Simon Ammann poltert gegen Olympia-Reform: Skisprung-Legende kritisiert neues Teamformat - "Muss sofort geändert werden"
Publiziert 20/11/2025 um 17:16 GMT+1 Uhr
Skispringer Simon Ammann geht mit gemischten Gefühlen in die neue Saison. Zwar hat der 44-Jährige mit der erneuten Nominierung für das Weltcupteam einen wichtigen Schritt in Richtung seiner achten Olympischen Spiele geschafft - doch ein Reformbeschluss sorgt bei ihm für Unmut. Auf Wunsch des Ski-Weltverbands FIS hat das IOC das traditionelle Teamspringen aus dem olympischen Programm gestrichen.
Simon Ammann hat für den Weltcup eine spezielle Änderung im Kopf.
Fotocredit: Getty Images
"Ich kritisiere diesen Entscheid deutlich. Für den Team-Gedanken ist es viel schöner, zu viert zu starten. Das muss sofort wieder geändert werden", sagte der vierfache Olympiasieger vor dem Weltcup-Auftakt.
Statt Mannschaften mit vier Athleten wurde bei den Winterspielen in Italien nämlich das sogenannte Super-Team-Format eingeführt, bei dem nur noch zwei Springer pro Nation antreten. Dieses wird auch nur bei den Männern ausgetragen. Anders als bei der Nordischen Ski-WM gibt es bei Olympia weiter keinen Teamwettkampf bei den Frauen (aber auch ein Mixed).
Für Ammann ist die Umstellung ein klarer Rückschritt. Offiziell wird die Reform als Modernisierung verkauft. So sollen mehr Frauen ins Starterfeld integriert werden, während bei den Männern Startplätze gestrichen wurden. Zudem, so das IOC, könnten kleinere Nationen profitieren, die selten vier Athleten auf Weltcupniveau stellen.
Ammann sieht darin jedoch keinen echten Mehrwert: Überraschungen seien möglich, am Ende aber würden "trotzdem die starken Nationen vorne" landen.
Reform schadet laut Ammann dem Teamgeist
Für die Schweiz hat die Änderung handfeste Folgen: Durch die Streichung des klassischen Teamwettbewerbs reduziert sich die Zahl der olympischen Startplätze von vier auf drei. "Das verschärft den Konkurrenzkampf enorm und schadet dem Teamgeist", meinte der Routinier.
Auch Ammanns Trainer Martin Künzle bedauert das Aus des traditionellen Formats: "Das war jeweils der beste Wettkampf. Es ist sehr schade, dass der in dieser Form fehlt."
Das Super-Team-Format setzt auf mehr Knockout-Dramatik: Nach zwei Sprüngen scheiden bereits mehrere Nationen aus, bevor im zweiten und dritten Durchgang die verbliebenen Teams um den Sieg springen. Die Verantwortlichen hoffen dadurch auf mehr Spannung und TV-Tauglichkeit.
Ammann will sich der neuen Realität dennoch stellen: "Wenn ich starten kann, gebe ich natürlich mein Bestes." Für eine Olympiaqualifikation benötigt er einmal einen Top-15-Platz oder zweimal ein Ergebnis in den Top 25. Die erste Gelegenheit dazu bietet der Weltcupstart am Wochenende in Lillehammer.
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Quelle: Eurosport
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