Weltcup-Wochenende in Sapporo mindestens eine Top-Acht-Platzierung oder zwei Plätze unter den besten 15 benötigt, was ihm nicht gelang.
Umso bitterer: In Sapporo hatte Geiger im zweiten Springen Rang 14 eingefahren, im ersten Springen lag er ebenfalls auf Top-15-Kurs, brach dann im zweiten Durchgang allerdings ein und fiel zurück.
Horngacher hadert: "Über System in Deutschland nachdenken"
Für Bundestrainer Horngacher ist der Umstand, seinen aktuell formstärksten Springer nicht zu den Olympischen Winterspielen mitnehmen zu dürfen, eine Bürde.
"Für ihn tut mir das echt leid", erklärte der Österreicher vor der Abreise nach Italien und fügte hinzu: "Da könnte man vielleicht auch mal über unser System in Deutschland nachdenken. In Österreich ist es ein bisschen anders. Da können dann mehr die Trainer entscheiden, wer aktuell der Beste ist und zu Olympia fahren soll. Das war jetzt bei uns nicht unbedingt gegeben."
"Wir haben aufstellen müssen nach den Ergebnissen im Vorfeld. Und dabei weiß ich nicht, ob das eigentlich sportlich das Richtige ist", so Horngacher weiter: "Es kommt mit Olympia das größte Event und der eine ist halt im November gut und der andere halt knapp vor Olympia. Dann ist als Trainer eigentlich die Frage: Wen nehme ich mit? Aber wir haben keine andere Wahl gehabt und müssen uns nach diesen Richtlinien strecken."
2022 hatte Geiger in Peking noch Bronze auf der Großschanze gewonnen. Nun muss der 32-Jährige seinen Teamkollegen von Zuhause aus die Daumen drücken.
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Quelle: Eurosport
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