Olympia 2026 - Skispringen: Norweger Forfang widmet Super-Team-Bronze verstorbenem Vater - und berichtet von "Notlüge"
VonLukas Fegers
Update 17/02/2026 um 10:31 GMT+1 Uhr
Durch die widrigen Witterungsbedingungen endete der Super-Team-Wettbewerb der Olympischen Spiele im Chaos - und verstärkte das Gefühlschaos des Norwegers Johan Andre Forfang umso mehr. Zwei Wochen nach dem Tod seines Vaters gewann der Skispringer die Bronzemedaille. "Es ist etwas ganz Besonderes für mich. Und ja, das ist definitiv für meinen Vater", sagte er der Nachrichtenagentur "Reuters".
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Quelle: Eurosport
Er habe seinem Vater versprochen, in Predazzo alles zu geben. "Mein Vater war mein Held und mein moralischer Kompass. Sein letzter Wunsch war, dass ich an Skisprungwettbewerben teilnehme und zu den Olympischen Spielen fahre", sagte Forfang.
Die letzte Skisprung-Entscheidung dieser Winterspiele war am Montagabend mit einem Abbruch im dritten Durchgang geendet. Das Schneetreiben hatte der Jury keine andere Wahl gelassen, das Ergebnis wurde nach zwei Sprüngen gewertet.
Gold ging so an die beiden Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher vor dem polnischen Duo Pawel Wasek/Kacper Tomasiak. Über Bronze entschied nur die Winzigkeit von 0,3 Punkten: Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Kristoffer Eriksen Sundal setzte sich Forfang gegen Philipp Raimund und Andreas Wellinger durch.
Auf ein Podium zu hoffen, sei im Vorfeld schwer gewesen, betonte Forfang hinterher im Gespräch mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk "NRK" und gedachte im Moment des Triumphs seinem verstorbenen Vater: "Um ehrlich zu sein, hatte ich nicht wirklich daran geglaubt, dass ich um eine Medaille kämpfen würde. Aber ich versprach es ihm. Ich würde um eine Medaille kämpfen. Ich sah, dass er damit seinen Frieden gemacht hatte."
Forfang spricht von "Notlüge" für seinen Vater
Aufgrund seiner Form in diesem Winter habe er das Gefühl gehabt, seinem Vater "eine Notlüge zu erzählen", berichtete Forfang. Doch im Super-Team, das anstelle des vierköpfigen Mannschaftswettbewerbs erstmals bei Olympischen Winterspielen ausgetragen wurde, löste er das eigentlich nicht für mögliche gehaltene Versprechen ein.
"Das bedeutet der ganzen Familie sehr viel. Ich verstehe eigentlich gar nicht, wie er nach all den Rückschlägen, die er im vergangenen Jahr erlebt hat, noch aufrecht stehen kann", hob seine Verlobte Kristin Solberg im "NRK"-Interview hervor.
Dass Forfang es bis zu den Olympischen Spielen geschafft habe, sei "schon ein Sieg an sich. Aber dass er morgen mit einer Medaille nach Hause kommt, ist einfach unglaublich", sagte Solberg.
Seit dem tragischen Todesfall habe sie ihren Verlobten nicht mehr gesehen. Daher werde das Wiedersehen am Dienstag "sicher sehr emotional".
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