Eurosport
Skisprung-Weltcup in Ruka: Andreas Wellinger nach langer Leidenszeit vor Saisonbeginn wieder im Aufwind
Von
Publiziert 22/11/2023 um 12:48 GMT+1 Uhr
Andreas Wellinger geht als deutsche Nummer eins in den Skisprung-Winter. Nach vielen Rückschlägen ist der Bayer wieder obenauf und nimmt die Herausforderung als deutscher Hoffnungsträger an. Vor dem Saison-Auftakt im finnischen Kuusamo gibt sich der 28-Jährige selbstbewusst und schielt 22 Jahre nach Sven Hannawald mit einem Auge sogar auf den Gewinn der Vierschanzentournee.
Andreas Wellinger
Fotocredit: Getty Images
Andreas Wellinger genoss den Strand auf Mykonos, ging in Tracht zum Oktoberfest und badete im kalten Grundlsee. Der Sommer hielt wahrlich genug Highlights bereit, doch richtig glücklich ist der zweimalige Skisprung-Olympiasieger erst bei klirrender Kälte.
"Endlich wieder Schnee! Ich kann es kaum erwarten", sagt der Bayer vor dem Saisonstart am Wochenende im finnischen Kuusamo.
Denn natürlich trainierte Wellinger im Sommer auch hart, und das mit Erfolg: Beim stark besetzten Mattenspringen in Hinzenbach holte er den Sieg und untermauerte seine derzeitige Position als deutsche Nummer eins.
"Das war ein sauguter Einstieg. Wenn ich sauber und richtig gut springe, kann ich ganz vorne mitkämpfen", sagt der 28-Jährige daher vor der Qualifikation am Freitag (ab 16:00 Uhr auf Eurosport 1 und discovery+).
Wellinger wieder im Aufwind
Noch vor einem Jahr wären solche Sätze undenkbar gewesen, denn hinter Wellinger liegen schwere Zeiten. Zum einen ist da der Horror-Sturz 2014 eben in Kuusamo, als er einen Schlüsselbeinbruch und eine Wirbelsäulenstauchung erlitt.
Die Rückkehr an den Polarkreis ist daher auch in diesem Jahr eine besondere, auch wenn Wellinger mit der Rukatunturi-Schanze längst seinen Frieden gemacht hat und dort schon zweimal auf dem Podest stand.
Viel mehr aber hat Wellinger sein im Juni 2019 erlittener Kreuzbandriss beschäftigt. Es dauerte Jahre, bis der Goldmedaillen-Gewinner von Sotschi 2014 (Team) und Pyeongchang 2018 (Einzel) wieder zu alter Form zurückfand.
Im vergangenen Februar war es dann soweit: Wellinger holte in Lake Placid und Rasnov zwei Weltcupsiege binnen einer Woche. Neben dem Norweger Kenneth Gangnes ist er der erst zweite Skispringer, der nach einem Kreuzbandriss wieder ganz oben stand.
Vierschanzentournee im Fokus
Wellingers Siege waren letztlich die einzigen eines DSV-Adlers im gesamten Winter. Weil Karl Geiger derzeit auf Formsuche und Markus Eisenbichler in Kuusamo erst gar nicht dabei ist, gehört Wellinger wieder die Rolle des Vorfliegers. "Mein Ziel ist, dass ich wirklich konstant springe und konstant Leistung bringen kann", sagte er.
Mit einem Augen schielt Wellinger bereits auf die Vierschanzentournee. "Die ersten Wochen sind quasi zum Reinkommen. An Weihnachten merkt man dann, dass die Tournee vor der Tür steht. Wenn ich nur ansatzweise so gut präpariert bin wie jetzt, werde ich mit einem Lächeln da stehen", sagt er: "Ich werde alles geben. Was am Ende rauskommt, ist dann ein anderes Thema."
Fünf verschiedene DSV-Adler standen seit 2015 in der Gesamtwertung auf dem Podest, zum ersten Sieg seit Sven Hannawald 2001/02 reichte es dennoch nie.
"Wir sind verdammt nahe dran", sagt Wellinger, der 2017/18 nur dem überragenden Polen Kamil Stoch den Vortritt lassen musste: "Der Sieg wird irgendwann kommen." Vielleicht ja schon diesem Winter. Die größten Hoffnungen ruhen jedenfalls auf Wellinger, wieder einmal.
Das könnte Dich auch interessieren:"Finde es schade": Wellinger äußert Kritik an FIS
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/03/08/3626849-73846113-2560-1440.jpg)
Geiger nimmt Tournee ins Visier: "Wollen einfach mal gewinnen"
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung