Norwegische Skispringer greifen Jury nach Wind-Debakel in Ruka an - Granerud und Johansson mit scharfer Kritik
Update 02/12/2024 um 16:52 GMT+1 Uhr
Der Weltcup im finnischen Ruka hat vor allem bei den norwegischen Skispringern für Ärger gesorgt. Das Vorgehen der Jury bei den schwierigen Windverhältnissen stieß den Skandinaviern sauer auf, vor allem weil sie bereits einen Tag zuvor das nötige Fingerspitzengefühl vermissten. Halvor Egner Granerud und Robert Johansson nahmen nach ihrem frühen Scheitern am Samstag kein Blatt vor den Mund.
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Quelle: Eurosport
"Ich bin froh, dass ich auf den Füßen gelandet bin. Es war schrecklich", kommentierte Granerud bei "NRK" seinen Sprung auf 70 Meter, der in der Qualifikation am Samstag, die aufgrund des anhaltenden Windes nicht am Freitag stattfinden konnte, den letzten Platz bedeutete: "Man muss einfach Vollgas geben. Ich habe es versucht, aber dann hat der Wind meine Skier erwischt. So musste ich eine Notlandung machen."
Neben dem zweimaligen Gesamtweltcupsieger erwischte es auch dessen Teamkollegen Robert Johansson, der es nur auf 94 Meter brachte. Der 34-Jährige ging mit der Jury besonders hart ins Gericht.
"Es ist verrückt, dass man mich hat starten lassen", polterte Johansson: "Sie spielen mit der Gesundheit der Sportler, indem sie uns unter solchen Bedingungen starten lassen."
Für die nötige Sicherheit der Sportler sei am Wochenende nicht gesorgt gewesen. "Wir haben die Kontrolle über unseren Körper, aber letztlich ist es ihre Aufgabe, für unsere Sicherheit zu sorgen. So habe ich meine Teilnahme an dem Wettbewerb verloren. Das ist einfach scheiße", so Johansson.
Pertile weist Schuld von sich
FIS-Renndirektor Sandro Pertile wollte von den Vorwürfen aber nichts wissen und wies jegliche Schuldzuweisungen von sich und seinem Team.
"Skispringen ist ein Freiluftsport. Wenn die Athleten nicht in der Lage sind zu akzeptieren, dass die Bedingungen für jeden Athleten anders sein können, dann sollten sie vielleicht zu Tischtennis oder etwas anderem wechseln", konterte der Italiener: "Ich verstehe die Frustration der Athleten. Meiner Meinung nach ist aber alles gut gelaufen."
Pertile drückte darüber hinaus seinen Stolz hinsichtlich der Leistung seines Teams aus. "Es war zweifelsohne eines der anspruchsvollsten Springen, das wir in den letzten fünf Jahren, in denen ich Rennleiter war, organisiert haben. Was wir heute an Professionalität geleistet haben, ist auf einem hohen Niveau", so der Italiener.
Der Wettkampf am Sonntag wurde aufgrund der schwierigen Verhältnisse übrigens nach dem ersten Durchgang abgebrochen. Andreas Wellinger trug den Sieg davon.
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Ski Jumping - Ruka - Final - clip - Paschke's interview (GER)
Quelle: Eurosport
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