Richard Freitag und die DSV-Adler reisen mit leisen Zweifeln nach PyeongChang

Das deutsche Team um Medaillenkandidat Richard Freitag fliegt nach dem Heim-Weltcup in Willlingen mit gemischten Gefühlen zu den Winterspielen nach Südkorea. Freitags "Absturz" auf Rang 28 hat Spuren hinterlassen. Trotzdem wird an der Zielsetzung für die Wettkämpfe in PyeongChang nicht gerüttelt: Es soll mindestens eine Medaille für die Adler des DSV her.

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Die Generalprobe hatte Richard Freitag gründlich verpatzt, die Hoffnung auf eine Olympia-Medaille in PyeongChang bleibt aber unverändert bestehen: Mit gemischten Gefühlen machten sich Freitag und der Rest der deutschen Skispringer nach einer letzten Nacht in deutschen Betten auf zum Frankfurter Flughafen. Freitag sagte im Avia Wintersport Talk noch vor seinem 28. Platz beim letzten Härtetest in Willingen:
Viel Zeit zum Nachdenken auch über das gewöhnungsbedürftige Ergebnis seiner Generalprobe bleibt Deutschlands Topspringer ohnehin nicht. Schon am Donnerstag steht die olympische Qualifikation von der Normalschanze an, zwei Tage später wird es bereits erstmals ernst. Bis dahin muss sich der am Schlusstag in Willingen etwas erschöpft wirkende Freitag wieder erholt haben. In den kommenden stressigen Tagen wird das jedoch nicht leicht.

Freitag hat bei Olympia etwas gut zu machen

Vor dem Abflug am Montag um 19.20 Uhr vom Frankfurter Flughafen trainierten die DSV-Adler noch einmal in der Früh. Die erste Maßnahme, sich auf die acht Stunden Zeitverschiebung einzustellen. "Wenn man nach Osten fährt, muss man sowieso früh aufstehen. Wir wollen schon diesen Rhythmus ein bisschen einleiten, mit dem Ziel, im Flieger zu schlafen", erklärte Schuster.
Guter Schlaf dürfte besonders für Freitag wichtig werden, der aber ein wenig Angst vor der Reise zeigte: "Entweder hast du Glück und du kommst gut zum schlafen - oder eben nicht. Rein aus Erfahrung her ist Asien bei mir grausam", sagte Freitag in Anspielung auf die Springen im japanischen Sapporo.
Sein Dauerrivale Kamil Stoch, der an der Mühlenkopfschanze mit einem vierten und einem zweiten Platz vor etlichen polnischen Fans das neu geschaffene Wettkampfformat "Willingen Five" gewann, flog noch am Sonntag nach Warschau, um aus seiner Heimat ebenfalls am Montag nach Südkorea zu reisen. Auch wenn er ohne Sieg aus dem Sauerland abreiste, ist "König Kamil" der große Favorit bei Olympia.
Freitag will in PyeongChang sein Olympia-Trauma von Sotschi vergessen machen, versucht aber auch, sich selbst nicht zu viel Druck aufzulasten: "Das Wichtige wird für mich, es zu genießen". Bei seiner Fünf-Ringe-Premiere hatte er 2014 als 20. und 21. im Einzel enttäuscht und danach seinen Platz im Team verloren, das ohne ihn Gold holte. Doch die Zeiten haben sich geändert: In diesem Jahr ist der 26 Jahre alte Sachse Deutschlands große Skisprung-Hoffnung.

Schuster: Skispringen über Nacht nicht verlernt

Zumal den anderen deutschen Springern scheinbar die Konstanz für die vorderste Spitze fehlt. Der WM-Dritte Markus Eisenbichler war am Sonntag auf Rang sechs der beste Deutsche, hatte aber am Vortag mit Rang zwölf enttäuscht. Auch Vizeweltmeister Andreas Wellinger verpasste beim Party-Weltcup in beiden Springen das Podest. Für das olympische Teamspringen werden Stephan Leyhe und Karl Geiger den vierten Platz vor Ort ausspringen.
Das deutsche Team muss sich schnell von dem Rückschlag beim Heim-Weltcup erholen. Schuster machte sich jedoch keine großen Sorgen darüber: "Ich glaube nicht, dass wir über Nacht das Skispringen verlernt haben".
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