Fannemel konnte sich in der internen Ausscheidung der Norweger nicht durchsetzen, wie schon auf der Normal- und auf der Großschanze musste der 26-Jährige in den sauren Apfel beißen und wurde im Teamwettkampf zum Zuschauer.
Aber wohl dem, der einen solchen Teamplayer in seinen Reihen hat. Stöckl wollte den Team-Wettkampf nämlich mit Andreas Stjernen beginnen. Aber Fannemel hatte Einwände. "Er dachte, es wäre klug, mit Tande zu beginnen, da er ein starker Springer ist", zitiert die norwegische Zeitung "VG" den Trainer. Mit einem starken Tande zu Beginn könnte Norwegen gleich in Führung gehen und die anderen Nationen unter Druck setzen, so Fannemels Idee. Stöckl nahm den Rat seines Ersatzmanns an und bestätigte nach dem Wettkampf der Zeitung:
Tatsächlich war Fannemel derjenige, der mit der Reihenfolge der Springer zu mir gekommen ist. Und es stellte sich heraus, dass es richtig war
Der Teamgeist bei den Norwegern war immer schon außergewöhnlich, aber so einen Ersatzmann gab es selbst im Team Norge noch nicht. "Er ist ein fantastischer fünfter Mann. Es ist eine anspruchsvolle Position, neben den Jungs zu stehen. Fannemel ist ein Teamplayer, und dafür bin ich sehr dankbar", sagte Stöckl, der schon seit sieben Jahren Trainer in Norwegen ist.

Fannemel beeinflusste die Gruppe auch als Ersatzmann

Auch seine Teamkollegen konnten Fannemel gar nicht hoch genug loben: "Er hat die Gruppe auf eine unglaublich gute Weise positiv beeinflusst ", sagte Johann André Forfang der "VG". Und Robert Johansson, der bei allen drei olympischen Wettkämpfen Medaillen sammelte, meinte: "Er hat sich so gut geschlagen, ihm sei Ehre zuteil."
Fannemel siegte in dieser Saison in Engelberg, wurde bei der Vierschanzentournee Gesamt-Dritter und liegt in der Weltcup-Gesamtwertung auf Rang neun. Außer den Norwegern kann sich keine Nation leisten, einen solchen Mann zum Olympia-Touristen zu degradieren. Aber was heißt Olympia-Tourist? Eher ein Berater. Schließlich hat er ja seinem Trainer die richtige Aufstellung eingeflüstert.